TV-Bericht über Postprobleme / Österreichische Postagenturen sollen 56% weniger bekommen / DHL lässt auf Handscanner schauen

SWR Mediathek Screenshot

SWR berichtete über Postprobleme

Am vergangenen Donnerstag strahlte der SWR einen Bericht über die Deutsche Post aus. Es wurden diverse Probleme thematisiert wie z.B. die unregelmäßige Briefzustellung, lange Laufzeiten und ausverkaufte Briefmarken.

In der Sendung wurden drei Bürger zugeschaltet sowie der Pressesprecher der Bundesnetzagentur, Fiete Wulff. Er sagte, dass es kein bundesweites Problem mit der Zustellqualität gebe. Sie entspreche den gesetzlichen Vorgaben.

Durch die Auswertung von Bürgerbeschwerden erkennt die Bundesnetzagentur aber, dass es regionale Zustellmängel gibt. Solche regionalen Probleme könne die Bundesnetzagentur "leider förmlich nicht verfolgen". Wullf sagte weiter: "Da reichen die rechtlichen Mittel, die wir an der Hand haben, nicht aus. Wir würden uns wünschen, dass der Gesetzgeber uns hier die Möglichkeit einräumen würde, die Post zu sanktionieren, zum Beispiel Bußgelder zu verhängen."

Gegenüber dem SWR rechnete die Pressestelle der Deutschen Post die Beschwerden klein: "Im Vergleich dazu lagen die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur nicht mal mehr im Promillebereich. (...) Wir sprechen hier statistisch von einer Beschwerde (...), die im vergangenen Jahr auf 1,7 Millionen beförderte Sendungen entfiel."

Diese statistisch spitzfindige Argumentation der Post ist in letzter Zeit häufiger zu beobachten. Weil das Unternehmen keine eigenen Beschwerdestatistiken veröffentlicht, setzt es einfach die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur in Relation zur Gesamtmenge aller beförderten Sendungen.

Mit dieser Methode lässt die Post sämtliche Beschwerden unter den Tisch fallen, die Kunden nicht an die Bundesnetzagentur gerichtet haben sondern direkt an die Deutsche Post. Dadurch ergibt sich die legale - aber kritikwürdige - Aussage, dass die Beschwerden "nicht mal mehr im Promillebereich" liegen würden.

Quelle: SWR Mediathek



Österreichische Postfilialen: Vergütung sinkt von 90 auf 40 Cent pro Paket

Die Österreichische Post plant harte Einschnitte für private Paketshop-Betreiber. Bislang erhalten die sogenannten Postpartner 90 Cent für jedes Paket, das ein Kunde in ihrer Filiale abgibt.

Laut ORF wird die Vergütung zum 1. August 2019 auf 40 Cent gesenkt; also rund 56% weniger Geld! Angeblich würden immer mehr Postpartner aufgeben, "weil es sich wirtschaftlich nicht mehr auszahlt."

Ungewöhnlich: Bis zum Jahresende 2019 zahlt die Österreichische Post freiwillig weiterhin 90 Cent pro Paket an alle Filialpartner. Unklar ist, warum die Senkung auf 40 Cent so plötzlich zum 1.8. erfolgt, wenn sie praktisch erst 2020 wirksam wird. Der ORF zitiert aus einem Informationsbrief an die Postpartner, wonach die Zeit bis zum Jahresende genutzt werden soll, um das final ab 2020 gültige Provisionsmodell zu erarbeiten.

Die Österreichische Post begründet die Senkung der Paketvergütung mit "der Wettbewerbssituation und der Mengenentwicklung". 40 Cent pro Paket seien ein "marktübliches Niveau".

Ein Branchenkenner sagte gegenüber Paketda, die Senkung der Vergütung stehe im Zusammenhang mit der Übernahme des Geschäfts von DHL Paket Austria durch die Österreichische Post AG. Dadurch ist ein Wettbewerber weggefallen und die Österreichische Post baut ihren Marktanteil auf ca. 70 Prozent aus.

Quelle: kaernten.orf.at | vorarlberg.orf.at



DHL lässt auf Handscanner schauen

Die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, besuchte in der vergangenen Woche das DHL-Paketzentrum Neuwied. Sie begleitete außerdem einen Paketzusteller und half bei der Auslieferung von 235 Paketen.

Bei Twitter veröffentlichte die Ministerin ein Foto vom DHL-Handscanner, auf dem die genaue Anzahl auszuliefernder und abzuholender Pakete angezeigt wird (siehe Bild unten). Pakete, die an eine Filiale oder Packstation adressiert sind, werden separat gezählt.

Bei Abholaufträgen erkennt der Zusteller im Handscanner, wie viele Abholungen in einem bestimmten Zeitfenster erfolgen müssen, wie viele Zweitzustellungen es gibt (Paket aus Filiale abholen) und wie viele Abholungen "mit Etikett" erfolgen sollen. Letzteres bedeutet wahrscheinlich, dass der Zusteller den Paketaufkleber ausdrucken und zum Kunden mitbringen muss.

Blick auf DHL-Handscanner


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