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Deutsche Post: Neue Vorbereitungswand spart angeblich Personal ein


Ende letzten Jahres berichtete die Gewerkschaft DPVKOM erstmals über sogenannte Zustellwände oder Vorbereitungswände in Zustellstützpunkten der Deutschen Post. Bislang sortierten Zusteller die Sendungen für ihren Bezirk an eigenen Zustellspinden nach Straßen und Hausnummern. Bei der neuen Zustellwand entfällt der feste Arbeitsbereich, und alle Zusteller stehen nebeneinander an einer großen Wand mit zig Sortierfächern. Die Wand kann flexibel in Abschnitte unterteilt werden, die sich an der Größe des jeweiligen Zustellbezirks orientieren.

Beim Onlineportal suederelbe24.de heißt es unter Berufung auf Insider, dass durch die Zustellwände angeblich bis zu 10% Personal eingespart werden könne. Zitat: "Anfang und Ende einer Tour werden dabei so organisiert, dass sie jederzeit und tagesaktuell durch Kollegen übernommen werden können." Durch diese flexible Tourenplanung sollen allein im Bereich der Deutsche-Post-Niederlassung Hamburg 150 (wohl bislang starre) Zustellbezirke aufgelöst werden.

Laut Gewerkschaft DPVKOM unterstützt die Zustellwand "die Umsetzung der Flexibilisierung, denn unabhängig davon, ob mehr oder weniger Bezirke im Einsatz sind, lässt sich die Tourengröße über eine Wand transparenter und einfacher abbilden und willkürlich eine Zustelltour schneiden". Die Maßnahme sei Teil des Programms "Zustellnetz der Zukunft" zur Effizienzsteigerung. Die Gewerkschaft sieht die Gefahr steigender Unzufriedenheit und Fluktuation unter Postmitarbeitern.



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Zwei Wellen bei der Briefzustellung

So berichtete Paketda im November 2023

DPVKOM schreibt, dass die Deutsche Post einen Leitfaden veröffentlicht habe, "mit dem die Doppelnutzung von Betriebsmitteln in der Vorbereitung der Zustellung eingeführt und umgesetzt werden soll". Zwei Zusteller sollen sich quasi einen Arbeitsplatz teilen, indem sie zu verschiedenen Uhrzeit mit der Arbeit beginnen.

Aus der Paketzustellung ist dieses Modell schon bekannt. DHL-Mitarbeiter sind im Starkverkehr in zwei oder sogar drei Wellen unterwegs, so dass die ersten Zusteller beispielsweise von 7 bis 9 Uhr sortieren und die Zusteller der zweiten Welle von 9 bis 11 Uhr.

Dieses Modell lehnt DPVKOM bei der Brief- und Verbundzustellung ab. Ihrer Meinung nach führt die Doppelnutzung von Betriebsmitteln (Zustellvorbereitungstisch und Paketwagen) dazu, dass die Arbeitsprozesse drastisch verändert werden und der Zustellbeginn verzögert wird. Die Deutsche Post wolle "die Flächennutzung optimieren und natürlich auch Immobilien einsparen".


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