MDR-Bericht über DHL am Flughafen Leipzig

In einer zweiteiligen Reportage berichtet der MDR über den Flughafen Leipzig-Halle (hier auf mdr. abrufbar). DHL spielt in dem Bericht eine große Rolle, weil DHL in Leipzig mittlerweile sein größtes Drehkreuz für Luftfracht in Europa betreibt. Früher war Brüssel der zentrale Umschlagpunkt für DHL-Luftfracht.

Bei Minute 11:50 in der MDR-Reportage begleitet das Filmteam einen DHL-Flug von Leipzig über Brüssel nach Lagos in Nigeria. Von dort wird die für ganz Afrika bestimmte Fracht weiterverteilt.

Ground-Operations-Manager Nico Tenius überwacht die Be- und Entladung, bei der das Flugzeug stets in Balance gehalten werden muss. Tenius erklärt:

"Ich muss den Flieger zuerst hinten unten leermachen, da hole ich mal sechs, sieben Tonnen raus oder zehn. Jetzt wird der Flieger vorne zur Nase hin schwerer. Genau das will ich erreichen, ich will immer Ballast vorne haben, um zu vermeiden, dass er nach hinten kommt. Und dann lade ich das Maindeck aus. Und erst wenn ich da oben fertig bin, hole ich den Rest unten vorne raus." (Minute 25:50 im Video).

Tenius arbeitet schon seit der Wende bei DHL; anfangs als Kurier in Berlin. 1991 hatte er einen besonderen Auftrag zu erledigen und sollte eine in Chile von Margot Honecker aufgegebene Sendung an Erich Honecker in der JVA Moabit ausliefern. Er durfte die Sendung allerdings nicht persönlich übergeben sondern nur in der Poststelle der JVA hinterlegen. Im Video bei Minute 15:20 wird der Frachtbrief der Sendung gezeigt.

Den Rückflug von Lagos über Brüssel nach Leipzig sieht man im Video bei 16:20 und 23:50 und 28:20.

Zum Schluss des Berichts kommt DHL-Leipzig-Chef Markus Otto zu Wort (bei 37:20 und 41:30). Er begann einst mit einem Schülerpraktikum als Kurier bei DHL in Köln. Heute ist er Chef der Deutsche-Post-Tochtergesellschaft European Air Transport Leipzig. Im MDR-Interview erklärt Otto selbstkritisch:

"Wir haben uns hier in den letzten 10 Jahren stark um uns selbst gekümmert. Waren in unserer eigenen Blase, hatten viel mit uns selbst zu tun, haben auch gar nicht so viel investiert, um unsere Nachbarschaft mitzunehmen, die Region mitzunehmen, zu erklären, was passiert. Jetzt wollen wir plötzlich expandieren, jetzt ist jeder wieder bisschen überrascht. Mit dieser Erweiterung gehen Befürchtungen in der Region, in der direkten Nachbarschaft, einher, was die Belastung des Nachtflug angeht."

Otto sagt weiter, er könne die Bedenken sehr gut nachvollziehen und DHL bemühe sich darum, den betroffenen Gemeinden und Anwohnern die Ausbaupläne seines Unternehmens zu erklären und die Lärmbelastung durch modernere Flugzeuge zu reduzieren. Über den Ausbau des Flughafens berichtet ausführlich www.freiepresse.de. Laut Zeitungsbericht soll ein neues Vorfeld gebaut werden mit Platz für 36 weitere Flugzeuge.

Den ersten Teil des Berichts mit zusätzlichen Eindrücken von DHL-Frachtflügen gibt es hier in der MDR-Mediathek.


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