Briefmarken bald an Packstationen? / Deutsche Post gegen verpflichtende Schlichtung / Was Retouren kosten

Packstationen sollen angeblich Briefmarken verkaufen

Die FAZ hat mit Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer gesprochen. Der sagte, die Post und ihre "Partner im Einzelhandel [müssen] überall ein sehr breites Leistungssortiment vorhalten, obwohl manches davon kaum nachgefragt wird".

Meyer wünscht sich deshalb, das Sortiment in Postfilialen auszudünnen. Im Gegenzug sollen Automatenstandorte ausgeweitet werden. Das sollen "weiterentwickelte Packstationen" sein, die z.B. auch Briefmarken verkaufen können.

Diese Strategie klingt merkwürdig, weil DHL aus allen Packstationen das EC-Kartenmodul ausgebaut hat. Auch Drucker sind nicht in jeder Packstation vorhanden. Hinzu kommt, dass immer mehr Briefmarkenautomaten abgebaut werden, weil die Nachfrage an vielen Standorten erheblich zurückgeht (vgl. www.mz-web.de). Warum sollten Briefmarken nun plötzlich an Packstationen von Kunden gewünscht sein?

Denkbar ist vielleicht, dass Kunden Briefmarken online bezahlen und an Packstationen bloß ausdrucken. Bevor solche Pläne Wirklichkeit werden, muss die Post aber erst mal die Erlaubnis erhalten, die Leistungen in Filialen einschränken zu dürfen. Diese Entscheidung liegt bei der Bundesregierung.

Quelle: www.faz.net | www.spiegel.de



Deutsche Post will nicht schlichten lassen

Im bereits erwähnten Artikel der FAZ erklärt Tobias Meyer von der Deutschen Post, dass er von einem verpflichtenden Schlichtungsverfahren bei der Bundesnetzagentur nichts hält. Die Bundesregierung beabsichtigt, ein solches Kundenrecht im neuen Postgesetz zu verankern. Meyer wörtlich:

"Das hört sich für die Kunden erst mal gut an. Aber weil in der Schlichtung keine neuen Fakten - zum Beispiel über den Wert des Paketinhaltes - erhoben werden sollen, würde da einfach der gleiche Vorgang noch einmal auf den Tisch kommen. Außer viel Arbeit für unsere Leute und die Netzagentur wird das nichts bringen. Wir können doch nicht bei identischer Faktenlage mit zweierlei Maß messen, nur weil sich der Beschwerdeweg ändert."

Meyer unterschlägt, dass Sachbearbeiter bei der Deutschen Post derzeit nach Gutdünken entscheiden, wie viel Schadenersatz ein Kunde erhält - oder ob gar nichts gezahlt wird. Als Kunde kann man sich gegen falsche Entscheidungen der Post nur vor Gericht wehren. Aufgrund hoher Kosten klagt kaum ein Kunde. Die Schlichtungsstelle wäre eine preiswerte Instanz, um Entscheidungen der Deutschen Post neutral zu überprüfen. Weiterer Vorteil: Die Post könnte sich nicht mehr damit herausreden, dass nur der Absender Schadenersatz bekommt. Eine Schlichtung kann auch vom Empfänger beantragt werden.

Postvorstand Meyer hat einen Alternativvorschlag parat: eine "pauschalierte Mindesthaftung bei Verlust und Beschädigung". Demnach sollten alle Paketdienste verpflichtet werden, Kunden bei berechtigter Reklamation eine Mindestsumme auszuzahlen. Dazu die Paketda-Redaktion:

"Das hört sich für die Kunden erst mal gut an. Aber weil bei der Mindesthaftung die Fakten - zum Beispiel über den Wert des Paketinhaltes - weiterhin von der Post ignoriert werden können, würde da einfach ein geringer Geldbetrag ausgezahlt werden. Außer wenig Arbeit für die Post wird das nichts bringen. Die können die Mindestsumme überweisen und behaupten, mehr sei nicht möglich."

Quelle: www.faz.net



So günstig ist das Retourenporto für Onlineshops

Dematic, ein Hersteller für Paket-Sortieranlagen, veröffentlichte kürzlich eine Pressemitteilung, um für eine stärkere Automatisierung im Lager von Onlineshops zu werben.

Dabei erwähnte Dematic auch Retouren, die bei Onlinehändlern Portokosten sowie Personalaufwand verursachen. Dematic schreibt:

Dabei kostet jedes zurückgeschickte Paket bis zu 7,93 Euro, von denen 70 Prozent auf die Bearbeitung und die Wiedereinlagerung der Waren entfallen.

Splittet man die 7,93 Euro Gesamtkosten auf, beträgt der 30%-ige Portoanteil laut Dematic-Kalkulation nur 2,38 Euro. Das ist unerwartet niedrig. Wahrscheinlich profitieren nur sehr große Onlineshops von derart günstigen Konditionen. Trotzdem sind Paketdienste wohl in der Lage, Pakete zu diesem Preis noch wirtschaftlich zu transportieren.

Zu bedenken ist auch, dass Retourenpakete normalerweise in Paketshops abgegeben werden und von den 2,38 Euro dann ca. 40 Cent Vergütung für den Paketshop-Betreiber abgezogen werden müssen.


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