Laut Welt.de: 88,3 Prozent der Briefe nach 1 Tag beim Empfänger / DHL-Kundenservice bestreitet Erhalt von Einschreiben

Bericht der "Welt": E+1-Quote angeblich unter 90 Prozent gerutscht

Aus einem nicht näher definierten "Bericht der Netzagentur" will Welt.de erfahren haben, dass im Jahr 2018 nur 88,3 Prozent der innerdeutschen Briefsendungen einen Tag nach dem Abschicken beim Empfänger zugestellt wurden. Diese Lieferzeit wird auch als E+1 bezeichnet.

Auf www.deutschepost.de macht die Deutsche Post die Eigenaussage, dass "rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung beim Empfänger" ankommen.

Stimmen die von Welt.de veröffentlichten Zahlen, wäre die Eigenaussage der Deutschen Post entweder veraltet oder sie basiert auf einem anderen Messverfahren. Laut Welt.de wurde im Jahr 2011 eine E+1-Quote von 93,7 Prozent erreicht und in 2018 wie gesagt nur 88,3 Prozent.

Merkwürdig: Die Bundesnetzagentur führt seit Anfang der 2000er Jahre aufgrund von Budgetkürzungen keine eigenen Laufzeitmessungen mehr durch (Paketda berichtete). Deshalb ist unklar, aus welcher Quelle die Daten aus dem von Welt.de zitierten Netzagentur-Bericht eigentlich stammen und wie valide sie sind.

Quelle: www.welt.de



DHL bestreitet Erhalt von Einschreiben mit Rückschein

In der MDR-Sendung "Mach dich ran" vom 22.04.2019 half Moderator Mario Richardt einer leidgeplagten DHL-Kundin aus Machern bei Leipzig (hier in der Mediathek). Aufgabe des Moderators war es, innerhalb eines Tages ein verschollenes Paket wiederzufinden oder der Absenderin Schadenersatz zu verschaffen.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Ein DHL-Pressesprecher versprach letztendlich, dass die Kundin Schadenersatz erhalten wird, weil das Paket "höchstwahrscheinlich" verloren gegangen sei.

Worum ging es? Die Kundin aus Machern verschickte im September 2018 ein bei eBay verkauftes Handy nach Spanien, das dort nicht ankam. Die MDR-Sendung wurde offenbar im Februar 2019 aufgezeichnet (Quelle: saechsische.de), so dass DHL 4 bis 5 Monate Zeit für Nachforschungen hatte.

Vor der Kamera beschrieb die Kundin ihre Anstrengungen, um auf eigene Faust Schadenersatz von DHL zu erhalten. Doch vergeblich. Wörtlich berichtete sie:

"Man kommt an niemanden ran. Es ist immer nur Callcenter. Ich habe ein Einschreiben mit den ganzen Unterlagen an die Post geschickt, weil die behauptet haben, die Unterlagen wären nicht angekommen. Man muss das ja online hochladen, und die haben behauptet, alles wäre nicht angekommen. Deshalb habe ich ein Einschreiben verschickt."

Moderator: "Und da haben Sie sogar einen Rückschein."

Kundin: "Da habe ich einen Rückschein mit Unterschrift. Und hinterher hat man mir gesagt: Das kann gar nicht sein!"

Kundin weiter: "Es ärgert mich total, dass man an keine Stelle rankommt. Man wird immer nur vom Kundenservice auf Ende der Woche vertröstet: »Das wird schon, wir müssen noch warten.« Aber an jemanden, der etwas zu sagen hat, oder der einem helfen kann, kommt man einfach nicht ran."

Nachdem sich der MDR-Moderator des Falls annahm, trat schließlich ein DHL-Pressesprecher vor die Tür und gab das Versprechen auf Schadenersatz ab. Bei genauem Hinhören (bei Minute 6:00) ist der Schadenersatz aber an Bedingungen geknüpft.

Trotz etlicher Monate Bearbeitungszeit sei der Fall für DHL "nicht ganz abgeschlossen". Die spanische Post müsse noch Rückmeldung geben, ob das Paket wirklich verloren gegangen ist. - Eine typische Reaktion bei internationalen Reklamationen. Die beteiligten Postunternehmen schieben sich immer gegenseitig die Schuld zu, und der Kunde guckt in die Röhre...


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