Gewerkschaft entwickelt Arbeitszeiten-App für Zusteller / DHL bezahlte Millionen, um Allyouneed Fresh zu verkaufen

Verdi-App für Paketzusteller zur Kontrolle von Arbeitszeiten

Die Gewerkschaft Verdi hat eine Smartphone-App herausgebracht, mit der Paketzusteller und LKW-Fahrer ihre Arbeitszeiten erfassen können. Mit den Daten berechnet die App den Lohn des Fahrers. Außerdem können die dokumentierten Arbeitszeiten im Falle eines Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber als Beweismittel verwendet werden.

Die App namens "Dri.ve" steht für Android- und iPhone-Geräte zur Verfügung. Infoseite: psl.verdi.de/service/

Quelle: Verdi NRW bei Facebook



Offenbar millionenschwere Mitgift von DHL bei Verkauf von Allyouneed Fresh

Im September 2018 hat DHL sein Tochterunternehmen Allyouneed Fresh verkauft (Paketda berichtete). Das Geschäft wurde von der Delticom AG übernommen, die bereits zuvor mit Gourmondo.de und Lebensmittel.de im Lebensmittel-Onlinehandel aktiv waren.

Im Blog von Exciting Commerce wurden nun bemerkenswerte Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2018 (PDF) der Delticom AG aufgedeckt.

Im Geschäftsbericht auf Seite 54 heißt es, es seien Einnahmen "aus der Übernahme von Allyouneed Fresh aufgrund des negativen Kaufpreises und der übernommenen Barmittel in Höhe von 5,6 Mio. Euro" erzielt worden.

Ein negativer Kaufpreis bedeutet, dass DHL Geld bezahlen musste, damit Delitcom Allyouneed Fresh übernimmt. Auf dem Konto von Allyouneed Fresh befanden sich außerdem 5,6 Millionen Euro, die Delticom ebenfalls erhielt.

Auf Seite 49 des Geschäftsberichts sind die Zahlen noch präziser:

"Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Berichtszeitraum um 47,4 % auf 38,1 Mio. Euro (2017: 25,8 Mio. Euro). Der Anstieg resultiert vornehmlich aus Erträgen in Zusammenhang mit der Akquisition von Allyouneed Fresh in Höhe von 11,4 Mio. Euro."

Wenn Delticom insgesamt 11,4 Millionen Euro durch die Übernahme von Allyouneed Fresh erhielt, und davon waren 5,6 Millionen Barmittel, dann hat DHL wohl weitere 5,8 Millionen Euro draufgelegt, um Allyouneed Fresh loszuwerden.

Es wäre interessant zu wissen, warum DHL den Allyouneed-Fresh-Onlineshop nicht komplett geschlossen hat, wie es zuvor mit dem Marktplatz allyouneed.de gemacht wurde. Eventuell wäre eine Schließung finanziell noch teurer geworden als der verlustbringende Verkauf an Delticom (z.B. durch Abfindungen an Mitarbeiter, langfristig geschlossene Mietverträge für Lager, etc.).

An den vereinnahmten Millionen erfreute sich Delticom übrigens nur kurz. Auf Seite 5 des Geschäftsberichts steht, dass es in der zweiten Jahreshälfte 2018 einen "Anstieg der Kostenbasis" gab, den das Unternehmen "durch die im Rahmen der Übernahme von Allyouneed Fresh erzielten Erträge weitestgehend kompensieren" konnte. Die Allyouneed-Millionen flossen offenbar in andere Geschäftsfelder der Delticom AG, um dort Mindereinnahmen auszugleichen.


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