Hermes UK: Zustellbare Pakete wurden versteigert / Amazon Logistics zahlt wenig Gewerbesteuer / GLS: Digitale Nachnahme in Polen

LKW von Hermes UK vor einem Auktionshaus

Hermes UK ließ Pakete versteigern, die gar nicht unzustellbar waren

In der britischen Verbrauchersendung "Got Your Back" auf Channel 4 ging es im April 2020 um Hermes UK. Bei Youtube hat das Video schon fast 500.000 Aufrufe. In der Sendung wurde über unzustellbare Hermes-Pakete berichtet, die in einer Versteigerung landeten.

Paketversteigerungen gibt es auch in Deutschland; sie sind nicht ungewöhnlich. Die Redaktion der britischen TV-Sendung fand jedoch heraus, dass Hermes UK Pakete versteigern ließ, auf denen sich noch die Adressen von Kunden befanden. In einem Fall wurde sogar ein Paket entdeckt, das erst vor 3-4 Wochen abgeschickt wurde und danach offenbar ruckzuck zur Versteigerung freigegeben wurde.

Das Channel4-Team ersteigerte einige Pakete und brachte sie anschließend zu den Kunden, die sie vermissten. Berechtigte Frage: Warum gibt Hermes UK Pakete zur Versteigerung frei, die offensichtlich mit korrekter Adresse beschriftet sind?

Unter einem abenteuerlichen Vorwand gelang es dem TV-Moderator, den Chef von Hermes UK, Martijn De Lange, ans Telefon zu bekommen. De Lange versprach, die Versteigerungspraktiken zu prüfen. Die Hermes-Pressestelle sagte außerdem, jedes Paket werde 28 Tage lang aufbewahrt, bevor es versteigert wird und eigentlich sollten keine persönlichen Kundendaten auf den Paketen sichtbar sein.



Amazon zahlt für Logistikzentren nicht viel Gewerbesteuer

Vor rund einem Jahr wurde bekannt, dass Amazon in der Nähe von Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) ein Verteilzentrum bauen will. Die Kieler Nachrichten berichteten darüber. Es handelt sich um kein Warenlager sondern nur um eine Zustellbasis für Pakete von Amazon Logistics.

Nun sind die Baupläne konkreter geworden. Regionalpolitiker befürchten eine hohe Verkehrsbelastung durch den Amazon-Standort. Laut Hamburger Abendblatt (Bezahlartikel) unter Berufung auf den örtlichen Bürgermeister hat Amazon der Gemeinde "eine mittlere fünfstellige Summe" an Gewerbesteuern pro Jahr versprochen. Mutmaßlich ungefähr 30.000 bis 60.000 Euro.



GLS Polen: Nachnahme kann digital bezahlt werden

Nachnahme-Sendungen sind für Kunden und Paketzusteller oft aufwändig, weil die Bargeldsuche Zeit beansprucht. Aus Sicherheitsgründen haben viele Zusteller außerdem nur ihre private Geldbörse dabei und können große Scheine nicht wechseln.

Eigentlich wäre es an der Zeit, die antiquierte Versandart Nachnahme zu digitalisieren. Warum kann man Nachnahme-Pakete beispielsweise nicht mit Paypal bezahlen oder kontaktlos per EC-Karte / Kreditkarte?

In Polen macht GLS nun einen Schritt in diese Richtung und ermöglicht es Kunden, Nachnahmepakete mit dem System "BLIK" zu bezahlen. Laut GLS handelt es sich um einen "Standard für den mobilen Zahlungsverkehr, auf den sich 2013 die sechs größten polnischen Banken geeinigt haben". Quelle: www.gls-insight.de

Wettbewerber DPD hat sich 2019 für einen anderen Weg entschieden und in Deutschland die Versandart Nachnahme einfach komplett abgeschafft (Paketda berichtete).


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