Amazon baut Logistikzentrum in Hof / DHL investiert in Routenoptimierung / Melanie Kreis

Amazon baut Logistikzentrum in Hof

In der Gemeinde Gattendorf im Landkreis Hof wird Amazon ein neues Logistikzentrum bauen. Im dortigen Technologiepark Hochfranken sollen ca. 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Das Baugrundstück ist 22 Hektar groß, berichtet die Frankenpost.

Unklar ist noch, um welche Art Logistikzentrum es sich handelt. Für Zustellbasen von Amazon Logistics werden keine 22 Hektar benötigt. Andererseits sind 1.000 Mitarbeiter recht wenig, um ein "großes" Logistikzentrum zu betreiben. Selbst im Amazon-Logistikzentrum Winsen/Luhe, das mit Robotertechnik hochautomatisiert ist, sind 1.800 Mitarbeiter beschäftigt.

Einen weiteren Vergleichswert liefert der Standort von Amazon in Frankenthal: dort steht auf einem 13,9 Hektar großen Grundstück eine Logistikhalle mit 88.000 Quadratmetern Fläche. Die Mitarbeiterzahl beträgt 1.600.

Dem Anschein nach wird das Logistikzentrum in Hof-Gattendorf außergewöhnlich groß und mit ungewöhnlich wenig Mitarbeitern besetzt. Weil Amazon die Standorte immer nach dem nächstgelegenen Flughafen benennt, bekommt Hof-Gattendorf vermutlich das Kürzel HOQ (Flughafen Hof-Plauen).



DHL investiert in Software zur Routenoptimierung

DHL hat per Pressemitteilung bekannt gegeben, in das Startup Greenplan zu investieren. Das Unternehmen entwickelt einen "Algorithmus zur Optimierung von Zustellrouten und Haltesequenzen in der Logistik". Unterstützung kommt von der Universität Bonn sowie DHL-Mitarbeitern.

Greenplan scheint ähnlich zu funktionieren wie die von Hermes verwendete Navigationssoftware Nunav (siehe newsroom.hermesworld.com). Je nach Verkehrslage berechnet die Software anhand der Adressen aller eingeladenen Pakete den schnellsten Fahrtweg

Laut DHL nutzt Greeplan "immer historische Verkehrsmuster" zur Routenberechnung. Dadurch seien bis zu 20% Kosteneinsparungen zu erzielen.

Die von Hermes verwendete Nunav-Software nutzt Echtzeit-Verkehrsdaten. Eigenen Angaben zufolge konnten dadurch 7% der täglich gefahrenen Kilometer eingespart werden (vgl. Hermes Newsroom).



Was Melanie Kreis um drei Ecken mit Wirecard zu tun hat

Melanie Kreis, die im Vorstand der Deutschen Post AG für Finanzen zuständig ist, arbeitet seit 2019 auch im Vorstand der "Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung" (DPR). Dieser Verein wurde 2005 vom Bundesjustizministerium damit beauftragt, die Jahresabschlüsse von Großunternehmen zu prüfen. Dadurch sollten Betrugsfälle verhindert werden.

Aufgrund mutmaßlich per Luftbuchung erzeugter Gelder in Milliardenhöhe beim Pleite-Unternehmen Wirecard wird das Bundesjustizministerium den Vertrag mit der DPR kündigen. Das geht auf einen Bericht der Bild am Sonntag zurück, den andere Medien wie z.B. die FAZ aufgriffen. "Die DPR soll dem Manipulationsverdacht [bei Wirecard] nicht nachgegangen sein", schreibt die FAZ.

Der Vertrag zwischen Justizministerium und DPR (hier als PDF) kann mit einer Vorlaufzeit von 18 Monaten zum Ende eines Jahres gekündigt werden. Alternativ besteht ein "Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund". Es ist nicht bekannt, welche Option das Justizministerium ausüben wird. Klar ist aber, dass der Prüfstelle infolge ihres Versagens die Geschäftsgrundlage entzogen wird. Wird die DPR aufgelöst, verliert Melanie Kreis ihren Nebenjob.


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