Paket nicht bestellt: So erkennen Sie Paketbetrüger

Ein Paketbetrüger bei der Arbeit (Symbolfoto) In letzter Zeit gibt es überdurschnittlich viele Berichte über Paketbetrüger, die sich auf fremde Namen Waren zuschicken lassen. Als Empfänger werden entweder komplett erfundene Namen angegeben oder es werden real existierende Personen verwendet. Häufig wird die Gutmütigkeit von Menschen ausgenutzt, die hilfsbereit für vermeintliche Nachbarn Pakete annehmen.


So funktionieren die Tricks der Paketbetrüger

Person erhält Pakete, obwohl sie nichts bestellt hat
Solche Vorkommnisse schildert beispielsweise die Polizei Wolfsburg. Zwei Seniorinnen erhielten Waren zugeschickt, die an ihre verstorbenen Ehemänner adressiert waren. Es handelte sich unter anderem um Tiernahrung und Autoreifen. Eine Seniorin nahm die Lieferungen zwar an, blieb jedoch misstrauisch. Als am Abend ein Mann bei ihr klingelte und die Pakete abholen wollte, verscheuchte die Seniorin den mutmaßlichen Betrüger mit einem Hinweis auf die Alarmierung der Polizei.


Nachbar nimmt Pakete für Person an, die nichts bestellt hat
Im Sommer 2017 kam es zu einem Vorfall in Berlin, über den die Berliner Morgenpost berichtete. Ein Betrüger hatte im Namen einer fremden Person Bergsteigerbedarf für 3500 Euro bestellt. Der Betrüger wusste wohl, dass die Person tagsüber nicht zu Hause ist und Pakete deshalb bei Nachbarn abgegeben werden.

So kam es dann auch. Der Betrüger fischte die Benachrichtigungskarte aus dem Briefkasten des Betrugsopfers und wollte das Paket damit bei der Nachbarin abholen, die das Paket nur 10 Minuten zuvor angenommen hatte.

Der Nachbarin kam die Sache merkwürdig vor, und sie verlangte den Ausweis des Abholers. Weil er diesen nicht vorzeigen konnte, bot sie an, das Paket gemeinsam zur eigentlichen Empfängerin zu bringen. Doch auf dem Weg dorthin stieß der Abholer die Nachbarin die Treppe hinunter und wollte mit dem Paket fliehen. Die mutige Nachbarin rappelte sich schnell auf und klemmte den Betrüger in der Haustür ein. Er konnte schließlich zwar entkommen, jedoch ohne das Paket.


Paket wird an eine erfundene Person adressiert
Das Höchster Kreisblatt berichtet über den gescheiterten Versuch eines Paketbetrügers, sich online bestellte Ware an eine fremde Adresse liefern zu lassen.

In Lorsbach (Main-Taunus-Kreis) wurde eine betrügerische Onlinebestellung an die Anschrift Jahnstraße 21 adressiert. Der Betrüger nutzte den Namen einer Person, die an dieser Adresse nicht wohnt. Offenbar hoffte der Betrüger, dass DHL das Paket bei einem Nachbarn abgibt.

Die Paketzusteller in Lorsbach wurden durch ihre Chefs und durch die Polizei jedoch vorgewarnt. Sie sollten keine Pakete an vorbeikommende Passanten oder Personen im Treppenhaus aushändigen. Es könnte sich um einen Betrüger handeln, der Pakete auf diese Weise abfangen will. Zusteller dürfen Pakete außerdem nur dann zustellen, wenn Klingelschild und Briefkasten mit dem Empfängernamen beschriftet sind und wenn nach dem Klingeln aus dem Haus heraus geöffnet werden. Dann ist anzunehmen, dass es sich um eine empfangsberechtigte Person handelt.

Im Betrugsfall aus Lorsbach erschien eine Viertelstunde nach dem Zustellversuch der Paketbetrüger bei einem Bewohner in der Jahnstraße 21 und fragte nach dem Paket. Aufgrund des aufmerksamen Paketzustellers und des Bewohners konnte dieser Betrugsfall jedoch vereitelt werden. Das Paket ging retour an den Verkäufer.


Paket landet im Paketshop und wird dort vom Betrüger abgeholt
Paketshops sind ebenfalls ein beliebtes Ziel von Paketbetrügern. Die Masche funktioniert ähnlich wie bei der Lieferung an ahnungslose Nachbarn.

Die Magdeburger Volksstimme hat die Betreiberin eines Hermes-Paketshops interviewt und aufgeschrieben, wie ein Paketshop-Betrug abläuft. Betrüger bestellen Pakete auf den Namen und an die Anschrift einer fremden Person. Dann verfolgen sie online die Lieferung und angeln unmittelbar nach dem erfolglosen Zustellversuch die Benachrichtigungskarte aus den Briefkasten des Betrugsopfers. Mit der Karte plus gefälschten Ausweispapieren versuchen Betrüger anschließend, das im Paketshop hinterlegte Paket abzuholen.

Das Betrugsopfer bekommt von alledem nichts mit sondern schreckt erst auf, wenn plötzlich eine schriftliche Mahnung für die online bestellten und nicht bezahlten Waren eintrifft.

Die von der Volksstimme befragte Paketshop-Inhaberin hat mittlerweile ein gutes Gespür für Betrugsversuche entwickelt. Einmal rief sie einen Empfänger an, der ungewöhnlich weit von ihrem Paketshop entfernt wohnte. Dadurch stellte sich heraus, dass der Kunde gar nichts bestellt hatte und die Lieferung ein Betrugspaket war.

In einem ähnlichen Fall im Main-Taunus-Kreis gelang es der Polizei sogar, einen Paketbetrüger festzunehmen, als er eine ergaunerte Sendung im Paketshop abholen wollte. Der Paketshop-Inhaber kannte nämlich den tatsächlichen Paketempfänger und informierte im Vorfeld die Polizei über den Betrugsverdacht. Quelle: Polizei Westhessen bei Facebook.


Flugblatt der Polizei warnt vor Paketbetrügern

Die Polizei Berlin hat ein Merkblatt veröffentlicht, das Hausbewohner für Anzeichen von Paketbetrug sensibilisiert. Es kann hier unter berlin.de heruntergeladen werden.

Flugblatt gegen Paketbetrug


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