Briefe sind langsamer geworden / Zustelltouren werden Mengen angepasst / Qualitätsmanager bei Hermes

Briefumschläge

Briefe sind langsamer geworden: Post redet sich raus

Die Lieferzeiten für innerdeutsche Briefpost haben sich im 3. Quartal 2020 erstaunlich verlangsamt. 85,4 Prozent der Briefe werden einen Tag nach dem Abschicken bei den Empfängern zugestellt. Diese Quote wird E+1 genannt.

Gegenüber www.n-tv.de sagt die Deutsche Post, dass die Verlangsamung auf Corona-Effekte zurückzuführen sei und auf eine ungenaue Messmethode. Einige Testbriefe werden nämlich erst nach Kastenleerung eingeworfen und das verzerre die Lieferzeit.

Würden die Lieferzeiten hingegen nach einer EU-Norm gemessen werden, läge die E+1-Quote laut Deutscher Post bei 89,8 Prozent.

Die von der Post monierten 85,4 Prozent wurden durch einen externen Dienstleister ermittelt, der vom TÜV zertifiziert ist. Merkwürdig: Auf ihrer eigenen Website wirbt die Deutsche Post ebenfalls mit einem TÜV-zertifizierten Messverfahren, das vom "externen Qualitätsforschungsinstitut Quotas" durchgeführt wird (angebliches Ergebnis: E+1 bei 93%).

Es wirkt unglaubwürdig, dass die Post einerseits mit TÜV-Messwerten wirbt, wenn diese gut ausfallen, und andererseits die TÜV-Methodik anzweifelt, sobald die Werte nicht mehr im grünen Bereich sind.



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DHL passt Zustelltouren täglich an

DHL stellt in einer Pressemitteilung einen Mann aus Berlin vor, der im Frühjahr 2020 als Zusteller begann und jetzt auf dem Weg ist, stellvertretender Leiter einer Zustellbasis zu werden.

Am Ende des Artikels heißt es, dass es zu den Aufgaben eines Zustellbasis-Leiters gehört, die Tagestouren und Paketmengen der Zusteller/innen zu planen. "Beides ändert sich jeden Tag etwas, je nachdem wie viele Pakete für wie viele Empfänger am jeweiligen Tag vorliegen. Damit jede Paketbotin und jeder Paketbote seine Tour schafft, wird sie morgens entsprechend angepasst."



Hermes hat Qualitätsmanager

Im Hermes-Blog ist ein kurzes Interview mit dem Qualitätsmanager der Region Süd erschienen. Dessen genaue Tätigkeiten bleiben unklar, es wird nur allgemein von "KPIs im Auge behalten" und "Fokus auf bestimmte Themen lenken" gesprochen.

Interessant ist aber die Aussage, dass die regionalen Qualitätsmanager/innen "als Bindeglied zwischen der Zentrale (insbesondere Abt. Quality) und den Areas" fungieren. Daraus kann man vielleicht ableiten, das der zentrale Hermes-Kundenservice Beschwerden an die Verteilzentren und Zustellbasen weitergibt.

Seit der unbemerkten Unterschlagung von 900 Hermes-Paketen durch einen Zusteller in 2018 / 2019 war fraglich, ob Hermes überhaupt ein Qualitätsmanagement hat (Paketda berichtete).


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