DPD-Paketshoplieferungen in Wien: Beschwerden schon seit Monaten


Im September 2020 meldete sich ein Paketempfänger aus Wien im Paketda-Forum, weil sein DPD-Paket zum Pickup-Shop anstatt zur Hausanschrift geliefert wurde. Im oben abgebildeten Sendungsverlauf ist der fehlende Zustellversuch nachvollziehbar. Der Kunde verärgert: "Ist das zulässig? Habe nirgends eingewilligt für Zustellungsadress Änderung!"

Von DPD bekam der Wiener folgende E-Mail:

Liebe/r Paketempfänger/in!
Wussten Sie, dass Sie in einer der besten Städte der Welt leben? Wien ist laut einer aktuellen Studie eine der lebenswertesten Städte weltweit. Damit das so bleibt, wollen wir gemeinsam mit Ihnen das Verkehrsaufkommen und damit den CO2-Ausstoß in Ihrem Bezirk senken.

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns gemeinsam mehr Verantwortung zu übernehmen. Daher werden wir Ihr Paket in diesem Pickup Paketshop hinterlegen: [...]

Zu beachten ist, dass die E-Mail in Futur I formuliert ist ("Werden Ihr Paket ... hinterlegen") und am 11.09.2020 vor 10 Uhr verschickt wurde. Der Zusteller hat das Paket um 13:14 Uhr also nicht spontan im Shop abgegeben, sondern es handelte sich um eine im Voraus von DPD geplante Aktion.

Daraufhin fragte Paketda bei DPD Austria nach, ob in Wien Direktlieferungen an Paketshops üblich seien. Antwort des Depots Leopoldsdorf vom 16.09.2020: Kunden erhalten eine Paketankündigung per E-Mail und können damit die Lieferung an einen Paketshop verhindern. "In dieser E-Mail haben Sie die Möglichkeit, Ihr Paket an der Haustüre zustellen zu lassen, aber auch folgende andere Umverfügungsarten (...)". Kunden müssen also aktiv die Lieferung zur Haustür beauftragen, sofern sie keine Paketshop-Lieferung wünschen.

Am 18. September 2020 plötzlich die Rolle rückwärts: "Dringende Anfrage", schrieb die Medienbetreuung von DPD Austria und dementierte, dass Pakete in Wien direkt an Paketshops geliefert werden. Obwohl es ja ein Beweispaket mit erklärender E-Mail von DPD gibt. Auf diesen konkreten Fall ging DPD jedoch nicht ein (die ungekürzte Paketnummer liegt DPD vor).

Am 23. Dezember 2020 veröffentlichte ein anderer DPD-Kunde bei Twitter eine E-Mail, in der DPD Austria die Direktlieferung an einen Paketshop zugab:

"Aufgrund des momentan besonders starken Paketaufkommens, sind wir gezwungen ausgewählte Pakete direkt bei einem unserer pickup Paketshop-Partner zuzustellen. Eine Neuzustellung ist aufgrund der angespannten Situation leider nicht möglich."

Wer bei Twitter zum Beispiel nach dpd_at angeläutet sucht, findet mehrere solcher Vorfälle.
















Vollständige Antwort von DPD vom 16.09.2020:

Wie Sie bestimmt aus den Medien mitbekommen haben, wird das Thema Zufahrtsbeschränkung in den Innenstadt-Bereichen auf politischer Ebene sehr stark thematisiert. Angelehnt an der Diskussion "Autofreie Wiener Innenstadt" arbeiten wir stets daran, zukunftsweisende Konzepte zu entwickeln. In Pilotprojekten setzen wir gemeinsam mit der TU Wien u.a. derartige regionale City HUB Lösungen um:

  • die Parkplatzsituation zu entzerren sowie
  • den Co2 Ausstoß und
  • das Verkehrsaufkommen zu reduzieren.

Bevor Ihr Paket unser Depot verlässt, werden Sie per Mail darauf hingewiesen, dass Sie heute ein Paket erwartet. In dieser E-Mail haben Sie die Möglichkeit, Ihr Paket an der Haustüre zustellen zu lassen, aber auch folgende andere Umverfügungsarten:

  • Änderung der Zustelladresse
  • Wählen eines Wunschnachbars
  • Einen Ersatztermin wählen
  • Den Wunsch-Shop zu wählen
  • Eine einmalige Abstellgenehmigung vor Ihrer Haustür
  • Die Annahme zu verweigern

Eine Zustellung des Pakets mit Ihren Präferenzen wäre jederzeit möglich gewesen.


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