Viel Stress für DHL Express / Subunternehmer klamm wegen hoher Dieselpreise


Viel Stress für DHL Express

Die Mitarbeiter der Netzwerkzentrale von DHL Express in Leipzig-Schkeuditz haben aktuell viel zu tun. Sie müssen mit Pilotenstreiks umgehen, den Ausfall von Flugzeugen verkraften und längere Flugrouten planen, um Russland zu umfliegen. Weil mehr Kerosin getankt werden muss, kann weniger Fracht transportiert werden.

Vom 15.03. bis 22.03.2022 streikte die Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" bei der Fluggesellschaft Aerologic (fliegt für DHL Express). Und seit einigen Tagen darf die Fluggesellschaft Cargologic nicht mehr abheben, weil sie sich im russischen Besitz befindet. Betroffen sind 4 Boeings, die laut aerotelegraph.com hauptsächlich für DHL Express im Einsatz waren.

DHL Express setzte während des Streiks Manager mit Pilotenlizenz ein, um Flugausfälle zu minimieren. Die Vereinigung Cockpit befürchtet, dass DHL Express einen Tarifvertrag mit der konkurrierenden Gewerkschaft Verdi abschließen will. Quelle: vcockpit.de.



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Hoher Dieselpreis gefährlich für Subunternehmer

Der Branchenverband BdKEP warnt vor finanziellen Engpässen bei Subunternehmen. Häufig sei in Verträgen zwischen Subunternehmen und Paketdiensten ein "Dieselfloater" vereinbart, also eine Zusatzvergütung, die sich am aktuellen Dieselpreis orientiert.

Laut BdKEP müssen Subunternehmen aber 2 Monate lang die hohen Treibstoffkosten vorfinanzieren, weil die Dieserfloater-Anpassung und -Auszahlung erst mit dieser Verzögerung wirksam wird. Der Verband fordert die Möglichkeit, dass Subunternehmen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge später zahlen dürfen oder höhere Bankkredite erhalten. Auch eine Aussetzung des Insolvenzrechts könnte in Betracht kommen.

Amazon und Deutsche Post DHL würden die hohen Dieselpreise vergleichsweise gut verkraften. "Amazon als Systemgeber bietet KEP-Unternehmen schon heute aktiv kurzfristig verfügbare finanzielle Mittel zur Sicherstellung der Liquidität an.", schreibt der BdKEP.

Bei Deutsche Post DHL seien Dieselfloater-Vereinbarungen im Brief- und Standardpaketbereich unüblich. BdKEP hält es für möglich, dass der Postkonzern außerordentliche Kündigungen verschickt, um Mehrkosten im Zuge neuer Vertragsabschlüsse an Geschäftskunden weiterzugeben.

Quelle: www.bdkep.de


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