Überraschender CO2-Vergleich / DHL hat Interesse an Mega-Drohnen


Deutsche Post DHL schneidet im CO2-Vergleich schlecht ab

PostNL hat einen Vergleich europäischer Postgesellschaften veröffentlicht (hier als PDF). In dem Dokument geht es um verschiedene Kennzahlen wie Brief- und Paketmengen, das Porto oder die Ertragskraft von Postgesellschaften.

Außerdem werden die CO2-Emissionen verglichen; umgerechnet auf die Emissionsmenge pro Euro Umsatz. Hierbei belegt Deutsche Post DHL nur Platz 8 von 9. Die Österreichische Post belegt beim CO2-Vergleich den ersten Platz. Das ist überraschend, weil die Deutsche Post DHL schon 2005 ihre Umweltinitiative GoGreen startete. Hatten diese Bemühungen so wenig Wirkung?

Zugunsten der Deutschen Post AG spricht, dass der Konzern (genauso wie die finnische Posti) stark im internationalen Luft- und Seefrachtgeschäft ist, und dies höhere Emissionen verursacht als bei Postgesellschaften, die hauptsächlich inländisch tätig sind. Außerdem verursacht die Post viele indirekte Emissionen (in der Grafik "Scope 3"), die durch Aktivitäten entstehen, die nicht direkt in ihrem Einflussbereich liegen. Zum Beispiel der Einkauf von Frachtkapazitäten bei fremden Speditionen.

PostNL behauptet allerdings, für den Vergleich nur die Emissionen des Konzernbereichs "Post-eCommerce-Parcel" herangezogen zu haben. Das ist die Sparte "Post & Paket Deutschland" ohne internationales Frachtgeschäft.

Die CO2-Emissionen werden von den Postgesellschaften übrigens nach dem Greenhouse Gas Protocol (vgl. Wikipedia) berechnet. Deutsche Post DHL veröffentlicht die Zahlen jährlich auf dieser Website.



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DHL kooperiert mit Dronamics: Lieferdrohne schafft 2.500 km Reichweite mit 350kg Nutzlast

Erst vor wenigen Wochen hat sich die DHL-Produktionschef Thomas Schneider gegen den Einsatz von Lieferdrohnen ausgesprochen. "Was solche Zukunftsvisionen angeht, sind wir skeptisch", sagte er zur Zeitung SVZ.

Diese Aussage bezog sich wohl auf kleine Drohnen wie den DHL-Paketkopter, der 2014 bis 2016 auf kurzen Teststrecken in Deutschland erprobt wurde.

Jetzt kommt neuer Schwung ins Drohnen-Thema. DHL und das Unternehmen Dronamics (www.dronamics.com) mit Sitz in UK und Bulgarien gaben nämlich bekannt, dass sich DHL für Langstrecken-Drohnen interessiert. Das Dronamics-Modell kann 2.500 km (!) fliegen und 350 kg Last befördern. Für Start und Landung wird ein Flughafen benötigt.

Ein DHL-Sprecher sagte zur Nachrichtenagentur Reuters, die Drohne könne in Europa und in der Region Asien-Pazifik eingesetzt werden. Auf einen Zeitplan wolle man sich nicht festlegen. "Wir glauben, dass Frachtdrohnen ein Schlüsselelement für die nächste Generation des Transports sein werden", so die positive Einschätzung von DHL.

Black Swan Drohne von Dronamics


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