DHL: Kontaktlose Zustellung erhöht Reklamationsquote nicht / Steuerfalle für Zusteller, falls Paketdienste Strafzettel bezahlen

DHL: Verzicht auf Unterschrift führt nicht zu mehr Reklamationen

Tobias Meyer, Vorstandsmitglied bei Deutsche Post DHL, erklärt zurzeit in vielen Interviews das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Tenor: Kunden sollen Weihnachtsgeschenke lieber früh bestellen, damit die Paketmengen entzerrt werden. Lieferverzögerungen sind nicht auszuschließen.

Im Hamburger Abendblatt wurde Meyer außerdem gefragt, ob durch die kontaktlose Zustellung vermehrt Pakete verschwinden. Kunden müssen für den Erhalt von Paketen nämlich nicht persönlich unterschreiben; das erledigt der Zusteller.

Laut Meyer bewegt sich die Haftungsquote "im Rahmen der vergangenen Jahre". Es gibt also keine ungewöhnlich hohen Reklamationszahlen. Falls ein Kunde den Nichterhalt eines Pakets meldet, werde solchen "Auffälligkeiten in gewohnter Konsequenz nachgegangen", so Meyer.

Nachtrag vom Dezember 2020: In der Zeitung Märkische Allgemeine erschien ein Interview mit einem DHL-Zusteller, der Meyer widerspricht. Laut Aussage des Zustellers nutzen einige Kunden die kontaktlose Zustellung aus und behaupten, Pakete nicht erhalten zu haben. Mehr dazu hier.



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Paketdienst zahlt Strafzettel: Geldwerter Vorteil für Zusteller?

Bei Legal Tribune Online wird über ein Urteil des Bundesfinanzhofs berichtet, das sich mit der Besteuerung von Strafzetteln befasst. Parkt ein Paketzusteller im Halteverbot und erhält dafür einen Strafzettel, übernehmen manche Paketdienste wohl das Verwarnungsgeld.

Der Bundesfinanzhof sagt, dass der Arbeitgeber gegenüber dem falsch parkenden Zusteller ein Regressanspruch in Höhe des Verwarnungsgelds hat. Wird auf diesen Regress verzichtet (der Zusteller braucht den Strafzettel nicht aus eigener Tasche zahlen), so könnte es sich eventuell um einen geldwerten Vorteil handeln.

Die abschließende Klärung dieser Frage hat der Bundesfinanzhof an das "Finanzgericht Düsseldorf zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zurückverwiesen". Falls ein geldwerter Vorteil bejaht wird, müssten Zusteller auf vom Arbeitgeber bezahlte Strafzettel Steuern bezahlen. Ganzes Urteil: www.bundesfinanzhof.de


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