So werden Zustellbezirke berechnet / Keine Stammzusteller mehr? / 33% mehr Anträge auf Schlichtung

So berechnet die Post die Größe von Zustellbezirken

Im Pressebereich unter www.dpdhl.com hat die Deutsche Post einen Artikel veröffentlicht, der grob beschreibt, wie Zustellbezirke zugeschnitten werden. Kernstück ist das IBIS-System. Diese Abkürzung steht für "IT-gestütztes Bemessungs- und Informationssystem". Die Software wurde erstmals 1994 verwendet. Damit wird "errechnet, wie groß ein Zustellbezirk ist und welche Arbeitszeit für den betreffenden Zusteller hierbei kalkuliert werden muss", erklärt die Deutschen Post.

In das IBIS-System fließen unter anderem folgende Faktoren ein:

  • Anzahl der zu beliefernden Haushalte
  • Sendungsmengen
  • Zurückzulegende Wegstrecken
  • Verkehrsmittel des Zustellers (z.B. Fahrrad, Auto, zu Fuß)
  • Räumliche Besonderheiten des Zustellstützpunktes
  • Lage der Hausbriefkästen
  • Häufigkeit aufwändiger Sendungsarten (z.B. Einschreiben)

Anpassungen erfolgen, wenn in einem Zustellbezirk beispielsweise Neubauten entstehen oder sich die Sendungsarten verändern. Es werden von Jahr zu Jahr weniger Standardbriefe verschickt, dafür mehr großformatige (Waren-) Sendungen. Passen solche Sendungen nicht in die Hausbriefkästen und die Kunden müssen Benachrichtigungskarten erhalten, erhöht sich der Zeitaufwand für die Zusteller.



Gerücht: Will die Post das Stammzustellerprinzip abschaffen?

Auf dem regionalen Nachrichtenportal aktuelles-aus-suederelbe.de wird über die Abschaffung des Stammzustellerprinzips bei der Deutschen Post in der Niederlassung Brief Hamburg spekuliert. Angeblich will die Post bei der Einsatzplanung flexibler werden. Ein Zusteller soll bis zu 15 Bezirke bedienen können.

Quelle der Gerüchte sollen Postmitarbeiter sein, die in der Gewerkschaft Verdi organisiert sind. Der Autor des Artikels beschreibt sich selbst als "aktiver Gewerkschafter". Er kommentiert die Absichten der Deutschen Post als "Bankrotterklärung beim Thema Service", weil Stammzusteller ihre Bezirke und Postkunden besser kennen würden als ständig wechselnde Zusteller.



33% mehr Anträge auf Schlichtung bei Bundesnetzagentur

Die Schlichtungsstelle Post bei der Bundesnetzagentur hat das Jahr 2019 ausgewertet. Verbraucher, die Streitigkeiten mit Post- und Paketdiensten hatten, reichten insgesamt 1.453 Anträge auf ein Schlichtungsverfahren ein. Das waren 33 Prozent mehr als 2018 (1.092 Anträge).

Die meisten Verbraucher (53,2 Prozent) beantragten eine Schlichtung aufgrund verlorener Sendungen. Platz 2 der Problemfälle belegten beschädigte Sendungen (27,4 Prozent).

Fast alle deutschen Post- und Paketdienste lehnen Schlichtungsverfahren ab. Hermes ist eine löbliche Ausnahme. Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, findet die "standardisierte Teilnahmeverweigerung" ... "wenig kundenfreundlich, da ein Gerichtsverfahren angesichts der oftmals geringen Streitwerte häufig ausscheidet. Den Betroffenen wird auf diese Weise die letzte Möglichkeit genommen, eine Klärung der geltend gemachten Ansprüche zu erzielen und in der Sache Gehör zu finden."

Bis zum Stichtag 31. Dezember 2019 konnte die Schlichtungsstelle Post 1.270 Vorgänge abschließen. In 173 Verfahren einigten sich Kunde und Transportdienst gütlich. Die durchschnittliche Verfahrensdauer betrug hierbei knapp vier Wochen.

250 Anträge auf Schlichtung wurden von der Schlichtungsstelle abgewiesen. Häufig beschwerten sich Verbraucher über eine lange Beförderungsdauer oder Zustellfehler. Solche Dinge können über die Schlichtungsstelle jedoch nicht geklärt werden, weil es sich um keine Verletzung der Postdienstleistungsverordnung handelt.

Quellen: Bundesnetzagentur Pressemitteilung | Tätigkeitsbericht 2019 (PDF)

Anträge auf Verbraucherschlichtung im Jahr 2019


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