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Chef von GLS wird zum Chef von Royal Mail befördert

Martin Seidenberg
"Deutscher wird Chef von Royal Mail", titelte Paketda im April 2018, als Rico Back befördert wurde. Diese Schlagzeile wiederholt sich im Juli 2023, denn Martin Seidenberg, bisher Chef der GLS-Gruppe, wird Chef der GLS-Muttergesellschaft International Distributions Services (IDS). IDS ist der neue Firmenname des ehemaligen Royal-Mail-Konzerns.

Martin Seidenberg, der zuvor bei Deutsche Post DHL arbeitete und seit 2015 für GLS, kommentierte seine Beförderung wie folgt:

"Es ist ein Privileg, die Leitung von IDS zu übernehmen und sicherzustellen, dass sowohl Royal Mail als auch GLS ihr volles Potenzial ausschöpfen. Wir mögen vor Herausforderungen stehen, aber durch Transformation und die Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern können wir zweifellos eine glänzende Zukunft haben."

Seidensberg Vorgänger, Simon Thompson, wurde u.a. von der mächtigen Postgewerkschaft CWU abgesägt. Außerdem wurde er wegen fachlicher Mängel von britischen Abgeordneten als "inkompetent oder ahnungslos" verspottet. Dieser Kritik schloss sich Rico Back an, der ebenfalls mal Chef von GLS war und anschließend Chef von Royal Mail wurde.

Es bleibt spannend, wie lange sich Martin Seidenberg im Chefsessel von IDS / Royal Mail halten kann. Mehr als zwei Jahre wären als Erfolg zu werten. Royal Mail hat die Transformation vom Brief- zum Paketgeschäft bislang nicht geschafft. Nur die GLS-Paketsparte ist erfolgreich. Deshalb kursierten schon Gerüchte, ob GLS abgespalten und verkauft wird (Paketda berichtete).

Seidenbergs erste Aufgabe ist es, zwei neue Chefs für die IDS-Konzernbereiche Royal Mail (Brief) und GLS Group (Paket) zu finden.

Nachtrag: Mit Wirkung zum 1.10.2023 ist Dr. Karl Pfaff neuer Chef der GLS Group. Er arbeitet seit 2014 für GLS





Ex-Chef Rico Back kritisiert Royal Mail

So berichtete Paketda im Januar 2023

Rico Back wird CEO von Royal Mail
Im Jahr 2020 verlor der gebürtige Hamburger Rico Back seinen Chefposten bei Royal Mail. Medienberichten zufolge war ein schlechtes Verhältnis zwischen Back und der Postgewerkschaft CWU die Ursache.

Jetzt hat sich Rico Back in einem Zeitungsinterview zur aktuell angespannten Situation bei Royal Mail geäußert. Die britische Post wird ständig bestreikt und steckt finanziell in der Klemme. Back meint, dass es Royal Mail auch unter dem neuen Management versäumt habe, die Gewerkschaften und Mitarbeiter auf dem Veränderungskurs mitzunehmen, der aufgrund sinkender Briefmengen und steigender Paketmengen notwendig sei.

Back wörtlich: "Sie [Royal Mail] haben Zeit verschwendet und falsch gehandelt. Die Postmitarbeiter verstehen, dass Veränderungen notwendig sind, aber sie müssen auf eine soziale und freundliche Weise durchgeführt werden. Der Vorstand hat diese Gelegenheit verpasst und geht jetzt unnötig auf Konfrontationskurs. Außerdem hat der Vorstandsvorsitzende noch nie ein großes Unternehmen geleitet, und er hat keine Ahnung von Logistik. Beides zusammen ist eine toxische Mischung."

Back kritisiert außerdem Dividenden-Ausschüttungen an die Aktionäre von Royal Mail. Das Geld hätte lieber für die Transformation vom Brief- zum Paketgeschäft verwendet werden sollen.

Eine mögliche Abspaltung des profitablen GLS-Geschäftszweigs von Royal Mail beurteilt Back kritisch. Analysten schätzen den Wert von GLS zwar auf 4 Milliarden Pfund. Aber wenn Royal Mail die Tochter GLS verkauft, seien die Probleme und finanziellen Verluste im Kerngeschäft von Royal Mail weiterhin ungelöst.

Aktuell übe Royal-Mail-Chef Keith Williams Druck auf die Gewerkschaft aus, indem er mit einem Verkauf von GLS drohe, sofern die Gewerkschaft nicht auf seine Forderungen eingehe. Williams sagte zur "Sunday Times", dass Royal Mail ohne veränderte Arbeitsabläufe nicht überleben werde.

Zeitungsbericht über Rico Back

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Ehemaliger GLS-Chef Rico Back nicht mehr Chef von Royal Mail

So berichtete Paketda im Mai 2020

Der ehemalige GLS-Chef und Mitgründer des Vorgängers German Parcel, Rico Back, wechselte vor fast genau 2 Jahren zum Mutterkonzern Royal Mail. Nun ist schon wieder Schluss!

In einer knappen Pressemeldung teilte das Unternehmen am 15.05.2020 mit: "The Board and Rico Back have agreed he will step down as Group CEO and from the Group Board with immediate effect, and leave Royal Mail on 15 August 2020."

Ein Grund für das Ausscheiden Backs wird nicht genannt. Dass die Trennung überraschend kommt, wird auch am fehlenden Nachfolger deutlich. Manager aus der zweiten Reihe übernehmen vorübergehend Backs Tätigkeiten. Im Aktienkurs von Royal Mail spiegelte sich der Personalwechsel positiv wider; er stieg um 7,5 Prozent.

Die britische Zeitung The Times kommentiert, Rico Back habe eine wichtige Kernkompetenz für den Job gefehlt. Nämlich "die Fähigkeit, den Konzern zu modernisieren, ohne die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer in den Betrieben zu verärgern."

Ein Sprecher der britischen Post-Gewerkschaft CWU sagte laut The Guardian, dass der Chefwechsel bei Royal Mail "einen totalen Strategie- und Richtungswechsel" mit sich bringen müsse. Insbesondere solle ein neuer Chef die Beziehungen zu den Mitarbeitern verbessern.

Wie der Guardian weiter berichtet, verzeichnete Royal Mail vom 30. März bis zum 3. Mai einen Anstieg der Kosten um 40 Millionen Pfund. Grund seien Mehraufwendungen wegen Corona-Maßnahmen, zum Beispiel Überstunden der Mitarbeiter, ein hoher Krankenstand sowie der Kauf von Schutzausrüstung.





Deutscher wird Chef von Royal Mail

So berichtete Paketda im April 2018

Die britische Royal Mail Group bekommt einen neuen Chef. Der gebürtige Hamburger Rico Back übernimmt das Amt des CEO zum 1. Juni 2018.

Rico Back war zuletzt Chef der GLS-Gruppe und startete seine Karriere 1989 als Geschäftsführer von German Parcel. Mit einem Zirkel auf einer Landkarte bestimmte er anhand der Umkreise von 30 regionalen German-Parcel-Paketzentren den Standort des Zentralen Umschlagpunkts in Neuenstein. Im Jahr 1999 wurde German Parcel von Royal Mail gekauft und anschließend international in GLS umbenannt.

Nachfolger von Rico Back in der Position als CEO der GLS-Gruppe wurde der Niederländer James Rietkerk.

Nachtrag vom 26.06.2020: Laut GLS-Pressemitteilung ist James Rietkerk jetzt nicht mehr CEO der GLS-Gruppe. Er hatte das Amt gut 2 Jahre lang inne (2018 bis 2020). Rietkerks Nachfolger ist Martin Seidenberg. Seidenberg war seit 2015 Vorsitzender der Geschäftsführung von GLS Germany. Quelle: GLS


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