Seit September 2024 nutzt die Deutsche Post ein neues Label für Sendungen mit Nachporto. Zusteller müssen den Matrixcode scannen. Dadurch soll die Erhebung von Nachporto zuverlässiger werden.
Das neue Label ähnelt einer gewöhnlichen Internetmarke und trägt die Großbuchstaben NE für Nachentgelt. Außerdem wurde das charakteristische blaue Dreieck beibehalten, mit dem die Deutsche Post schon früher Nachentgelt-Sendungen gekennzeichnet hat.
Die neuen NE-Label mit Matrixcode werden im Briefzentrum aufgeklebt, sofern dort eine unzureichende Frankierung erkannt wird. Die Label sollen angeblich intern für die Post verfolgbar sein, damit Zusteller das Nachentgelt wirklich erheben. Es kam früher nämlich regelmäßig vor, dass Nachentgelt-Sendungen unberechtigterweise kostenlos per Briefkasten-Einwurf zugestellt werden, wodurch der Deutschen Post Einnahmen entgingen.
Seit 2021 verfolgt die Deutsche Post das Ziel, die Erhebung von Nachentgelt zu verbessern. Damals wurden die handschriftlich per "Blaustift" vermerkten Nachporto-Hinweise durch ein großes Label mit blauem Dreieck ersetzt. Das auffällige Symbol sollte von Zustellern nicht so leicht übersehen werden wie Blaustift-Vermerke.
Klassisches Nachentgelt mit Blaustift auf dem Briefumschlag vermerkt.
Neue Nachentgelt-Aufkleber mit blauem Dreieck
So berichtete Paketda im November 2021
Die Deutsche Post führt ein neues Label ein, das auf unzureichend frankierte Briefsendungen geklebt wird. Der Nachentgelt-Aufkleber soll den sogenannten Blaustift ersetzen, mit dem bislang das einzuziehende Nachentgelt auf Briefen vermerkt wurde.
Die Aufkleber mit dem blauen Dreieck sind aufmerksamkeitsstärker als handschriftliche Blaustift-Vermerke. Zusteller können das Kassieren des Nachentgelts nicht mehr so leicht übersehen.
Aus Paketda vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass jeder Nachentgelt-Aufkleber eine individuelle Sendungsnummer hat. Sie dient hauptsächlich zu Abrechnungszwecken, kann aber auch zur teilweisen Sendungsverfolgung genutzt werden.
Normalerweise schickt die Deutsche Post unzureichend frankierte Briefe an den Absender zurück (mit gelbem Aufkleber). Befindet sich kein Absender auf dem Umschlag, wird hingegen versucht, das Nachporto beim Empfänger zu kassieren.
Die Nachentgelt-Aufkleber werden direkt im Briefzentrum aufgeklebt. Falls eine Unterfrankierung nicht im Briefzentrum bemerkt wird, sondern erst vom Zusteller in der Zielregion, wird weiterhin der Blaustift verwendet.
Hinweis: Hat die Deutsche Post einen Brief mit Nachentgelt-Aufkleber in Ihren Briefkasten eingeworfen, ohne das Geld zu kassieren, brauchen Sie nachträglich nichts bezahlen und sich auch nirgendwo melden. Es handelt sich um einen Irrtum, der keinem auffällt. Zumindest sind uns bei Paketda keine derartigen Fälle bekannt.
Altes Nachentgelt-Label, das von 2021 bis August 2024 verwendet wurde.
Achtung: Strafgebühr
Zusätzlich zum fehlenden Porto verlangt die Deutsche Post vom Empfänger ein Einziehungsentgelt. Man kann es als Strafporto ansehen, mit dem der höhere Bearbeitungsaufwand abgegolten wird.
Das Einziehungsentgelt beträgt ...
- für Postkarten, Standard- und Kompaktbriefe: 70 Cent
- für Groß- und Maxibriefe, BüWa: 2 Euro
Preisangaben Stand 2024. Quelle: www.deutschepost.de/preise (PDF)
Empfänger sind übrigens nicht verpflichtet, Sendungen mit Nachentgelt anzunehmen. Bei einer Annahmeverweigerung werden Briefe ohne Absender zum Servicecenter Briefermittlung gebracht. Kann kein Absender ermittelt werden, oder verweigert der Absender die Annahme, wird die Sendung vernichtet oder versteigert.