Neues Paketzentrum bei Graz / Schweizerische Post könnte mit Wettbewerbern kooperieren / Wenn Kunden die Presse einschalten

Logistikzentrum Steiermark in Kalsdorf

Österreichische Post nimmt Neubau in Kalsdorf in Betrieb

62 Millionen Euro investierte die Österreichische Post in ein neues Paketzentrum in Kalsdorf (südlich von Graz). Wie das Unternehmen erst jetzt mitteilte, erfolgte die Inbetriebnahme schon im Juli. Es handelt sich um das größte Paketzentrum der Österreichischen Post.

In der ersten Ausbaustufe beträgt die Sortierleistung 13.500 Pakete pro Stunde. Das Liefergebiet umfasst die Steiermark. Die Mitarbeiterzahl beträgt knapp 370.

Die Österreichische Post hat außerdem bekanntgegeben, alle LKW ihrer Flotte mit Abbiegeassistenten nachzurüsten. Für den Kauf kamerabasierter Warnsysteme für 145 Fahrzeuge wurden ca. 250.000 Euro ausgegeben (umgerechnet ca. 1.700 Euro pro System).

Quelle: Pressemitteilung | Pressemitteilung 2



Filialen der Schweizerischen Post könnten von Wettbewerbern mitgenutzt werden

"Weil die Poststellen nicht aus den roten Zahlen kommen, will die Schweizerische Post ein Tabu brechen", schreibt das Nachrichtenportal Blick.ch. Um zusätzliche Erlöse zu erwirtschaften, sollen Wettbewerber die Paketannahme und -ausgabe in Postfilialen mitbenutzen dürfen.

Ein Sprecher von DPD Schweiz sagte zu Blick.ch, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sei man einer Zusammenarbeit mit der Schweizer Post "grundsätzlich nicht abgeneigt".

Auch der im Mai 2019 gestartete Paketdienst Quickpac hat Interesse an einer Kooperation. Pakete, die nicht zugestellt werden konnten, könnten in Poststellen und Paketanlagen zur Abholung deponiert werden.

Ob die Kooperationen zustande kommen, hängt von den Preisvorstellungen der Schweizerischen Post ab. Post-Finanzchef Alex Glanzmann soll zu Blick.ch gesagt haben, dass bislang keine Verträge abgeschlossen wurden. Man sei aber offen für die Konkurrenz und wolle "das Öffnen fair gestalten".



Bei Paketstreitigkeiten: Öffentlicher Druck durch Medien hilft nicht immer

Paketda empfiehlt Kunden, die in langwierige Streitigkeiten mit Paketdiensten verwickelt sind, oft die Einschaltung von Medien. Durch öffentlichen Druck lassen sich Paketdienste manchmal zur Zahlung von Schadenersatz aus Kulanz bewegen.

Dass diese Maßnahme funktioniert, zeigt ein aktueller Bericht von BILD. Eine Kundin aus Köln beschwerte sich erfolglos beim DHL-Kundenservice, weil ein Zusteller mehrfach Pakete über eine 2-Meter-Hecke in ihren Garten warf.

Als dabei ein Holzbalken zerbrach, hatte die Kundin genug und schaltete BILD ein. Ruckzuck kam eine Antwort der DHL-Pressestelle: "Die 'Art der Zustellung' widerspricht sämtlichen Anweisungen und Regelungen, die bei uns in der Zustellung von Paketen gelten und nach denen wir unsere Zusteller schulen. Der Paketzusteller wurde ermittelt und ermahnt. Er wird im Laufe des Tages bei der Kundin vorbeischauen und sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen."

Doch nicht in jedem Fall lässt sich DHL weichkochen. Der WDR berichtete über ein Akkordeon, das im Rahmen eines Privatverkaufs mit DHL verschickt wurde - inklusive Transportversicherung bis 25.000 Euro. Beim Käufer kam das Akkordeon in einem ramponierten Karton und verstimmt an.

DHL verweigerte Schadenersatz, weil das Akkordeon unzureichend verpackt war. Nachdem sich der WDR einschaltete, veranlasste DHL immerhin eine zweite Begutachtung in der Verpackungsprüfstelle Darmstadt. Als das dortige Urteil wieder "schlecht verpackt" lautete, war nichts mehr zu machen. Der Kunde erhielt nach fast 3 Monaten Auseinandersetzung keinen Schadenersatz.

Käufer und Verkäufer einigten sich privat, indem jeder die Hälfte der Reparaturkosten für das Akkordeon bezahlte.


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