DHL Express digitalisiert Paketscheine / Paketdienste sponsern Fußballvereine / Amazon-Fahrer dürfen nicht auf Werksgelände sortieren

In Filiale gedrucktes Label von DHL Express

DHL Express: Handschriftliche Paketscheine werden in Filiale digitalisiert

DHL-Express-Pakete mit handschriftlich ausgefülltem Paketschein werden neuerdings bei der Sendungsannahme vom Filialmitarbeiter vollständig abgetippt. Diese Beobachtung machte Paketda-Leser Philipp, als er ein Expresspaket verschickte. Auch seine Telefonnummer wurde erfasst.

In der Filiale wird anhand der digitalen Sendungsdaten ein DHL-Express-Label gedruckt und ergänzend zum handschriftlichen Aufkleber aufs Paket geklebt. Auf dem Label steht der Vermerk "DP Filiale SVP" (Foto oben).

Mit den vollständig digitalisierten Sendungsdaten möchte DHL Express die Zustellqualität erhöhen. Beispielsweise werden Sortierprozesse und die Tourenplanung verbessert.

Seit Jahren ungelöst ist leider noch folgende Fehlerquelle bei DHL Express: Wird ein Expresspaket irrtümlich in einem Paketzentrum für Standardpakete bearbeitet, kann es dort tagelang festhängen. Eigentlich müssten solche Irrläufer erkannt und ausgeschleust werden. Anhand der digitalen Sendungsdaten wäre dies theoretisch möglich.... es fehlt bloß die praktische Umsetzung.



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Paketdienste haben ein Faible für Fußballvereine

Vor etwa 10 Jahren ging's los: Damals wurde der E-Postbrief massiv auf Banden in Fußballstadien beworben. Mit einer Sponsoring-Partnerschaft zwischen dem 1. FC Köln und Deutscher Post sollte der Großraum Köln/Bonn sogar zur "E-Postbrief-Region" gemacht werden (Quelle).

Seitdem hat jeder Paketdienst in Deutschland mal Fußballsponsoring ausprobiert. Aktuell erklärt sich GLS zum "neuen Champion Partner von Borussia Dortmund" (Quelle). Mit der Strahlkraft des BVB möchte "die GLS bei Millionen von Verbrauchern in Deutschland und im Ausland (...) noch bekannter" werden.

GLS und der BVB haben nicht mitgeteilt, wie viel Geld an den Verein fließt. Vielleicht kann man sich am DPD-Sponsoring von Eintracht Frankfurt orientieren. Medienberichten zufolge zahlt DPD 7,5 Millionen über drei Jahre, also 2,5 Mio. pro Jahr.

Hermes übernahm 2013 das komplette Ärmel-Sponsoring der 1. und 2. Fußball-Bundesliga und zahlte dafür pro Saison 7 bis 8 Mio. Euro. Ab der Saison 2017/18 wurde das Hermes-Sponsoring beendet und jeder Verein durfte einen individuellen Ärmelsponsor haben. Im Interview mit Horizont.net kritisierte der Marketingvorstand vom FC Bayern München, dass Hermes sämtliche Clubs sponserte: "Das hatte auf diese Weise keine kommunikative Wirkung."

Auch UPS mischt im Fußballgeschäft mit. Als DHL im August 2020 das Sponsoring des 1. FC Köln beendete, trat UPS an diese Stelle. Angeblich zahlt UPS eine "niedrige siebenstellige Summe" für 2 Jahre (Quelle). UPS war zuvor langjähriger Sponsor des VfL Wolfsburg.

Im Interview mit Sponsors.de erklärt UPS-Chef Frank Sportolari, dass sich jedes Sponsoring wirtschaftlich rechnen müsse: "Wenn ich X investiere, soll mehr als X rauskommen." Deshalb misst UPS die Wirkung der Bandenwerbung, lädt Kunden zu Fußballspielen ein und prüft, ob sich deren Verhalten gegenüber UPS positiv verändert. Sportolari hat auch eine Erklärung dafür, warum so viele Unternehmen mit Fußballvereinen werben: "In Deutschland gibt es zunächst Fußball und erst lange, lange danach kommt irgendeine andere Sportart."



Amazon-Subunternehmer sortieren nach Beladung um

Zusteller bei klassischen Paketdiensten müssen ihre Fahrzeuge jeden Morgen selber beladen, das dauert schätzungsweise 2 Stunden. Zusteller bei Amazon bekommen hingegen quaderförmige Taschen mit vorsortierten Paketen. Das bringt eine große Zeitersparnis, denn es dauert nur 20 Minuten, diese Taschen im Lieferwagen zu verstauen. Paketda berichtete 2019 schon einmal darüber.

Zurzeit gibt es Beschwerden von Anwohnern des Amazon-Verteilzentrums in Trier, die daran zweifeln lassen, ob das Belade-System von Amazon wirklich so gut ist. Der SWR berichtet nämlich, dass viele Subunternehmer nach dem Verlassen des Amazon-Geländes am Straßenrand parken und ihre Ladung umsortieren würden.

"Da dieses Umsortieren von Amazon auf dem eigenen Gelände nicht gewünscht wird, werden dann Einfahrten und Betriebsgelände anliegender Betriebe blockiert", erklärt der Inhaber eines benachbarten Betriebs gegenüber dem SWR. Er wünscht sich, dass die Depotleitung von Amazon mehr mit den Subunternehmern kommuniziere, um die Probleme abzustellen. Die Subunternehmer würden außerdem als Abkürzung unerlaubt Straßen befahren, die Anwohnern vorbehalten seien.

Amazon verspricht, sich zu kümmern. Sobald es die Corona-Situation erlaube, will Amazon Nachbarschaftstreffen organisieren, "um sich besser in die Gemeinde zu integrieren", heißt es im SWR-Bericht.


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