Sendungsverfolgung Menü

Schon wieder: Zusteller hortete drei Jahre lang Post!

Fahrräder von Postzustellern
Erneut hortete ein Zusteller unbemerkt über Jahre hinweg Briefe, anstatt sie zuzustellen. Im Februar 2024 wurde ein 28-Jähriger aus dem Landkreis Sigmaringen (Baden-Württemberg) zufällig überführt, weil ein Hausmeister zwei Säcke frankierter Post im Kellerflur des Beschuldigten fand. Ob es sich um Sendungen der Deutschen Post oder eines privaten Briefdienstes handelt, wurde nicht bekanntgegeben.

Die Polizei durchsuchte sofort die Wohnung des Postmitarbeiters und stellte ungefähr 2.400 Sendungen sicher. Weil keine Briefe geöffnet waren, hat der Zusteller wohl nicht mit Diebstahlabsicht gehandelt, sondern aus Überforderung Sendungen nicht ausgeliefert.

Zwei Monate später, nach Abschluss der Ermittlungen, gab die Polizei die Sendungen an den Postdienstleister zurück, der sie schließlich an die Adressaten auslieferte.

Quelle: Polizei Ravensburg | Update vom 19.04.2024





Wenn Zusteller Briefe klauen, horten, entsorgen ...

Angesichts zahlreicher Fälle absichtlich nicht zugestellter Postsendungen sammeln wir die entsprechenden Medienberichte.

  • Dezember 2023, Oldenburg: 400 Briefe bei Citipost-Mitarbeiter gefunden. Quelle: Polizei
  • Januar 2024, Heusenstamm: Mehr als 1000 Briefe wurden in ungenutzte Briefkästen eingeworfen. Quelle: op-online.de
  • Januar 2024, Landkreis Sömmerda: Fast 100 Briefe in Mülltonne entsorgt, Quelle: Polizei
  • Februar 2024, Landkreis Schwandorf: Diebischer Postbote von Kollegen in die Falle gelockt. Quelle: br.de
  • Februar 2024, Schwerin: Mitarbeiterin eines privaten Zustelldienstes hortete 2 Jahre lang über 1.000 Briefe und Pakete. Quelle: Polizei


Anzeige


Zusteller stellte 4 Jahre lang 30.000 Briefe nicht zu

So berichtete Paketda im Januar 2024

Seit Oktober 2023 gibt es monatlich Meldungen über Zusteller, die Briefe horten oder entsorgen, anstatt sie zuzustellen. Der neueste Fall stellt einen Tiefpunkt dar: Ein Zusteller der Deutschen Post aus Papenburg (Niedersachsen) hat 4 Jahre lang ungefähr 30.000 Briefe und Zeitschriften in seinem Haus gelagert. Die Sendungen stapelten sich angeblich meterhoch.

Laut Bild-Zeitung hat der Zusteller psychische Probleme und betrachtete den Auslieferungsvorgang gedanklich als abgeschlossen. Er soll erleichtert gewesen sein, als die Sache nun durch einen anonymen Hinweis aufflog. Laut noz.de wurde der Zusteller im Rahmen eines Aufhebungsvertrags entlassen.

In einem ersten Statement formulierte eine Pressesprecherin der Deutschen Post etwas unglücklich, dass man sich für die "Verzögerung" entschuldige und den Vorfall bedauere. Sie erklärte nicht, warum die Massen-Unterschlagung der Deutschen Post nicht früher und nicht intern aufgefallen ist.

Während der 4 Jahre werden sich bestimmt mehrere Kunden aus Papenburg über vermisste Sendungen bei der Deutschen Post beschwert haben. Diesen Beschwerden wurde offenbar nicht konsequent nachgegangen. Einen ähnlichen Fall gab es 2018 / 2019 in Berlin. Ein Kunde warnte die Post frühzeitig vor Briefverlusten, doch die Täterbande wurde erst ein Jahr später hochgenommen (Paketda berichtete).

Bei LinkedIn schreibt Karsten Klebe, Dialogmarketing-Spezialist bei der Deutschen Post, zum Thema Kundenbeschwerden, dass "jeder verschwundene Brief oder jedes nicht zugestellte Paket einer/eines zu viel" sei und das "eigentlich nicht passieren" sollte. Gleichzeitig mahnt er, das Verhältnis zu wahren. Die Kundenbeschwerden würden sich im Verhältnis zur gesamten Briefmenge im "Mikro-Promille-Anteil" bewegen. ? Das führt aber hoffentlich nicht dazu, dass mit Beschwerden lax umgegangen wird.

Quellen: bild.de | noz.de





Südwestpfalz: Postbote hat 10.000 Briefe nicht zugestellt

So berichtete Paketda am 27.12.2023


Ein 29-jähriger Postzusteller aus Dahn, Landkreis Südwestpfalz, soll laut Bild.de ungefähr 10.000 Sendungen nicht zugestellt, sondern bei sich zu Hause gehortet haben. In einer Pressemitteilung sagte die Polizei nicht, welcher Zustelldienst betroffen ist, aber auf dem Foto sind gelbe Kisten der Deutschen Post erkennbar.

Aufgeflogen ist der Skandal eher zufällig. Der Zusteller geriet ins Visier der Polizei, weil er Mitte Dezember ohne Führerschein mit dem Auto unterwegs war. Bei der Fahrzeugkontrolle stand der Mann unter Drogen. Die Polizisten fanden bei ihm eine geringe Menge Amphetamin.

Im Anschluss beantragte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Mannes. Dort wurden weitere Drogen (Marihuana, Haschisch) gefunden und etliche Postkisten. Die Polizei schätzte die Kisten auf eine hohe, zweistellige Zahl. Die überwiegend ungeöffneten Postsendungen wurden sichergestellt. Eine Zustellung an die Empfänger erfolgt laut Bild.de erst nach Freigabe durch die Staatsanwaltschaft und polizeilicher Registrierung aller Briefe.

Der Arbeitgeber des Zustellers muss sich die Frage gefallen lassen, weshalb 10.000 fehlende Sendungen und dadurch verursachte Kundenbeschwerden nicht früher zur Enttarnung des Zustellers führten.

Nachtrag vom 1. Januar 2024: Gegenüber rheinpfalz.de hat Deutsche Post DHL zugegeben, dass es sich um ihre Sendungen bzw. ihren Zusteller handelt. Der Pressesprecher lieferte keine plausible Erklärung für eine Unterschlagung von Postsendungen in derart hohem Ausmaß.





2023: Bayrische Zusteller entsorgten Briefe

Im Oktober und November 2023 gab es jeweils einen Vorfall in Bayreuth und München. Dort sollen Zusteller 400 bzw. 1.000 Sendungen einfach entsorgt haben - vermutlich aus Überforderung.

Weil die Briefe in öffentliche Mülleimer und Altkleidercontainer geworfen wurden, bemerkten Bürger die Vorfälle und informierten die Polizei. So konnten die Sendungen sichergestellt und doch noch zugestellt werden.

Quellen: np-coburg.de | www.br.de


  Zuletzt aktualisiert am   |   Autor:
Anzeige

Paketda-News kostenlos abonnieren bei Whatsapp, Telegram oder Instagram.