Ab sofort Sendungsverfolgung für Stempel aus Frankiermaschinen


Geschäftskunden der Deutschen Post können ab sofort Sendungen verfolgen, die per Frankiermaschine freigemacht wurden. Im Matrixcode des Freimachungsvermerks sind Sendungsnummer und Kundennummer des Absenders enthalten.

Sobald ein Brief ein Sortierzentrum der Post durchläuft, erscheint die Sendungsnummer im Geschäftskundenportal der Deutschen Post. Dort kann sich der Absender einloggen und sieht eine Sendungsübersicht. Zu jeder Sendung erscheinen außerdem Name und Adresse des Empfängers. Diese Daten werden von der Post vom Briefumschlag abgescannt und mit der Sendungsnummer verknüpft.

Mit der Post&DHL-App können die Matrixcodes aus Frankiermaschinen nicht gescannt werden. Die Sendungsverfolgung ist ausschließlich dem Absender vorbehalten. Sofern eine Frankiermaschine von mehreren Leuten benutzt wird, z.B. in einer Bürogemeinschaft, ist "zur Wahrung des Postgeheimnisses" ebenfalls keine Sendungsverfolgung möglich.

Das Tracking funktioniert nur bei maschinell sortierbaren Briefen. Eigenen Angaben zufolge arbeitet die Deutsche Post daran, "auch nicht automationsfähige Sendungen zukünftig anzeigen zu können".

Detaillierte Infos: hier auf deutschepost.de.



So berichtete Paketda im März 2022

Größere Firmen verwenden häufig Frankiermaschinen, die einen Matrixcode auf den Briefumschlag drucken. Im Gegensatz zu Internetmarken ist mit maschinellen Frankiervermerken keine Sendungsverfolgung möglich. Die Deutsche Post verbietet sogar das Einscannen solcher Matrixcodes mit Apps wie z.B. PMC-Decoder.

Vielleicht ändert sich das bald, so dass auch Frankiermaschinen verfolgbare Matrixcodes produzieren können. Ein entsprechendes Gedankenspiel wurde im Magazin der Bundesnetzagentur veröffentlicht (hier als PDF). Ab Seite 24 erklärt Mario Lamoratta, Leiter der Postabteilung bei der Bundesnetzagentur, sein Aufgabengebiet. Im Interview heißt es:

Frage: "Sie kümmern sich als Bundesnetzagentur auch um die Standardisierung im digitalisierten Postmarkt. Was genau kann man sich darunter vorstellen?"

Lamoratta: "Einmal angenommen, die Deutsche Post würde das Frankierlayout ändern, um eine Sendungsverfolgung von Briefen anbieten zu können - und damit Prozesse im Unternehmen zunehmend zu digitalisieren. Dann müssten alle anderen Unternehmen, die als Kunden oder Wettbewerber auf das Zustellnetz der Deutschen Post angewiesen sind, bestimmte Standards erfüllen.

Einen solchen Prozess begleiten wir natürlich mit. Wir sind im Gespräch und müssen auch im Vorfeld mit den Marktteilnehmern agieren, um herauszufinden, wo deren Sorgen sind. Gleichzeitig stehen wir in Kontakt mit der Deutschen Post, um möglicherweise rechtzeitig einwirken zu können und vorzugeben, welche Verbesserungen bei der Umsetzung vorzunehmen sind oder welche Bedingungen als diskriminierend angesehen werden. Für uns ist es aus Regulierungssicht immer wichtig, dass Neuerungen frühzeitig am Markt kommuniziert werden."


Der Fachbegriff "Frankierlayout" wird nur in Zusammenhang mit Frankiermaschinen verwendet. Lamorattas Aussage ist also eindeutig darauf bezogen.

Die Schilderungen des Abteilungsleiters klingen glaubwürdig und realitätsnah. Zwar hat er nicht bestätigt, dass Matrixcodes aus Frankiermaschinen tatsächlich eine Sendungsverfolgung bekommen werden, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch.

Im Magazin der Bundesnetzagentur heißt es, dass 92% aller Briefsendungen bei der Deutschen Post von Geschäftskunden stammen. Daran lässt sich das enorme Potenzial erkennen, das die Integration einer Sendungsverfolgung in Frankierlayouts von Frankiermaschinen hätte.


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