Subunternehmer bei DHL Express / DPD: Abstell-Okay durch Absender möglich


Verdi: DHL Express setzt Subunternehmer ein

Eine Vertreterin der Gewerkschaft Verdi wurde von oberhessen-live.de zur Ansiedlung eines Logistikzentrums von Amazon oder DHL Express in Alsfeld interviewt. Verdi tendiert eher zu DHL Express, weil Amazon seit jeher nicht mit Gewerkschaften spricht geschweige denn Löhne verhandelt.

An DHL Express kritisiert Verdi, dass ein "großer Teil der Arbeitsplätze im Rahmen von Werksverträgen an Subunternehmer fremdvergeben" wird. Angeblich beschäftigt die DHL Express Germany GmbH keine eigenen Zusteller. Auch einige Arbeitsplätze in den Paketzentren seien an Subunternehmer fremdvergeben, für die "in der Regel weder Betriebsräte noch Tarifverträge" existieren.

Sollten die Informationen von Verdi zutreffen, bestünde ein großer Unterschied zwischen den Sparten DHL Paket und DHL Express. Bei DHL Paket profitieren Zusteller nämlich von einem Haustarifvertrag mit Vergütungen oberhalb des Mindestlohns. Dem vorausgegangen war ein mehrjähriger Streit zwischen Verdi und Deutscher Post AG aufgrund der Billiglohntöchter "DHL Delivery GmbH", die 2019 aufgelöst wurden (Paketda berichtete).



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DPD: Absender können Abstellerlaubnis erteilen

Firmenkunden von DPD können eine neue Funktion nutzen, die sich "Versender ASG" nennt. Damit kann im Voraus eine Abstellgenehmigung (ASG) für ein Paket erteilt werden, ohne dass der Empfänger tätig werden muss. Der Absender kann den Abstellort bei der Erstellung des Paketscheins im DPD-Geschäftskundenportal eingeben.

Der Empfänger kann die Versender-ASG auf Wunsch überschreiben, indem er z.B. einen anderen Abstellort festlegt oder das Paket an einen DPD-Paketshop umleitet. Ein kompletter Widerruf der Versender-ASG durch den Empfänger ist jedoch nicht möglich.

Es bleibt abzuwarten, wie viele Firmenkunden diese neue Funktion in der Praxis nutzen werden. Onlinehändler haften ohnehin für alle möglichen Transportprobleme, so dass mit einer Abstellgenehmigung ein hohes Risiko eingegangen wird. In den AGB lässt sich DPD zusichern, dass der Absender die Zustimmung des Empfängers eingeholt hat und DPD von "eventuellen Schadensersatzansprüchen des Empfängers oder seitens Dritter" freigestellt wird.

Quelle: Marco Klass Logistikblog




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