Chef von Parcellock gibt Interview zu Paketkästen, Abholstationen und Zukunftsaussichten

Hellofresh und Parcellock
Der Geschäftsführer von Parcellock, Gunnar Anger, hat sich im Podcast BVL.digital zur aktuellen Situation seines Unternehmens geäußert. Nachfolgend eine Zusammenfassung interessanter Aussagen.

Minute 18:40 - Es wird immer schwieriger, die Paketmengen zu bewältigen, weil Logistiker überlastet sind. Anger: "Ich habe während einer Gesellschafterversammlung erlebt, dass nacheinander die Handys meiner Gesellschafter geklingelt haben, weil ein großer Versandhändler im Weihnachtsgeschäft noch Wechselbrücken unterbringen wollte. Es gab keinen, der noch Kapazitäten hatte."

Minute 20:00 - Paketkästen für Einfamilienhäuser kosten einige Hundert Euro. Das ist vielen Kunden zu teuer. Anger: "Das ist ein Thema, aus dem sich auch DHL schon verabschiedet hat, das sicherlich nicht so zieht, wie man es eingangs erwartet hat. Im Segment Mehrfamilienhaus sind wir sehr stark unterwegs und haben gemeinsam mit unseren Herstellern schon einige Hundert Anlagen aufgestellt."

Minute 30:30 - Öffentliche Abholstationen sind auch für Partner wie die Deutsche Bahn interessant, die ihre Bahnhöfe damit digitaler machen können. Mieter der Bahnhöfe dürfen die Stationen mitbenutzen. Autovermietungen könnten zum Beispiel Fahrzeugschlüssel außerhalb der Öffnungszeiten an Kunden übergeben.

Minute 39:50 - Dana von der Heide, Gründerin von Parcelperform, erzählt im Podcast, dass in Singapur öffentliche Abholstationen von der Regierung aufgestellt werden. Um Wildwuchs unterschiedlicher Systeme zu verhindern, müssen alle Paketdienste die öffentlichen Abholstationen beliefern. Bis Ende 2021 sollen 1.000 Stationen in Betrieb sein (Quelle).

Zum Abschluss des Podcasts äußert Parcellock-Geschäftsführer Gunnar Anger den Zukunftswunsch, Touchscreens an Abholstationen abzuschaffen, weil sie fehleranfällig und nicht sehr hygienisch sind. Stattdessen könnten sich Kunden mit ihrem eigenen Handy via Bluetooth mit den Stationen verbinden. Diese Technik wendet DHL bereits beim Modell "Packstation Kompakt" an (Paketda berichtete). Außerdem wünscht sich Anger, dass sich DHL für Parcellock öffnet und die Abholstationen beliefert. Aktuell tun das nur Hermes, DPD und GLS.


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