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Estnische Post Omniva vor Verkauf

© Foto: Omniva
Briefzustellerin von Omniva

Die estnische Regierung plant den Verkauf des staatlichen Postkonzerns Omniva. Die Privatisierung soll über eine öffentliche Auktion erfolgen. Der Start des Verkaufsprozesses ist noch für dieses Jahr vorgesehen, ein Abschluss könnte 2027 erfolgen. Ziel sei es laut Regierung, dem Unternehmen mehr Investitionsmöglichkeiten zu verschaffen und gleichzeitig das wirtschaftliche Risiko für den Staat zu verringern.

Die estnische Regierung betont, dass sich durch einen Eigentümerwechsel nichts am Universaldienst ändern soll. Die Verpflichtung zur flächendeckenden Postversorgung ergebe sich aus gesetzlichen Vorgaben, die auch künftig gelten sollen.

Omniva gehört derzeit vollständig dem estnischen Staat und firmiert rechtlich als AS Eesti Post. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und betreibt Post- und Paketdienste in den baltischen Staaten sowie internationale Logistikgeschäfte.

Die Privatisierungspläne stehen im Zusammenhang mit einem starken Rückgang traditioneller Postdienste. Nach Angaben von Omniva ist das Volumen des Universaldienstes in den letzten fünf Jahren um mehr als 75% gesunken.

2024 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 154,7 Mio. Euro, während der Universaldienst nur noch 7,6 Mio. Euro Umsatz brachte und einen Verlust von 2,1 Mio. Euro erwirtschaftete. Im Gegensatz dazu wächst das Paketgeschäft stark: 2025 transportierte Omniva über 50 Millionen Pakete. Treiber sind insbesondere der E-Commerce und internationale Logistikverkehre.

Omniva plant, die Zahl der Postfilialen in Estland deutlich zu reduzieren. Von derzeit 35 Postfilialen sollen 16 geschlossen werden. Gleichzeitig wird das Netz der Paketautomaten ausgebaut. Statt rund 387 Automaten sollen künftig etwa 600 Paketstationen betrieben werden.

Wie stark sich das Nutzungsverhalten verändert hat, zeigt ein Beispiel aus der Universitätsstadt Tartu: Während die dortigen Postfilialen zusammen durchschnittlich nur rund 70 Pakete pro Tag abwickeln, bearbeiten Paketautomaten in der Stadt etwa 2.300 Pakete täglich.

Der geplante Einstieg privater Investoren ist Teil einer strategischen Neuausrichtung. Die estnische Regierung sieht Omniva heute weniger als klassischen Postbetreiber, sondern zunehmend als internationalen Logistik- und E-Commerce-Dienstleister. Private Investoren können nach Einschätzung der Regierung schneller Kapital für Expansion und Digitalisierung bereitstellen.

Omniva spielt auch in der Region eine wachsende Rolle. In Litauen etwa prüft die Regulierungsbehörde, ob der estnische Konzern künftig ebenfalls den litauischen Universaldienst übernehmen könnte (Paketda berichtete).


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