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Klamme Finanzen: Ausgabensperre bei polnischer Post


Poczta Polska hat im Jahr 2023 einen Verlust in Höhe von 787 Mio. Zloty (ca. 180 Mio. Euro) erwirtschaftet. Der Vorstand hat dem Unternehmen infolgedessen eine Ausgabensperre auferlegt.

Vorerst tätigt die polnische Post nur noch Ausgaben, die zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs notwendig sind. Es gibt keine Gehaltserhöhungen mehr, keine Neueinstellungen von Mitarbeitern und keine Investitionen.

Die Zeitung Rzeczpospolita berichtet, dass die Ausgabensperre eigentlich nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Bereits im Dezember 2023 hatte ein Ex-Chef von Poczta Polska gewarnt, dass das Unternehmen kurz der Pleite stünde.

Ein Szenario zur Rettung der polnischen Post könnte eine Aufspaltung des Brief- und Paketgeschäfts sein. Die Paketsparte könnte laut Rzeczpospolita mit Orlen Paczka zusammengelegt werden. Orlen ist ein Energiekonzern (betreibt in Deutschland u.a. "star"-Tankstellen), der in Polen mit 14.000 Paketshops und Paketautomaten vertreten ist.



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Ex-Chef rechnet vor: Polnische Post vielleicht bald insolvent

So berichtete Paketda im Dezember 2023


Der ehemalige Chef der polnischen Post, Przemyslaw Sypniewski, hat sich kritisch über seinen früheren Arbeitgeber geäußert. Angeblich drohe dem Unternehmen die Insolvenz. Das berichtet Rzeczpospolita, die laut Wikipedia "zweitgrößte seriöse überregionale Tageszeitung in Polen".

Eine Studie von Sypniewski und Recherchen der Zeitung sollen ergeben haben, dass die polnische Post in diesem Jahr wahrscheinlich einen Verlust zwischen 161 Mio. und 203 Mio. Euro erwirtschaftet (umgerechnet aus Zloty). Problematisch: Poczta Polska soll lediglich über 314 Mio. Euro Kapital verfügen, so dass das Geld knapp werden könnte.

Ursache seien laut Sypniewski strategische Fehler in der Vergangenheit. Während seiner Zeit als Postchef (2016-2020) wuchs beispielsweise Konkurrent InPost zu enormer Größe heran (Paketda berichtete). Sypniewski hält es für ein Wunder, dass Poczta Polska überhaupt solange überlebt hat. Es sei wahrscheinlich das letzte große Unternehmen aus der kommunistischen Zeit.

Nachtrag vom 09. Januar 2024: Mitarbeiter von Poczta Polska haben einen Brandbrief verfasst, weil sie befürchten, im Februar kein Gehalt mehr ausgezahlt zu bekommen. Außerdem gibt es Vorwürfe, dass Poczta Polska weniger als den Mindestlohn auszahlen will. Quelle: wiadomoscihandlowe.pl




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