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Inkassodienst paket-nachforschung.de wieder beendet

Screenshot der ehemaligen Website

Im Herbst 2020 startete ein neuer Onlineservice unter paket-nachforschung.de. Das Angebot klang für Privat- und Firmenkunden interessant: Gegen eine Provision übernahm der Service die Schadenabwicklung für verlorene und beschädigte Pakete. Als Kunde musste man sich nicht selbst mit Paketdiensten herumärgern, um Schadenersatz zu bekommen.

Im Sommer 2022 ist der Dienst plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Die Website paket-nachforschung.de existiert nicht mehr. Ob sich der Anbieter an den Paketdiensten wohl die Zähne ausgebissen hat? Dass Reklamationen sehr schwierig sind, ist ja allseits bekannt. Paketdienste stellen sich stur und zahlen nicht. Sie hoffen darauf, dass ohnehin kein Kunde den Klageweg beschreitet.

Andere Möglichkeit: Vielleicht nutzen Kunden lieber das verpflichtende Schlichtungsverfahren, dem sich Paketdienste seit Anfang 2021 nicht mehr entziehen können. Möglicherweise werden damit von vornherein Gerichtsverfahren abgewendet. Außerdem ist das Schlichtungsverfahren für Kunden gratis.

Im Fall von paket-nachforschung.de betrug die Provision happige 39 Prozent (Stand 11/2020). Wer beispielsweise ein Paket im Wert von 80 Euro verloren hatte und den Schaden über paket-nachforschung.de geltend machte, musste im Erfolgsfall 31,20 Euro abgeben.

Ein ähnlicher Serviceanbieter, der weiterhin am Markt existiert, ist Easyclaim.io. Zurzeit bietet Easyclaim aber nur einen "Dokumentenerstellungs-Service" an und nicht die komplette Forderungseintreibung.

Ein Hindernis für Legal-Tech-Anbieter könnte auch ein sogenanntes Abtretungsverbot sein. Der Paketdienst DPD hat in seinen AGB eine Klausel, wonach Kunden Forderungen gegenüber DPD nicht an Dritte abtreten dürfen. Der BGH urteilte im April 2020 aber zugunsten eines Legal-Tech-Unternehmens und erklärte ein Abtretungsverbot für unwirksam (vgl. beckmannundnorda.de).


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