DHL fliegt Impfstoffe / Tracking wird für Amazon-Händler verpflichtend / Royal-Mail-Chef gibt Interview

DHL-Impfstoff-Paket mit Trockeneis

DHL beginnt mit Impfstoff-Transporten

DHL beginnt mit der internationalen Auslieferung von COVID-19-Impfstoffen. Die ersten beiden Flüge gingen nach Israel. Beteiligt sind die Konzernsparten DHL Express und DHL Global Forwarding.

DHL geht davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren "rund 200.000 Palettenlieferungen, 15 Millionen Lieferungen in Kühlboxen sowie 15.000 Flüge" erforderlich sein werden, um eine weltweite Versorgung mit COVID-19-Impfstoffen sicherzustellen.

Quelle: www.dpdhl.com | Video: Youtube



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Ab Februar 2021: Amazon-Händler müssen Trackingnummer angeben

Händler, die Waren bei Amazon verkaufen und selber an Kunden verschicken, müssen ab 2. Februar 2021 eine Sendungsnummer angeben, sofern eine Versandart mit Sendungsverfolgung gewählt wird. "Ohne diese Informationen können Sie Ihre Bestellung nicht versenden", heißt es auf Infoseiten unter sellercentral-europe.amazon.com (nur für Verkäufer) und in einer E-Mail von Amazon (veröffentlicht auf lesekauz.de).

Durch die verpflichtende Angabe der Sendungsnummer will Amazon die Kundenerfahrung verbessern und die Rate an Bestellmängeln reduzieren. Falls Verkäufer Versandbestätigungen nicht oder verspätet bereitstellen, kann dies sogar "zum vorübergehenden Entzug der Verkaufsberechtigung führen".

Wichtiger Nachtrag vom 18.12.2020: Einige Paketda-Leser wiesen darauf hin, dass Amazon-Verkäufer weiterhin eine Versandart ohne Sendungsverfolgung nutzen dürfen (z.B. Brief). Die Angabe einer Sendungsnummer wird nur dann verpflichtend, wenn eine Versandart mit Sendungsverfolgung gewählt wird (z.B. Paket).



Neuer Chef von Royal Mail präsentiert Ideen

Das Onlineportal www.thisismoney.co.uk hat ein Interview mit Keith Williams geführt, dem Executive Chairman von Royal Mail.

Williams kam in das Amt, als Rico Back im Mai 2020 als Royal-Mail-Chef abgesetzt wurde (Paketda berichtete). Williams soll es gelingen, die Arbeitsabläufe bei Royal Mail im Einvernehmen mit Gewerkschaften zu modernisieren.

Ein Bestandteil soll die Auswertung von Handscanner-Daten sein, um die Arbeitszeiten von Mitarbeitern zu erfassen. Bislang stempeln die Zusteller den Arbeitsbeginn und das -ende manuell. Von einer automatischen Analyse der Handscanner-Daten verspricht sich Williams Effizienzgewinne. "Wenn [Zusteller] ihre Route beendet haben und 20 Minuten zu früh zurückkommen, geht es nicht darum, ihnen den Lohn für diese 20 Minuten zu kürzen, sondern darum, dass wir wissen, wie ihr Weg ausgesehen hat", so Williams. Royal Mail investiert 50 Mio. GBP in die Modernisierung der Handscanner.

Keith Williams sagt, dass der Plan von Rico Back richtig war, Royal Mail vom Briefgeschäft in Richtung Paketgeschäft zu transformieren, aber Back sei zu langsam gewesen.

Williams beabsichtigt, die Briefzustellung am Samstag abzuschaffen (Sparpotenzial: 225 Mio. GPB) und die Paketzustellung auf 7 Tage auszuweiten. Für die Zustellung am Samstag und Sonntag müssen Kunden wahrscheinlich einen Aufpreis zahlen. Die britische Regulierungsbehörde Ofcom ist mit der Abschaffung der Samstagszustellung für Briefe einverstanden.



66 Mio. Euro Staatshilfe für französische Post

Wegen Corona hat der Onlinehandel in 2020 stark zugelegt. In Deutschland melden Paketdienste Zuwachsraten von 15 bis 20 Prozent. Beim Briefversand ist die umgekehrte Entwicklung zu beobachten. Nämlich stark sinkende Mengen, weil Unternehmen weniger Werbepost verschicken.

Die französische Post leidet so stark unter den Mindereinnahmen des Briefgeschäfts, dass 66 Millionen Euro Staatshilfe gewährt werden. Das berichtet www.ouest-france.fr. Philippe Wahl, Chef von La Poste, spricht von einem "Schock". Der Post-Universaldienst werde aus dem Gleichgewicht geraten und in 2021 sowie den folgenden Jahren stark defizitär arbeiten.


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