GLS Austria stark beim Export / Fragwürdige Unterbringung von Zustellern / DHL entfristet viele Verträge


GLS exportiert die meisten Pakete aus Österreich

Die österreichische Regulierungsbehörde RTR hat Statistiken fürs 3. Quartal 2021 erstellt. Bei der Paketzustellung innerhalb Österreichs liegt die Österreichische Post AG auf Platz 1, danach folgen DPD, Amazon und GLS.

Beim Paketversand von Österreich ins Ausland ist die Situation interessanter, weil GLS Platz 1 belegt und die Österreichische Post AG nur Platz 2. Danach folgen DPD, UPS und DHL Express. Erstaunlich, dass DHL Express so schlecht abschneidet und GLS so stark.

Quelle: www.rtr.at



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Baden-Württemberg: Ärger um Sammelunterkünfte für Zusteller

Die Badische Zeitung hat in Müllheim (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) zur "fragwürdigen Unterbringung osteuropäischer Paketboten" recherchiert. Ein chinesischer Unternehmer kauft in der Stadt Gebäude auf, baut sie um und vermietet die Häuser als Unterkünfte an Arbeitskräfte z.B. aus Bulgarien, Polen oder Rumänien.

Die Zeitung stellt die These auf, dass mit dieser Methode das Paketbotenschutzgesetz unterlaufen werden kann. Indem Subunternehmer von ausländischen Paketzustellern überhöhte Mieten für Sammelunterkünfte einbehalten, lassen sich die Lohnzahlungen drücken. Nachbarn eines solchen Gebäudes berichten von "mindestens 14 Plätzen in den etwa zwölf Quadratmeter kleinen Räumen. Nach ihren Schilderungen müssen sich die Bewohner eine Toilette und eine Dusche teilen."

Im Müllheimer Ortsteil Niederweiler ließ der Bürgermeister eine Unterkunft teilweise zwangsräumen. Anwohner hatten sich zuvor jahrelang über die Zustände vor Ort beschwert, z.B. "sechs oder sieben GLS-Sprinter, die öffentliche Parkplätze im Dorf blockierten". Ein Verdi-Sprecher sagte zur Zeitung, in Mannheim gebe es ähnliche Probleme mit Amazon-Zustellern, die in überbelegten Häusern wohnen und Parkplätze blockieren.



13.000 entfristete Arbeitsverträge bei Deutsche Post DHL

Die Gewerkschaft Verdi teilt mit, dass Deutsche Post DHL im Jahr 2021 insgesamt mehr als 13.000 Mitarbeiter/innen unbefristet angestellt hat, die zuvor einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag hatten. Laut Verdi sind befristet Beschäftigte oft keine Gewerkschaftsmitglieder, weil sie befürchten, ihr Vertrag würde nicht verlängert werden (z.B. bei Beteiligung an einem Streik).

Dass Deutsche Post DHL so viele Arbeitsverträge entfristet hat, freut die Gewerkschaft. Weil ungefähr 40% aller Neueinstellungen beim Postkonzern befristet sind, will sich Verdi zukünftig dafür einsetzen, sachgrundlose Befristungen abzuschaffen und die Sachgründe, die eine Befristung erlauben, einzudämmen. Dadurch sollen auch Kettenbefristungen eingedämmt werden.

Quelle: Verdi-Magazin 1/2021, Onlineausgabe




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