FedEx kündigt Tarifverträge / Durchsuchungen bei Retourenbetrügern / Probleme beim DHL-Sicherheitscode

Lieferwagen von FedEx in Hamburg

Alle Tarifverträge gekündigt: Verdi befürchtet tariflosen Zustand bei FedEx

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass der Paketdienst FedEx in Deutschland "ab 1. Juli 2021 einen tariflosen Zustand herstellen möchte". Grund ist die Kündigung sämtlicher Haustarifverträge für FedEx-Beschäftigte zum 30. Juni 2021. Die Geschäftsführung von FedEx habe im Kündigungsschreiben keine Hinweise auf neue Tarifverhandlungen gegeben. Auf psl.verdi.de heißt es:

"Deshalb ist die Zielsetzung des Arbeitgebers als Angriff auf die Tarifverträge der Beschäftigten bei der FedEx Express Germany GmbH zu verstehen. Die Arbeitgeberseite beschwört somit einen Tarifkonflikt ab dem 1. Juli 2021 herauf."

Weil die Paketdienste FedEx und TNT fusionieren, sollten die (oftmals tariflosen) Beschäftigten von TNT eigentlich von einem Tarifvertrag auf FedEx-Niveau profitieren. Verdi und FedEx hatten diesbezüglich Anfang 2020 die Aufnahme von Tarifverhandlungen vereinbart. Verdi brach die Verhandlungen eigenen Angaben zufolge nach 4 Verhandlungsrunden ab, weil "die Arbeitgeberseite kein Interesse an Verhandlungen entlang der vereinbarten Tarifverträge hat, sondern vielmehr eine Verschlechterung von wesentlichen Arbeitsbedingungen beabsichtigt."

Es ist völlig offen, wie sich die Situation entwickeln wird. Falls sich FedEx nicht regt, sind ab dem 1.7.2021 Streiks möglich, weil dann kein Tarifvertrag mehr gilt.



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500.000 Euro Schaden durch professionellen Rücksendebetrug

Das Bundeskriminalamt ermittelt zurzeit gegen 7 Verdächtige, die mit vorgetäuschten Rücksendungen diverse Onlineshops um mehr als 500.000 Euro geschädigt haben sollen. Bei Durchsuchungen in Brandenburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz konnten die Beamten betrügerisch erlangte Waren sowie Bargeld und Kryptowährungen sicherstellen.

Die mutmaßlichen Täter sollen bei Telegram eine Gruppe mit dem Namen "German Refund Crew" betrieben haben. Dort boten sie anderen Nutzern gegen Provision eine Anleitung an, wie sich Rücksendungen an Onlineshops vortäuschen lassen. Das BKA schätzt die Betrugsfälle auf mehr als 600. Basierend auf 500.000 Euro Schaden beläuft sich jeder Einzelfall auf durchschnittlich 833 Euro.

Quelle: Pressemitteilung BKA



Schlechte Druckqualität kann Pobleme mit DHL-Sicherheitscode verursachen

Der neue Sicherheitscode auf DHL-Paketmarken ist seit ungefähr einer Woche aktiv und wird in Postfilialen zusätzlich zum Identcode gescannt, um gefälschte Paketmarken abzuweisen.

An DHL-Packstationen müssen Kunden den Sicherheitscode bislang nicht einscannen, wie zwei Paketda-Tests ergaben. Betrüger, die Paketmarken manipulieren, können die Sicherheitsmaßnahme aktuell also leicht umgehen.

Paketda erhielt außerdem die Information, dass in einigen Fällen eine schlechte Druckqualität den Scan des Sicherheitscodes verhindert. Kunden, die DHL-Paketmarken zu Hause in mangelhafter Qualität ausdrucken, sollen von Paketshop-Betreibern an den DHL-Kundenservice verwiesen werden. Solche Pakete werden nicht angenommen.

Wird eine mobile DHL-Paketmarke im Paketshop ausgedruckt, soll im Falle eines unlesbaren Sicherheitscodes die Sendung trotzdem angenommen werden. In einer internen Anweisung an Paketshop-Betreiber heißt es: "Sendung dennoch annehmen und bei Paketen dem Kunden den Ersatzeinlieferungsbeleg aushändigen. Sendung anschließend wie gewohnt ableiten."

Paketshop-Betreiber werden außerdem gebeten, regelmäßig Handscanner und Labeldrucker zu reinigen, um eine hohe Scan- und Druckqualität zu gewährleisten.


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