Kundin erhält Strafanzeige vom DPD-Zusteller / Polizei fahndet nach fluchendem Zusteller / Weltpostverein-Audits


DPD-Zusteller zeigt Kundin wegen Betrugs an

Bild.de hat sich für eine Kundin eingesetzt, der mehrere abgestellte DPD-Pakete vor ihrer Haustür gestohlen wurden. Das geschah, weil DPD die Pakete nicht wie vereinbart hinter dem Haus abstellte, sondern öffentlich einsehbar vor dem Haus.

Die Kundin konnte die Falschabstellung beweisen, da zufällig ein Bekannter die Kartons vor ihrer Tür fotografierte. Weil die Pakete in den Niederlanden abgeschickt wurden, schoben sich DPD Deutschland und DPD Niederlande vermutlich gegenseitig die Verantwortung zu. Bewegung kam erst in die Sache, als sich Bild.de einmischte. DPD Deutschland wies daraufhin DPD NL an, 1.500 Euro Schadenersatz an den Absender zu zahlen.

Kurze Zeit später fand die Kundin eine böse Nachricht des DPD-Zustellers im Briefkasten. Er kündigte an, 1.500 Euro an DPD zahlen zu müssen und die Kundin wegen Betrugs anzuzeigen. Dass Zusteller in solchen Fällen Druck auf Empfänger ausüben, kommt regelmäßig vor. Bekannte Repressalien sind Umleitungen an Paketshops, absichtliche Rücksendungen, "Hausbesuche" mit Formularen zur nachträglichen Empfangsbestätigung oder sogar Strafanzeigen. Letzteres schilderte vor zwei Monaten auch ein Kunde im Paketda-Forum.

DPD bestätigte der Bild-Zeitung übrigens, dass Subunternehmer Schäden ersetzen müssen, sofern im Einzelfall ein Verschulden des Subunternehmers bzw. Zustellers nachgewiesen werden kann. DPD sagte, der Zusteller werde nachgeschult.



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Polizei ermittelt: Zusteller flucht übers Treppensteigen

Am Donnerstag vergangener Woche fahndete die Polizei in Gerolstein nach einem Paketzusteller, der sich darüber aufregte, mehrere Treppen zum Anwesen eines Kunden hinaufsteigen zu müssen. Die Situation gipfelte darin, dass der 20-jährige Zusteller den 29-jährigen Paketempfänger verbal anging und beleidigte.

Der Kunde verständigte daraufhin die Polizei, die sofort eine Fahndung einleitete. Der Zusteller wurde im Stadtgebiet von Gerolstein festgestellt. Es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Quelle: Polizeimeldung



Weltpostverein hat Probleme im Personalbereich

Der Weltpostverein veröffentlicht jährlich einen Internal Audit Report. Darin erteilt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO dem Weltpostverein Verbesserungsvorschläge.

Im Audit-Report 2022 ist die Rede von Personalstreitigkeiten, die in Gerichtsverfahren mündeten und dem Weltpostverein hohe Kosten bescherten. "Wir stellen fest, dass in den letzten zehn Jahren relativ hohe Beträge für Abfindungen sowie durch Gerichtsurteile gezahlt worden sind", schreibt BDO. Aufgrund eines schlechten Informationsaustausches und unzureichender Dokumentation war der Weltpostverein nicht in der Lage, sich vor Gericht erfolgreich zu verteidigen. BDO bemängelt, dass detaillierte Mitarbeiterakten fehlen, und dass die Beziehungen zwischen Direktion, Führungskräften und Mitarbeitern verbessert werden sollten.

Auch interessant: Im Audit-Report 2021 wird festgestellt, dass die Einnahmen des Weltpostvereins "nicht alle Forderungen der Mitgliedsländer und die Verbindlichkeiten der Mitarbeiter" abdecken. BDO empfiehlt neue Einnahmequellen, indem kostenpflichtige Dienstleistungen angeboten werden - nicht nur den Mitgliedsländern, sondern auch anderen Marktteilnehmern.


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