Paket in Packstation verschwunden / Gewerbegebiete bei Zustellern beliebt / Postcon meldet 10% Plus


Packstation-Paket spurlos verschwunden

Im Paketda-Forum beschreiben DHL-Kunden regelmäßig die Situation, dass sie ein Paket per Packstation verschickt haben und es anschließend verschwunden ist. Manchmal erscheint in der Sendungsverfolgung die Meldung "leeres Fach vorgefunden", oder es passiert einfach gar nichts.

Bei der Kölnischen Rundschau wird nun der Fall einer DHL-Kundin aus Euskirchen beschrieben. Sie kaufte online einen Paketschein und legte die Sendung in eine Packstation ein. Daraufhin wurde im Tracking aber kein Einlieferungsscan angezeigt. Die einzige Meldung sind elektronisch übermittelte Sendungsdaten vom Paketscheinkauf.

Zwecks Überprüfung ließ DHL alle Fächer der Packstation öffnen, das Paket blieb aber verschwunden. Die Kundin erfuhr von einem DHL-Mitarbeiter, dass es "Aufnahmen einer Überwachungskamera gibt, die zeigen, wie meine Tochter und ich das Päckchen einlegen". Diese Aussage widerrief die DHL-Pressestelle gegenüber der Kölnischen Rundschau aber wieder.

Unklar ist, ob die Kundin beim Versand einen Einlieferungsbeleg bekam oder nicht. Aber selbst mit Einlieferungsbeleg bleiben Packstationen eine unsichere Versandart. Wenn DHL behauptet, es sei kein Paket in der Packstation gewesen, muss der Kunde das Gegenteil beweisen. In der Praxis oft ein Ding der Unmöglichkeit.



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Ausliefertouren in Gewerbegebieten bei Zustellern beliebt

Der SPD-Politiker Korbinian Rüger aus München sprach kürzlich mit einem ehemaligen Hermes-Mitarbeiter in einem Livevideo bei Instagram (@korbinianrueger). Das Video ist nicht mehr online, aber der Münchner Merkur hat die Inhalte aufgeschrieben (gedruckte Ausgabe vom 28.06.2021).

Laut Zeitungsbericht sagte der ehemalige Hermes-Mitarbeiter, dass "ein Fahrer eines Subunternehmens 1 bis 1,20 Euro, im besten Fall 1,50 Euro" pro Paket bekomme. Das ist überraschend, weil Hermes eigenen Angaben zufolge die Bezahlung pro Paket zugunsten eines festen Stundenlohns abgeschafft hat.

Bei Zustellern seien Touren in Gewerbegebieten beliebt, weil dort oft mehrere Pakete an einer Adresse abgegeben werden und tagsüber immer jemand anwesend ist. "Durch die höhere Zahl der Pakete in der selben Zeit sei der Verdienst [in Gewerbegebieten] viel höher", erklärte der ehemalige Hermes-Mitarbeiter laut Münchner Merkur.

Für unerlaubt abgestellte Paket haften Zusteller. Durch entsprechenden Lohnabzug kann es passieren, dass ein Zusteller "einen Tag umsonst arbeitet oder sogar ein Minus anhäuft."



Briefgeschäft: Postcon National gewinnt gegen den Trend 10% hinzu

Der private Briefdienst Postcon National hat sich umbenannt in dvs (Deutscher Versand Service). In der entsprechenden Pressemitteilung äußert sich Geschäftsführer Michael Mews zufrieden mit dem Geschäftsverlauf.

Trotz Corona habe dvs "Neukundengeschäft in großem Stil" gewonnen und ein "Wachstumsplus von mehr als zehn Prozent" erzielt. Außerordentlich hohe Sendungsvolumina seinen beispielsweise bei Krankenkassen zu verzeichnen.

Der Mengenzuwachs bei Postcon / dvs ist überraschend, weil die Bundesnetzagentur für die Deutsche Post einen gegenteiligen Trend prognostiziert. Für 2020 wird ein Rückgang von 11,7 auf 10,5 Mrd. Sendungen erwartet, das entspricht einem Minus von 10 Prozent. Quelle: bundesnetzagentur.de.

Briefmengen-Statistik der Bundesnetzagentur


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