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Deutsche Post unzufrieden mit Briefporto 2025

Bundesnetzagentur in Bonn
Die Deutsche Post hat auf die Briefporto-Erhöhung 2025 mit verhaltener Enttäuschung reagiert. Das Unternehmen wünscht sich eine stärkere Erhöhung, als jetzt von der Bundesnetzagentur veranschlagt wurde.

Die Behörde plant, eine durchschnittliche Portoerhöhung von 10,48 Prozent zu genehmigen, was einem Standardbriefporto von 94 Cent entspricht. Die Deutsche Post hingegen hatte mutmaßlich eher mit einem Porto von 1 Euro pro Standardbrief gerechnet.

"Die Deutsche Post hat die vorläufige Entscheidung der Bundesnetzagentur zum Preiserhöhungsspielraum im regulierten Brief- und Paketgeschäft mit Verwunderung zur Kenntnis genommen", zitiert zeit.de. Die Erhöhung um lediglich 10,48 Prozent sei "angesichts zu erwartender Lohnsteigerungen, schrumpfender Briefmengen und hoher Investitionsbedarfe schwer nachzuvollziehen".

Die Deutsche Post hat theoretisch einen Monat Zeit, um gegen den Beschluss der Bundesnetzagentur Klage einzureichen. In der Vergangenheit kam das noch nicht vor, doch möglicherweise ist die Geduld des Konzerns langsam erschöpft.

Während die Bundesnetzagentur früher einen postfreundlichen Kurs verfolgte, bläst unter ihrem neuen Präsidenten Klaus Müller (ehemals Chef der Verbraucherzentrale) Gegenwind. Bereits die von der Deutsche Post beantragte vorzeitige Portoerhöhung zum 1. Januar 2024 wurde von der Behörde abgelehnt, was zu erheblichen Gewinneinbußen im Deutschlandgeschäft der Deutschen Post AG führte.

Es bleibt spannend, ob sich der Konflikt mit der Bundesnetzagentur nun zuspitzt, oder ob sich die Deutsche Post mit 10,48 Prozent begnügt und versucht, durch Rationalisierungen Kosten einzusparen. Die ab 2025 erlaubten längeren Brieflieferzeiten bieten viel Spielraum für Einsparungen.



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Glück gehabt: Briefporto 2025 bleibt wohl unter 1 Euro

So berichtete Paketda am 25.09.2024

Briefe werden ab 2025 langsamer und teurer. Die Bundesnetzagentur hat jetzt den Spielraum für die Portoerhöhung festgelegt: 10,48 Prozent. Diese Preissteigerung bezieht sich auf langsame Briefe mit 3-4 Tagen Lieferzeit. Die Deutsche Post will auch schnelle Briefe mit 1-2 Tagen Lieferzeit anbieten; dazu fehlen aber noch Details.

Die 10,48 Prozent Erhöhungsspielraum sind noch keine endgültige Porto-Festlegung, sondern eine Vorstufe. Die Deutsche Post kann die 10,48 Prozent eigenständig auf die verschiedenen Versandarten verteilen, und beispielsweise Standardbriefe stärker verteuern als Maxibriefe. Hauptsache, der Durchschnitt bleibt gewahrt.

Ein Briefporto von mehr als 1 Euro für einen Standardbrief ist unwahrscheinlich, wie die folgende Tabelle zeigt. Ein 20-Gramm-Brief würde "nur" auf 94 Cent steigen. Würde die Deutsche Post ihn auf 1 Euro anheben (= 18% Teuerung), dürften andere Versandarten deutlich weniger stark steigen.

Neu ist außerdem, dass das Briefporto nicht mehr für drei Jahre festgeschrieben wird, sondern nur noch für zwei Jahre, also bis Ende 2026.


Hochrechnung Briefporto 2025

Es handelt sich um Rechenbeispiele zur Veranschaulichung basierend auf einer 10,48%-Anhebung. Die offizielle Portoerhöhung soll Mitte November 2024 verkündet werden.

Versandart Porto 2024 rechn. Erhöhung Porto 2025
Postkarte 0,70 0,07 0,77
Standardbrief 0,85 0,09 0,94
Kompaktbrief 1,00 0,10 1,10
Großbrief 1,60 0,17 1,77
Maxibrief 2,75 0,29 3,04


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Paketporto wird ebenfalls reguliert

Durch das vor wenigen Monaten erlassene neue Postgesetz unterliegen auch DHL-Päckchen und DHL-Privatkundenpakete bis 20kg einer Preisregulierung. Genauer gesagt: DHL muss im Voraus eine Portogenehmigung einholen. Früher konnte DHL das Paketporto nach eigenem Ermessen anheben, und der Bundesnetzagentur war erst im Nachhinein eine Kontrolle möglich.

Für den Zeitraum 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2026 erlaubt die Bundesnetzagentur eine Erhöhung um 7,21 Prozent. Es bleibt abzuwarten, ob DHL den Spielraum voll ausnutzt oder womöglich aufgrund des Wettbewerbsdrucks das Porto weniger stark anzieht.


Hochrechnung Paketporto 2025

Es handelt sich um Rechenbeispiele zur Veranschaulichung basierend auf einer 7,21%-Anhebung.

Versandart Porto 2024 rechn. Erhöhung Porto 2025*
Päckchen S 3,99 0,29 4,28
Päckchen M 4,79 0,35 5,14
2 kg Paket 5,49 0,40 5,89
5 kg Paket 6,99 0,50 7,49
10 kg Paket 10,49 0,76 11,25
20 kg Paket 18,99 1,37 20,36

Fazit: Es hätte schlimmer kommen können

Die Preissteigerung fällt moderater aus, als erwartet. Angesichts jährlich sinkender Briefmengen erklärt es sich von selbst, dass die Transportkosten pro einzelnem Brief steigen. Das aktuelle Briefporto wurde Ende 2021 berechnet und gilt seit 1.1.2022. Es ist also aus einer Zeit vor dem Ukraine-Krieg, bevor die Inflation in die Höhe schoss und Löhne kräftig stiegen. Dass es so lange unverändert blieb, ist auch der Bundesnetzagentur zu verdanken.

Tatsächlich hatte die Deutsche Post nämlich geplant, das Porto vorzeitig am 1.1.2024 anzuheben, doch die Bundesnetzagentur hatte ihr dies verboten (Paketda berichtete). Damals reagierte das Management der Deutschen Post ausgesprochen verärgert. Es bleibt abzuwarten, wie die Post auf die Entgeltgenehmigung für 2025 reagiert.

Ein weiterer Aspekt: Mit dem neuen Postgesetz wurde die Porto-Berechnungsformel umgestellt. Die der Deutschen Post AG zugestandene Gewinnspanne orientiert sich nicht mehr an Postgesellschaften anderer europäischer Länder, sondern generell an europäischen Aktiengesellschaften. Es ist beruhigend zu wissen, dass dieser Faktor offenbar keine negative Durchschlagskraft auf das hiesige Briefporto hat.

Verbraucher können sich insgesamt glücklich schätzen, dass sie beim Briefporto "mit einem blauen Auge davongekommen" sind. Im Paketbereich bleibt zu hoffen, dass DHL aufgrund des Konkurrenzdrucks durch Hermes & Co. bei Preiserhöhungen nicht über die Stränge schlägt.


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