Qualitätsziele oft verfehlt / Hype um Krypto-Briefmarken / Keine Blumen-Briefmarken mehr


Viele Postgesellschaften erreichen Qualitätsziele nicht

Postgesellschaften können vom Weltpostverein Bonuszahlungen erhalten, wenn sie bestimmte Qualitätsziele erreichen. Dazu zählen z.B. die Liefergeschwindigkeit und die Bereitstellung von Trackingdaten. Bemerkenswert ist, dass in den letzten Jahren immer mehr Postgesellschaften die Qualitätsziele verfehlen.

Die obige Grafik des Weltpostvereins zeigt, dass beispielsweise 2020 ca. 30% aller Postgesellschaften, die am Bonussystem teilnehmen, mehr als 15% unter der Zielvorgabe liegen (roter Balken). Nur ca. 12% übertrafen die Zielvorgaben und erhielten die Bonuszahlungen in voller Höhe.

Als Ursachen nennt der Weltpostverein u.a., dass in den letzten Jahren viele Neueinsteiger zum Bonussystem hinzugekommen sind, die erst noch Knowhow aufbauen müssen, um die Qualitätsziele zu erreichen. Außerdem sinken die Briefmengen, und die Mengen bei Päckchen und Paketen steigen. Letztere könnten durch Zollkontrollen verzögert werden. Dieser Effekt lasse sich nicht komplett aus den Qualitätsstatistiken herausrechnen.

Quelle: PDF auf upu.int, Seite 100f.



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Schweizerische Krypto-Briefmarken ruckzuck ausverkauft

Man könnte meinen, das Briefmarkensammeln gehöre zu den aussterbenden Hobbies. Das mag auf klassische Briefmarken zutreffen, nicht jedoch auf Krypto-Briefmarken. Sie verfügen über ein virtuelles Abbild in der Blockchain, können dort getauscht und gehandelt werden.

Als die Österreichische Post 2019 die ersten Krypto-Briefmarken auf den Markt brachte, waren sie innerhalb weniger Stunden ausverkauft und erzielten Mondpreise bei eBay (Paketda berichtete).

Die Schweizerische Post beweist nun, dass Krypto-Briefmarken keine Eintagsfliege sind. Das Branchenportal btc-echo.de berichtet, dass der Onlineshop der Schweizerischen Post zwei Stunden nach Verkaufsstart zusammenbrach und die Kryptomarken nach 4 Stunden großteils ausverkauft waren.

Zum Hype trägt auch eine künstliche Verknappung in Verbindung mit einer Art Glücksspiel bei. Die Krypto-Briefmarken gibt es nämlich mit unterschiedlichen Motiven, von denen einige in sehr geringer Auflage hergestellt wurden. Vor dem Kauf weiß der Kunde nicht, welches Markenmotiv er/sie erhält. Umso seltener, desto höher der Wiederverkaufswert.

Bei eBay werden die schweizerischen Marken zurzeit zwischen 75 und 120 Euro pro Stück gehandelt. Der ursprüngliche Verkaufspreis lag umgerechnet zwischen 8,50 und 10,40 Euro.

Mehr Infos: https://crypto-stamp.post.ch/de



Blumen-Dauermarken werden abgelöst

Die Deutsche Briefmarken-Zeitung (DBZ) berichtet im aktuellen Heft, dass die Deutsche Post die sogenannten Dauerbriefmarken mit Blumenmotiven auslaufen lässt. Es gab sie seit 2005. Stattdessen wurden neue Motive "Welt der Briefe" gestaltet (siehe unten). Die selbst- und nassklebenden Marken sind ab 2. Dezember 2021 online und in Filialen erhältlich.

Unwahrscheinlich, dass sie binnen Stunden ausverkauft sein werden. Dauermarken haben nämlich keine feste Auflage, sondern werden je nach Bedarf jahrelang nachgedruckt.

Briefmarken, die keine Dauermarken sind, lässt die Deutsche Post in fester Stückzahl herstellen und verkauft sie nur, solange der Vorrat reicht. Die Stückzahlen lassen sich durch Einscannen des Matrixcodes abrufen. Einige Philatelisten bezweifeln jedoch, dass die von der Deutschen Post veröffentlichten Auflagenzahlen korrekt sind, weil sie manchmal nachträglich um Millionen korrigiert werden.

Dauermarken: Welt der Briefe


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