Beschwerderekord bei Bundesnetzagentur / Diebesbande in Berlin: Kunde warnte Post 1 Jahr im Voraus

Bundesnetzagentur Gebäude

Bundesnetzagentur erhält 2019 so viele Beschwerden wie nie zuvor

Die Bundesnetzagentur hat die bis Ende Dezember 2019 eingegangenen Beschwerden von Post- und Paketkunden ausgewertet. 18.209 Beschwerden sind ein neues Rekordhoch. Gegenüber dem Vorjahr (12.615 Beschwerden in 2018) beträgt die Steigerung 44 Prozent.

Die Bundesnetzagentur nimmt Beschwerden für alle Brief- und Paketdienste entgegen; also nicht nur für Deutsche Post DHL. Trotzdem betrifft der größte Teil der Beschwerden erfahrungsgemäß den gelben Marktführer. Details wird die Bundesnetzagentur wahrscheinlich im Mai 2020 bekanntgeben, wenn der detaillierte Jahresbericht 2019 veröffentlicht wird.

Der Bonner Postkonzern relativiert die Beschwerdezahlen mit den Argumenten, dass die intern gemessenen Beschwerden rückläufig seien und die behördlichen Beschwerden ohnehin nur einen verschwindend geringen Anteil an der gesamten Beförderungsmenge ausmachten.

Laut Bundesnetzagentur beschwerten sich 55% der Verbraucher über Probleme bei der Briefzustellung. 34% entfielen auf den Paketbereich. Bei den Anträgen auf ein Schlichtungsverfahren (insgesamt 1.398 bis Mitte Dezember) entfielen 75% auf den Paketbereich. Häufigste Ursachen für Schlichtungsverfahren sind verlorene und beschädigte Pakete.

Quellen: www.n-tv.de (Dez. 2019) | rheinische-anzeigenblaetter.de (Jan. 2020)



Briefdiebe in Berlin: Kunde warnte die Post schon 2018

Im September 2019 wurden vier Postdiebe verhaftet, die Briefe auf Transportfahrten zum Briefzentrum Berlin-Schönefeld gestohlen haben sollen (Paketda berichtete). Beim ZDF-Magazin "WISO" meldete sich nun ein Kunde, der die Deutsche Post schon 2018 auf entsprechende Briefverluste in Berlin hinwies.

Die Deutsche Post behauptet gegenüber dem ZDF-Magazin, dass die Beschwerden intern ernst genommen worden seien. Postkunde Karl-Heinz Stühmer aus Frankfurt / Oder sieht das anders. Er verschickt regelmäßig Standardbriefe an eBay-Kunden in ganz Deutschland. Etliche davon kamen nicht an und Nachforschungen verliefen ergebnislos.

Um die Verlustorte herauszufinden, verschickte Stühmer verschiedene Sendungsarten aus unterschiedlichen Bundesländern. Seine Statistiken zeigten schon im Februar 2018, dass Briefe in bestimmten PLZ-Gebieten besonders oft verloren gehen. Er setzte die Post darüber in Kenntnis und bekam erst nach dem dritten Beschwerdebrief im August 2018 die Antwort, dass die "örtlichen Security-Spezialisten informiert" worden seien.

Doch die Briefverluste gingen immer weiter. Im Dezember 2018 wandte sich Stühmer an die Märkische Oderzeitung. Damals erklärte ein Pressesprecher der Post, "umfangreiche Prüfungen" würden noch laufen. In Wirklichkeit kann man wohl annehmen, dass die Post im Jahr 2018 keinen Schimmer von einer Diebesbande am Briefzentrum Schönefeld hatte. Der Pressesprecher lenkte den Verdacht sogar auf eine Bande polnischer Postdiebe im Raum Chemnitz. Die war aber schon im Februar 2018 aufgeflogen und konnte deshalb für weitere Diebstähle gar nicht verantwortlich sein.

Quellen: www.zdf.de | www.moz.de | www.freiepresse.de


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