Abstruse Forderung: Warenverbot in Briefen / UPS-Zollabfertigung teurer / Schweiz: 15 neue Sortierzentren


Verband wünscht sich Warenverbot in Briefen

Der Branchenverband BIEK, in dem u.a. Hermes, GLS, DPD und UPS vertreten sind, setzt sich für ein Verbot für die "Versendung von Waren als briefähnliche Sendungen" ein. Quelle: www.biek.de.

Den Hintergrund kann man sich denken: Wenn der Warenversand per Brief verboten wird, müssen Kunden mehr Porto bezahlen, um per Päckchen oder Paket zu verschicken. Und davon würden Hermes, GLS, DPD und UPS profitieren.

Auf diese Masche ist Deutsche Post DHL schon 2019 gekommen. Damals wurde Privatkunden kurzerhand der Warenversand in Auslandsbriefen verboten. Paketda erhält noch immer regelmäßig Beschwerden von Verbrauchern, die von dieser Neuregelung böse überrascht werden und Freunden im Ausland keine Kleinigkeiten mehr per Brief zuschicken können. – Firmenkunden gestattet die Deutsche Post den Warenversand übrigens. Es gibt keine nachvollziehbare Erklärung, warum Privatkunden davon ausgeschlossen sind. Außer natürlich die höheren Portoeinnahmen für die Post.

Es bleibt zu hoffen, dass der BIEK mit seiner Forderung bei Politikern abblitzt. Jetzt könnte es für Verbraucher mal von Vorteil sein, dass die Deutsche Post einen engen Draht zur Regierung hat, um Wettbewerber in die Schranken zu weisen. Zuletzt geschah das, als die Regierung kurzerhand eine unzulässige Portoberechnungsformel zu Gunsten der Post legalisierte (in dem Fall leider nachteilig für Verbraucher).



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UPS hat Gebühren für Zollabfertigung erhöht

Paketda-Leser Marc K. wies freundlicherweise darauf hin, dass die UPS-Mindestgebühren für die Zollabfertigung von 11,50 Euro netto auf 12,50 Euro erhöht wurden. Inklusive 19% MwSt. sind das 14,88 Euro (früher: 13,69 Euro).

Die Preiserhöhung trat offenbar schon am Jahresanfang in Kraft, weil die neue Gebühr in der UPS-Preisliste 2021 (PDF) auf Seite 24 vermerkt ist. Offiziell wird die Gebühr von UPS als "Vorlageprovision" bezeichnet.

Vom Wegfall der 22-Euro-Zollfreigrenze am 1.7.2021 sind übrigens auch alle Expresspaketdienste betroffen, also z.B. UPS, DHL Express, Fedex, etc. – Es ist empfehlenswert, geringwertige Waren aus Ländern außerhalb der EU nicht per Express zu bestellen. Die teuren Gebühren für die Zollabfertigung können den Kaufpreis ruckzuck verdoppeln. Bei einem DHL-Standardpaket bezahlt man als Kunde hingegen "nur" 6 Euro Gebühren.



Schweizerische Post: Bis 2030 15 neue Sortierzentren

Bis zum Jahr 2030 will die Schweizerische Post 1,2 Milliarden Franken (knapp 1,1 Mrd. Euro) investieren, um die Sortierkapazitäten zu verdoppeln . Außerdem soll die Paketzustellung beschleunigt werden. Dies gelingt durch eine Reduzierung der Transportwege.

Indem 15 neue, regionale Sortierzentren gebaut werden oder in Bestandsimmobilien integriert werden, müssen weniger Pakete die überregionalen Paketzentren durchlaufen. 4 der 15 geplanten Sortierzentren sind bereits fertiggestellt.

Eine Besonderheit ist das Briefzentren Härkingen: Dort werden Briefsortieranlagen abgebaut und die freien Flächen für die Paketsortierung genutzt. 200 Arbeitsplätze sollen in Härkingen von der Brief- zur Paketsortierung verlagert werden.

Quelle: post-medien.ch


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