Hermes DE: Viele Pakete, wenig Umsatz / Hermes UK will Imagekorrektur / DHL ist DHL unbekannt

Deutscher Paketmarkt 2019: Statistik von Pitney Bowes

Paketmarkt Deutschland: Hermes mengenmäßig auf Platz 2, beim Umsatz nur Platz 5

Das Unternehmen Pitney Bowes hat den deutschen Paketmarkt unter die Lupe genommen. Für das Jahr 2019 wurden die Marktanteile der großen Paketdienste berechnet. Keine Überraschung: DHL befindet sich als größter Paketdienst auf Platz 1.

Die Marktanteile wurden nach zwei unterschiedlichen Methoden berechnet: Nach Anzahl der beförderten Pakete sowie nach dem Umsatz (eingenommenes Porto). Dadurch ergibt sich der interessante Effekt, dass Hermes gemessen an der Paketmenge der zweitgrößte Paketdienst ist. Aber nach Umsatz liegt Hermes nur auf Platz 5.

Schlussfolgerung: Hermes nimmt pro befördertem Paket deutlich weniger Geld ein als die Wettbewerber. Gegenteiliges Beispiel: UPS liegt mengenmäßig auf dem 3. Platz und beim Umsatz auf Platz 2. Das bedeutet, UPS verdient überdurchschnittlich viel Geld pro Paket.

Ausführliche Statistiken gibt es im Parcel Shipping Index von Pitney Bowes.



Hermes UK will sich Premium-Image verpassen

Bei edelivery.net ist ein Interview mit Fash Sawyerr erschienen. Er ist für Hermes UK als Chief Transformation Officer tätig und bekam den Job infolge des Verkaufs von Hermes UK an Finanzinvestor Advent (Paketda berichtete).

Sawyerr plant, Hermes UK als Premium-Paketdienst zu etablieren. Im ersten Schritt soll die Markenreputation erhöht werden. Laut einer Umfrage von moneysavingexpert.com rangiert Hermes UK auf Platz 14 von 17. 39% der Befragten beurteilen Hermes UK als schlecht. Beliebtester Paketdienst in Großbritannien ist übrigens DPD.

Im Bericht bei edelivery.net erklärt Fash Sawyerr, dass Hermes seinen Kunden einen Premium-Service und zugleich die billigsten Preise bieten möchte. Dieser Spagat ist ambitioniert. Weil das Porto nicht steigen darf, will Hermes UK die Kosten senken und Arbeitsabläufe effizienter machen.

Ein weiterer Baustein der Strategie ist die Erweiterung des Paketshop-Netzwerks und damit einhergehend vielleicht eine Reduzierung der teuren Haustürlieferung (rein spekulativ). Sawyerr wörtlich: "Wenn wir unser [Paketshop-] Netzwerk erst einmal so weit haben, dass mehr als 70 % der Bevölkerung innerhalb von fünf Minuten zu Fuß einen Paketshop oder ein Schließfach erreichen, dann nähert sich der Komfort dem der Hauszustellung an."



DHL ist DHL unbekannt

Ein in der vergangenen Woche abgeschicktes Testpaket kam heute als unzustellbar zurück. An sich keine Besonderheit, wäre die Empfängerin nicht die DHL Paket GmbH gewesen.

Ein Stempel auf dem Paket besagt "Empfänger unbekannt". Obwohl die Anschrift korrekt dem DHL-Impressum entnommen wurde, kann sich DHL selber nicht beliefern. - Schon jetzt das Kuriosum des Jahres 2021.

Laut Sendungsverfolgung wurde die Unzustellbarkeit übrigens nachträglich eingebucht, und zwar am 3. Februar. Am 1. Februar galt das Paket noch als erfolgreich zugestellt (Sendungsverfolgung).

Unzustellbares DHL-Paket mit Zurück-Aufkleber


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