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Hermes Germany: schwache Finanzzahlen


Die Otto-Group hat ihren Bericht für das Geschäftsjahr 2023/24 veröffentlicht, das am 29.02.2024 endete (Quelle: ottogroup.com). Vorstandsvorsitzender Alexander Birken sprach von einer hohen Verunsicherung bei den Konsumenten und Kaufzurückhaltung. Der Gesamtumsatz von Otto ging um 6 Prozent auf 15 Mrd. Euro zurück.

Der Paketdienst Hermes Germany gehört zu 75% der Otto-Group; die anderen 25% dem Finanzinvestor Advent (Paketda berichtete). Der Buchwert des Hermes-Anteils im Otto-Konzern sank gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr von 117 auf nur noch 11 Mio. Euro (- 91%). Das Nettoreinvermögen rauschte sogar ins Negative, nämlich von +114 Mio. Euro auf -23 Mio. Euro.


Die drastische Verschlechterung des Nettovermögens, verursacht durch einen Rückgang der Vermögenswerte um 251 Mio. Euro, zeigt die erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen von Hermes in Deutschland. Es ist denkbar, dass das Hermes-Management dem Beispiel von DPD folgt und einige Restrukturierungen vornimmt, um Kosten einzusparen.

Im Otto-Geschäftsbericht heißt es zum Segment Services (beinhaltet u.a. Hermes):

"Das EBIT des Segments ging im Geschäftsjahr 2023/24 um 71 Mio. Euro auf -82 Mio. Euro zurück. Der Rückgang resultierte unter anderem aus dem Ergebnisbeitrag des Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe in Deutschland (...). Neben den aufgrund von tariflichen Verpflichtungen sowie notwendigen Lohnanpassungen deutlich gestiegenen Personalaufwendungen belastete die Erweiterung und Entwicklung der logistischen Infrastruktur das Ergebnis des Segments Services in niedriger zweistelliger Millionenhöhe (2022/23: in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe)."

Als weitere Begründung für das schlechte Ergebnis nennt Otto "das herausfordernde Marktumfeld mit der Kaufzurückhaltung", welches sich auf die Hermes Gruppe in Deutschland ausgewirkt habe.

Konzernweit herrscht bei Otto zurzeit ein Einstellungsstopp "als relevante Maßnahme zur Ergebnissicherung". Alexander Birken:

"Wir haben uns in der Krise erfolgreich auf die wesentlichen Herausforderungen konzentriert und nicht zuletzt sehr konsequente Portfoliomaßnahmen ergriffen. Im Geschäftsjahr 2024/25 wollen wir eine deutliche Verbesserung im operativen Ergebnis erreichen. Wir rechnen mit einer Steigerung des EBIT auf einen niedrigen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Die Beibehaltung finanzieller Stabilität bleibt auch zukünftig eines unserer wichtigsten Ziele."



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Mindestlohn und Spritkosten belasten Hermes

So berichtete Paketda im Mai 2023

Im Geschäftsbericht 2023 der Otto Group wird die schwierige Geschäftslage bei Hermes erwähnt. Der operative Gewinn (EBIT) des Geschäftsbereichs Services (beinhaltet hauptsächlich Hermes-Aktivitäten), der im vorletzten Geschäftsjahr 160 Mio. Euro betrug, verwandelte sich nun in ein Minus von 11 Mio. Euro.

Zitat aus dem Geschäftsbericht, S. 73f:

Des EBIT des Segments [Services] ging im Geschäftsjahr 2022/23 um 170,6 Mio. EUR, auf -11,0 Mio. EUR zurück. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus den Ergebnisbeiträgen des Paket-Distributionsgeschäfts der Hermes Gruppe in Deutschland und der Minderheitsbeteiligung in Großbritannien, die im Beteiligungsergebnis enthalten sind.

Für das Paket-Distributionsgeschäft gilt ebenfalls die bereits oben beschriebene Abhängigkeit von der Entwicklung der E-Commerce-Umsätze, sodass im Geschäftsjahr 2022/23 ein deutliche Ergebnisbelastung zu verzeichnen war. Neben der deutlichen Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland zum Oktober 2022 und den gestiegenen Kraftstoffkosten belastete die Überarbeitung der Logistikstrategie das Ergebnis des Segments Services in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe (2021/22: in niedriger zweistelliger Millionenhöhe).


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