Paketshops kostengünstiger als Paketstationen / Kunden bevorzugen bestimmte Paketdienste / DHL-Handscanner registrieren alles

Paketshops verursachen niedrigere Kosten als Paketabholautomaten

Martin Sarch, ein Ex-Manager von Canada Post und inzwischen Berater für Postunternehmen, rät von sog. Smart Lockers ab. Diese Meinung vertritt er in einem Kommentar für das Magazin postalandparceltechnologyinternational.com. Paketshops seien kosteneffizienter, weil ihre technische Ausstattung preiswerter sei als die Anschaffung eines Paketautomaten.

Sarch hat ausgerechnet, dass Abholautomaten pro Paket Kosten in Höhe von US$ 0,30 bis US$ 0,50 verursachten. Das sei etwa halb so teuer wie eine Haustürzustellung. In der Kalkulation unberücksichtigt sind die Stellplatzmiete sowie eventuelle Kosten für Großreparaturen.

Sarch unterscheidet "Smart Lockers", die einen Stromanschluss und Internetverbindung benötigen, von mechanischen Paketstationen ohne Stromanschluss. Solche Outdoor-Postfächer, die sich per Schlüssel öffnen lassen, sind in Deutschland unbekannt. Sarch nimmt mechanische Paketstationen von seiner Kritik aus. Sie würden zwar ungefähr gleich hohe Kosten wie "Smart Locker" verursachen, seien aber in der Anschaffung und im laufenden Betrieb preiswerter.

In Kanada gibt es Outdoor-Postfachanlagen unter dem Begriff "Community Mailboxes" (siehe canadapost.ca). Sie wurden in Kanada in 2014 großflächig eingeführt; jedoch zum Unmut vieler Bürger, die Post und Pakete seitdem nicht mehr nach Hause geliefert bekommen sondern zu den Postfachanlagen. Im Januar 2018 wurde das Aufstellen weiterer Community Mailboxes von der kanadischen Regierung gestoppt (Quelle: cbc.ca). Sarch war bis Dezember 2017 Manager bei Canada Post.



Paketempfänger haben Lieblingspaketdienste

Das Marktforschungsunternehmen Spectos hat knapp 1500 Verbraucher zu Erfahrungen mit Paketdiensten befragt. Die Ergebnisse gibt es unter www.spectos.com in einer Infografik. Die Grundgesamtheit der Studie ist auf Kunden des Paketmarktes ausgelegt (und nicht auf Deutschlands Gesamtbevölkerung).

Ein Aspekt der Umfrage ist besonders interessant. Nämlich die hohe Anzahl jener Kunden, die Wert auf die Lieferung durch einen bestimmten Paketdienst legen. 52% der von Spectos befragten Verbraucher haben dieser Aussage zugestimmt. Rund die Hälfte hat also einen Lieblingspaketdienst.

Daraus kann man schlussfolgern, dass Verbraucher Unterschiede in der Zustellqualität wahrnehmen und schließlich eine Präferenz für bestimmte Paketdienste entwickeln.

Überraschend ist außerdem, dass 68% der Befragten die Paketlieferung an einen selbstgewählten Abholort (z.B. Paketshop, Packstation) befürworten. In Umfragen anderer Unternehmen wird sonst immer die Lieferung zur Hausanschrift am häufigsten gewünscht. Allerdings ist die Spectos-Umfrage nicht 1:1 mit anderen Umfragen vergleichbar, weil sich andere Umfragen i.d.R. auf Deutschlands Gesamtbevölkerung beziehen und Spectos explizit Paketkunden befragt hat.



DHL-Handscanner registrieren alles

Vor Weihnachten erschien beim Gießener Anzeiger eine Reportage über die Zustellbasis in Langgöns. Ein Zeitungsreporter begleitete einen DHL-Boten auf seiner Tour.

Der Zusteller sagte, dass der Handscanner "Pausen, Orte, Zeiten" aufzeichne und sogar die Dauer, wie lange sich der Lieferwagen nicht bewegt. Außerdem werden von DHL die sogenannten Rückkehrzeiten ausgewertet. Also die Uhrzeit, zu der ein Zusteller seine Tour beendet. Der Gießener Anzeiger zitiert den Zusteller wie folgt: "Gerade junge Leute machen schnell, schnell - da gibt's Minusstunden. Das baut sich auf, bis es eines Tages heißt: Wir machen einen Bezirk größer. Schon ist ein Zusteller eingespart."

Ob diese Behauptung tatsächlich zutrifft, wird im Zeitungsbericht nicht weiter aufgeklärt. Quelle: www.giessener-anzeiger.de



Pünktlichkeitsquote von DHL Express Stuttgart

Die Stuttgarter Nachrichten haben die Niederlassung von DHL Express am Flughafen Stuttgart besucht. Der dortige Niederlassungsleiter sagte, seit der Eröffnung in 2013 sei im Depot noch kein einziges Paket verloren gegangen.

Laut Zeitungsbericht erfolgen 96,6 Prozent aller Zustellungen pünktlich; also zum ursprünglich geplanten Liefertermin. Im Text heißt es weiter: "Bei den übrigen 0,4 Prozent an Paketen ist entweder niemand zu Hause bei Auslieferung - oder die Adresse ist falsch, unleserlich oder nicht existent. Um die richtige herauszufinden, gibt es ein eigenes Team von sechs Mitarbeiterinnen."

Die 0,4 Prozent passen nicht zu den 96,6 Prozent. Wahrscheinlich sind 3,4 Prozent gemeint. Die Pünktlichkeitsquote erscheint sehr hoch, sie lässt sich aber nicht mit anderen (Express-) Paketdiensten vergleichen, weil Wettbewerber keine Daten veröffentlichen. Auch von DHL Express waren solche Veröffentlichungen bislang nicht bekannt.

Ebenfalls interessant: An der Röntgenanlage, mit der bei DHL Express in Stuttgart Luftfracht geprüft wird, wechseln sich die Mitarbeiter alle 15 Minuten ab, um Konzentrationsschwächen vorzubeugen.

www.stuttgarter-nachrichten.de


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