Mittlerweile ist der breiten Öffentlichkeit bekannt, dass Paketzusteller oft schlecht bezahlt werden. Jetzt kommt heraus: Sogar Fachkräfte und leitende Mitarbeiter werden unterdurchschnittlich entlohnt.
Das Statistische Bundesamt hat die Paketbranche unter die Lupe genommen und festgestellt, dass das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen in der KEP-Branche in 2021 rund 1.000 Euro unter dem Schnitt der Gesamtwirtschaft lag (3022 Euro vs. 4100 Euro).
Ein Grund für den geringen Durchschnittslohn ist laut Statistischem Bundesamt "auch der relativ geringe Anteil von Vollzeitbeschäftigten in den oberen beiden Leistungsgruppen und der hohe Anteil in den mittleren und unteren Leistungsgruppen".
Von 2011 bis 2021 stiegen die Löhne und Gehälter bei Post- und Paketdiensten nur um 6 Prozent. In der deutschen Wirtschaft insgesamt betrug der Anstieg hingegen 23,8 Prozent - vier Mal mehr!
Angesichts dieses krassen Unterschieds erscheint die Verdi-Lohnforderung von 15 Prozent plötzlich nicht mehr so abwegig.
Interessant: Von 2010 bis 2020 stieg die Mitarbeiterzahl in der KEP-Branche um 19,4% auf rund 530.000 Personen. Der Anstieg war mehr als doppelt so stark als in der Gesamtwirtschaft (9,4 %).
Laut Mikrozensus 2021 war fast ein Drittel (31,1 %) der Kernerwerbstätigen bei Post-, Kurier- und Expressdiensten atypisch beschäftigt, das heißt entweder befristet, in Teilzeit mit weniger als 21 Wochenstunden, geringfügig beschäftigt oder in Zeitarbeit.
Quelle: www.destatis.de