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PostNL will nicht mehr / Österreichische Kryptomarken / USA behalten Abgaben ein

© Foto: USPS
Symbolbild: Pakete bei der amerikanischen Post

PostNL will Universaldienst nicht mehr erbringen

PostNL will nicht länger den Universaldienst in den Niederlanden erbringen. Universaldienst bezeichnet die Verpflichtung, flächendeckend Postdienstleistungen anzubieten, auch in unwirtschaftlichen Regionen.

PostNL hat den Wirtschaftsminister Anfang September offiziell aufgefordert, die gesetzliche Verpflichtung aufzuheben. Begründet wird der Schritt mit strukturellen Verlusten durch den Rückgang des Briefvolumens sowie dem Fehlen staatlicher Zuschüsse: Ein Antrag auf 30 Mio. Euro Zuschuss für 2025 wurde abgelehnt, ebenso ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht. PostNL-CEO Pim Berendsen betont, dass keine weiteren Einsparungen möglich seien und der bestehende Rechtsrahmen den Bedürfnissen der Gesellschaft nicht mehr entspreche. Nun liegt es am Minister, binnen zwei Monaten über den Antrag zu entscheiden.

Am 17.09.2025 präsentierte PostNL eine Zukunftsstrategie. Das Unternehmen will sich im internationalen E-Commerce stärker aufstellen. National fließen jährlich 150 Mio. Euro in neue Paketautomaten. Ab 2026 sollen pro Jahr 600 neue Automaten aufgestellt werden. Aktuell gibt es 1.800 Standorte, und bis Ende 2028 sollen es 3.600 sein. Zudem startet in Zusammenarbeit mit Onlineshops das Pilotprojekt "Lieferung am besten Tag", um Lastspitzen zu verringern (Paketda berichtete).

Quellen: postnl.nl | postnl.nl



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Österreichische Post gewinnt neues Partnerland für Kryptomarken

Die Österreichische Post baut ihre Vorreiterrolle im Bereich Kryptobriefmarken weiter aus. Mit der portugiesischen CTT-Post ist ein weiteres Land bzw. Unternehmen dem von der Österreichischen Post erfundenen Kryptomarken-System beigetreten. Gemeinsam mit bestehenden Postpartnern aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden erschien am 18.09.2025 eine neue Markenserie rund um die Götter der griechischen Mythologie (cryptostamp.com).

Während Kryptobriefmarken in Ländern wie Deutschland oder Frankreich wenig Resonanz finden, hat die Österreichische Post offenbar ein Erfolgsmodell gefunden: bildstarke Motive, streng limitierte (geringe) Auflagen und digitale Features wie Bestenlisten oder Badges sorgen für Nachfrage bei Sammlern.

Wie sich am Beispiel CTT Portugal zeigt, schließen sich immer mehr Postgesellschaften dem Modell der Österreichischen Post an. Das konkurrierende Kryptomarken-System von Royal Joh. Enschede namens ciphers.me kann da nicht mithalten.



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USA erstatten Einfuhrabgaben nicht zurück

Seit dem 29. August 2025 sind alle internationalen Postsendungen in die USA zollpflichtig. Die bisherige Freigrenze von 800 US-Dollar wurde abgeschafft.

Neu: Die Postgesellschaften der Absenderländer müssen die Einfuhrabgaben bereits im Voraus berechnen und von den Absendern einziehen (sog. DDP). Die amerikanische Post USPS kassiert von den Empfänger keine Einfuhrabgaben.

Besonders brisant: Eine Rückerstattung der gezahlten Abgaben ist ausgeschlossen. Wie der Weltpostverein in einem FAQ (siehe unten) bestätigt, bleiben Zölle und Steuern auch dann bei der US-Zollbehörde (CBP), wenn eine Sendung unzustellbar ist und an den Absender zurückgeht. Damit tragen Absender das volle Kostenrisiko, sobald ein Paket in den USA verzollt wurde.

Darüber hinaus kann CBP im Zweifelsfall zusätzliche Unterlagen zu kontrollierten Paketen anfordern, etwa Rechnungen und Zahlungsbelege. Diese Nachweise werden nicht vom Empfänger angefordert (wie es z.B. in Deutschland üblich ist), sondern von den Postgesellschaften in den Absenderländern oder deren beauftragten Import-Dienstleistern.

Der internationale Postverkehr mit Handelswaren in Standardpaketen in Richtung USA ist durch die neuen Regeln nahezu zum Erliegen gekommen. Weltweit müssen Postgesellschaften erst komplexe Prozesse entwickeln, um die US-Abgaben korrekt vorab berechnen und einziehen zu können. Erst wenn diese Systeme stehen, dürfte der Versand mit Standardpaketen in die USA wieder anlaufen.

Das DDP-Verfahren wurde bereits von Postgesellschaften in folgenden Ländern implementiert: Vereinigtes Königreich, Australien, Kanada, Cayman Inseln, Ukraine.

Auszug aus den FAQ des Weltpostvereins


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