Schweiz: Neuer Paketdienst Quickpac / Planzer-Chef im Interview / Post testet Betrugserkennung

Zustellfahrzeug von Quickpac

Neuer Paketdienst Quickpac

Die schweizerische Handelszeitung (www.handelszeitung.ch) berichtete im letzten Monat über den neuen Paketdienst Quickpac. Dabei handelt es sich um eine Marke der Quickmail AG, dem einzigen privaten Briefdienst in der Schweiz.

► Quickpac soll im Mai 2019 starten. Allerdings nicht flächendeckend sondern in den Kantonen Zürich, Thurgau, Solothurn und Basel-Landschaft. Damit sollen ca. 16% aller Haushalte in der Schweiz erreicht werden.

Zwei Besonderheiten: Quickpac liefert hauptsächlich abends zwischen 17 und 21 Uhr. Empfänger erhalten vorher eine E-Mail oder SMS mit der voraussichtlichen Liefer-Uhrzeit. Und damit die Quickpac-Lieferwagen in den Abendstunden keine Anwohner stören, werden leise Elektrofahrzeuge eingesetzt.

Laut Handelszeitung werden kleinere Pakete, die in den Ablagekasten des Empfängers passen, auch vor 17 Uhr zugestellt. In der Schweiz ist es Vorschrift, dass Briefkästen über ein zusätzliches Ablagefach für große Sendungen verfügen müssen (sog. Milchkasten). Der Kasten muss mindestens 35 x 25 x 15 cm groß sein (vgl. post.ch).

Privatkunden können mit Quickpac Pakete empfangen aber vorerst keine Pakete verschicken. Als Versender will Quickpac Onlineshops gewinnen, die ihre Endkunden taggleich beliefern wollen. Motto: Vormittags bestellen und die Ware am gleichen Abend bekommen. Ab dem Jahr 2020 ist ein Retourenservice geplant, mit dem Privatkunden ihre Onlinebestellungen zurückschicken können.

Quickpac setzt eigenen Angaben zufolge keine Subunternehmer ein sondern stellt alle Mitarbeiter direkt an. Eine Netto-Preisliste ohne 7,7 % Mehrwertsteuer ist bereits auf der Website des Unternehmens veröffentlicht: www.quickpac.ch/de/Listenpreis.

Am preiswertesten ist ein 2kg-Paket mit zweitägiger Lieferzeit, das in den Milchkasten passt: 5 Franken (ca. 4,40 Euro). Zusätzlich berechnet werden Samstagslieferung (2,50 Franken) und Empfängerunterschrift (1,50 Franken).

Die Abendzustellung kostet ebenfalls 1,50 Euro Franken zusätzlich, außer in den Tarifen Priority+ und SameDay. Ein 10kg-Sameday-Paket, das bis 12 Uhr abgeschickt und taggleich zugestellt wird, kostet 12 Franken (ca. 10,60 Euro). Bei direkter Einlieferung im Zieldepot ist spätester Annahmeschluss sogar 15.30 Uhr.



Chef der Spedition Planzer: Eigener Paketdienst schleppend gestartet

Die Schweiz ist für Logistikunternehmen offenbar ein attraktiver Markt, denn schon Anfang 2018 startete die Spedition Planzer einen eigenen Paketdienst namens Planzer Paket (www.planzer-paket.ch). Genau wie Quickpac konzentriert sich Planzer auf der Absenderseite auf Geschäftskunden und bei den Empfängern auf Privatkunden.

Planzer ist eigenen Angaben zufolge das größte private Transportunternehmen der Schweiz und hatte durch seine vorhandenen Umschlagzentren und Bahnverbindungen eine gute Ausgangsposition.

Im einem Interview mit eurotransport.de vom Januar 2019 antwortet Unternehmenschef Nils Planzer auf die Frage, wie der Paketdienst angelaufen sei: "Eher harzig. Die selbst entwickelte IT hat uns vor unerwartete Herausforderungen gestellt. Das hat Zeit gekostet, aber jetzt sind wir unterwegs und entspannter. Im Zeitraum von drei Jahren rechnen wir mit einer gewissen Rentabilität."

Eine deutliche Meinung hat der Chef auch zu Lastenrädern: "Das gehört eigentlich zum Marketing, Geld verdienen lässt sich damit nicht." Planzer weiter: "Ich kenne kein einziges City­logistikprojekt auf der ganzen Welt, das funktioniert."

Ebenfalls ohne Perspektive sind laut Planzer unterirdische Transport-Tunnel wie das schweizerische Vorhaben Cargo Sous Terrain: "Ich kenne keinen gescheiten Logistiker, der da wirklich investiert hat, außer der Post und der SBB, aber die gehören ja dem Staat und müssen das machen, damit sie nett dastehen."



Schweizerische Post testet Betrugsverhinderung durch Paketanalyse

Viele Onlineshops erleiden Verluste durch betrügerische Bestellungen. Betrüger bestellen Ware mit komplett gefälschten Identitäten oder mit echten Identitäten, die sie gekapert haben. Um die Auslieferung solcher ergaunerten Waren zu verhindern, hat die Schweizerische Post offenbar eine neue Methodik entwickelt.

Auf der Website des Verbands des Schweizerischen Versandhandels (www.vsv-versandhandel.ch) findet sich nämlich eine Einladung zu einer Veranstaltung, bei der dieses Thema präsentiert wird.

Die Ankündigung ist sehr kurz und lautet wörtlich: "Im Weiteren stellt die Post das Projekt Betrugsverhinderung durch Paketanalyse vor. Erste Tests sind absolviert, erste Piloten sind mit an Bord."

Die Erkennung von Betrugspaketen befindet sich also noch in der Erprobungsphase. Wie das System funktioniert, ob es überhaupt funktioniert und an welcher Stelle es im Versandprozess eingesetzt wird, bleibt unklar.

► Denkbar wäre beispielsweise, dass die Schweizerische Post die Gültigkeit von Empfängeradressen anhand einer Adressdatenbank prüft. Oder dass eine Blacklist geführt wird mit allen Adressen, die in der Vergangenheit missbräuchlich verwendet wurden. Dadurch könnten Absender vor einer Betrugsabsicht gewarnt werden, noch bevor das Paket abgeschickt oder zugestellt wird.


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