Fehlende Leitcodierung wird teurer / DPD-Nachnahme / DHL-Express testet Hinterlegung in Postfilialen

DHL: Fehlende Leitcodierung wird teurer

Zum 1. September 2019 erhöht DHL das sogenannte Leitcodenachentgelt. Die Gebühr beträgt dann 49 Cent für jedes Paket, das keinen gültigen Leitcode hat. In diesem Strichcode sind u.a. PLZ, Straße und Hausnummer der Lieferanschrift hinterlegt.

Das Leitcodenachentgelt betrifft nur Geschäftskunden. Privatkunden, die die DHL-Onlinefrankierung nutzen, brauchen das Entgelt nicht fürchten. In der DHL-Onlinefrankierung gibt es ohnehin eine Adressprüfung, die fehlerhafte Daten für die Leitcodierung verhindert. Privatkunden, die einen handschriftlichen Paketaufkleber verwenden, bezahlen den Mehraufwand für die Leitcodierung indirekt durch die teureren Filialpreise im Vergleich zur Onlinefrankierung.

Zum 1. Januar 2020 ändert DHL außerdem die AGB und präzisiert, wann das Leitcodenachentgelt erhoben wird. In den neuen AGB heißt es:

"DHL ist berechtigt, Codierentgelt zu erheben, wenn der Leitcode fehlerhaft oder nicht lesbar ist, so dass entsprechende Sendungen in unseren Paketzentren nachbearbeitet werden müssen.

Dies ist z.B. bei fehlerhaften oder ungültigen Adressen der Fall, aber auch bei Barcodes, die nicht auf der größten Fläche der Sendung aufgebracht sind.

Die auf dem Label befindlichen Barcodes müssen immer auf der größten Fläche des Pakets angebracht sein, auch wenn die Paketmaße kleiner als das angebrachte Label sind."

49 Cent können also berechnet werden, wenn der Leitcode zwar technisch korrekt ist, aber falsch aufs Paket geklebt wurde. Mit dieser Regelung will DHL seine Geschäftskunden dazu bringen, Adresslabel nicht schlampig auf Pakete zu kleben sondern so, dass sie automatisch lesbar sind. Dadurch können in den Paketzentren mehr Sendungen in kürzerer Zeit bearbeitet werden.



DPD: Nachnahme wird wohl eingestellt

Informationen zufolge, die der Paketda-Redaktion zugespielt wurden, wird DPD ab 1. Januar 2020 keine Nachnahme-Pakete mehr anbieten.

In DPD-Paketshops konnten Nachnahme-Pakete noch nie abgewickelt werden. Nun soll der Service auch bei der Haustür-Zustellung entfallen.

Neben dem eingesparten, internen Verwaltungsaufwand ist ein weiterer Grund wahrscheinlich, dass Nachnahme eine veraltete Zahlungsweise ist und Onlineshopper inzwischen lieber andere Zahlungsarten nutzen. In der jährlichen Verbraucher-Umfrage DPD-eShopper-Barometer werden Rechnung und Paypal als beliebteste Zahlungsarten der Deutschen genannt. Nachnahme ist noch unbeliebter als Giropay.



DHL Express testet Paketumleitung an Filialen

Ein Paketda-Leser hat per Kommentar darauf hingewiesen, dass DHL Express offenbar die Paketumleitung an DHL-Paketshops ausprobiert. Im Liefergebiet des Lesers, Mannheim, hat der Kundenservice von DHL Express angeboten, ein Paket mit fehlgeschlagenem ersten Zustellversuch an einen Paketshop umzuleiten.

Letztendlich konnte die Umleitung zwar nicht ausgeführt werden, weil es sich um ein Nachnahme-Paket handelte - aber grundsätzlich ist der Service wohl möglich. Unklar ist, in welchen Regionen und in welchem Zeitraum DHL Express den Service testet(e).

Aus Kundensicht ist es unverständlich, warum es DHL Express seit Jahrzehnten nicht schafft, Pakete in Paketshops zu hinterlegen. Vielleicht hat es damit zu tun, dass DHL Paket und DHL Express zwei stark voneinander getrennte Sparten innerhalb des Post-Konzerns sind, deren Manager sich untereinander nicht abstimmen.


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