BNetzA überwacht Tourabbrüche / RFID-Label bei UPS / Brieflaufzeiten / Adressbroker


Bundesnetzagentur verlangt Berichte über Tourabbrüche von Deutscher Post

Vor einigen Tagen hat die Bundesnetzagentur den ausführlichen Beschluss zur Genehmigung des Briefportos 2022 bis 2024 veröffentlicht (hier als PDF). Auf Seite 8 ist zu lesen, dass die Deutsche Post AG quartalsweise die Brieflaufzeiten, Anzahl Filialen, Anzahl Briefkästen, Anzahl Zustelltouren und Tourabbrüche vorlegen muss.

Anhand dieser Daten will die Bundesnetzagentur beobachten, ob die Post durch die Einschränkung von "Leistungsparametern ... möglicherweise Kostenreduzierungen erreicht". Steigt das Porto und sinkt das Leistungsangebot, könnte es sich um einen verdeckten Preisaufschlag für uns Kunden handeln. Von 2020 auf 2021 sank beispielsweise die Zahl der Briefkästen in Deutschland von 109.500 auf 108.600.



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UPS setzt großflächig RFID-Funklabel ein

In den USA sollen UPS-Zusteller von manuellen Scans entlastet werden. In 100 Depots werden noch in diesem Jahr Paketaufkleber mit RFID-Chip eingesetzt (Quelle). Dadurch sollen 20 Millionen manuelle Scans eingespart werden und Zusteller produktiver arbeiten. Beispielsweise entfallen die manuellen Beladescans. Außerdem erhalten Zusteller eine Warnung, wenn ein Paket ins falsche Fahrzeug eingeladen wird.

Von dieser Technologie war bei UPS erstmals 2017 die Rede (Quelle). In einem Video aus 2019 war auch bei UPS Deutschland die Rede von "Smart Scanning". Damit könnte aber evtl. etwas anderes gemeint sein, denn RFID-Label hat hierzulande noch niemand bei UPS entdeckt.

Die Deutsche Post vermarktete RFID-Label versuchsweise als "Ländernachweis" (Paketda berichtete). Oftmals erzeugten die Label überhaupt keine Scans. Das klappt bei UPS hoffentlich zuverlässiger.



Bundesregierung will wohl längere Brieflaufzeiten erlauben

Laut faz.net will die Bundesregierung im Rahmen ihres "Klimaschutzprogramms 2022" längere Brieflaufzeiten erlauben. Die Vorgabe, dass 80% aller Briefe einen Tag nach dem Absenden zugestellt werden müssen, soll entfallen oder abgesenkt werden. Weil der FAZ-Artikel bezahlpflichtig ist, sind Details nicht einsehbar.

Hintergrund der längeren Laufzeiten ist der Verzicht auf innerdeutsche Flüge. Sofern alle Briefe auf der Straße transportiert werden, kann die Post das 80%-Ziel nicht einhalten. Vor allem Briefe von Nord- nach Süddeutschland und umgekehrt wären betroffen.



Handel mit Postadressen soll eingeschränkt werden

Tagesschau.de berichtet, dass für postalische Werbung die gleichen strengen Vorschriften wie für Onlinewerbung gelten sollen. Angeblich seien "die meisten Landesdatenschutzbeauftragten der Ansicht, dass die DSGVO eine Weitergabe mit Adressen für Marketingzwecke ohne Zustimmung der Betroffenen nicht mehr zulässt".

Bislang müssen Verbraucher in den Erhalt von Werbung per Post nicht ausdrücklich einwilligen. Kundenadressen dürfen sogar verkauft bzw. vermietet werden. Falls zukünftig jeder Verbraucher einwilligen muss, könnte das einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Direktmarketingbranche bedeuten.


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