GLS erhöht Privatkunden-Preise / WDR berichtet über Obdachlose / Wenig Trinkgeld für Zusteller / DPD Baltics mit Lohnzuschlag

GLS hat Privatkunden-Preise erhöht

GLS wollte den Jahreswechsel nicht abwarten und hat als erster Paketdienst in Deutschland das Porto für Privatkunden erhöht. Darauf hat uns ein aufmerksamer Paketda-Nutzer hingewiesen - vielen Dank.

Die aktuelle Preisliste von GLS in Euro mit Preiserhöhungen in Klammern, Stand 12/2018

XS-Paket / 3,89 online / 3,99 im Shop (unverändert)
S-Paket / 4,39 online (+0,10) / 4,79 im Shop (+0,30)
M-Paket / 5,89 online / 6,69 im Shop (unverändert)
L-Paket / 9,89 online / 10,89 im Shop (unverändert)
XL-Paket / 17,99 online (+2,00) / 18,99 im Shop (+2,19)

Es ist zu erwarten, dass mit Beginn des Jahres 2019 weitere Paketdienste die Preise für Privatkunden erhöhen. Bei Sellerforum.de, einem Forum für Versandhändler, schreibt ein Nutzer, dass DPD die Preise für Privatkunden unter anderem deshalb erhöhen werde, weil die Geschäftskundenpreise sonst auf gleichem Niveau wie die Privatkundenpreise liegen würden.



WDR berichtet über Obdachlose

Ausgelöst durch die Berichterstattung in der Reihe "Könnes kämpft" gelingt es dem WDR, weitere Kontakte zu Insidern der Paketbranche zu knüpfen. Die TV-Reporter kommen an immer haarsträubendere Informationen über die Arbeitsbedingungen bei Subunternehmern.

Am 28.11.2018 berichtete WDR im Magazin Markt erneut zum Thema "Paketwahnsinn". Hier in der Mediathek läuft der Beitrag ab Minute 7:30.

Ein Teil der neuen Recherchen wurde schon Mitte November öffentlich, weil ein Hermes-Subunternehmer Obdachlose beschäftigt haben soll (Paketda berichtete). Hermes teilt mit, dass diesem Subunternehmer zum 31. Oktober 2018 gekündigt wurde, nachdem es interne Kontrollen gab (Quelle: Pressemitteilung). Die Kündigung fand also mutmaßlich vor dem Zeitpunkt der WDR-Recherchen statt.

Andererseits muss sich Hermes vorhalten lassen, warum die Zustände vorher jahrelang unbemerkt blieben. Obdachlose sollen "seit Jahren" für Hermes gearbeitet haben, sagte laut WDR eine Mitarbeiterin der Düsseldorfer Obdachlosenhilfe FiftyFifty. Außerdem sagte sie: "Wir haben hier Situationen erlebt, da standen bis zu 6 Leute mit ihren Hermes-Uniformen bei uns in der Einrichtung, um gleichzeitig ihre Post abzuholen."

Auch ein Subunternehmer von Amazon Logistics soll einen Obdachlosen beschäftigt haben. Der vom WDR interviewte Betroffene sagte, dass er mit einem Lohnversprechen von 1500 Euro netto in den Job gelockt wurde. Nach einem Monat Arbeit in Vollzeit wurden ihm jedoch nur 900 Euro ausgezahlt. Der Subunternehmer wollte sich aufgrund eines laufenden Gerichtsverfahrens dazu nicht äußern.

Quelle: www.wdr.de



Nur 26 Prozent geben Trinkgeld

Im Vergleich mit anderen Dienstleistungsberufen erhalten Paketzusteller in Deutschland nur selten Trinkgeld. YouGov.de befragte zu diesem Thema 1.136 Erwachsene per Online-Fragebogen. Die Ergebnisse sollen eigenen Angaben zufolge repräsentativ sein.

Laut YouGov geben 8 Prozent der Bundesbürger ihrem Paketzusteller "regelmäßig" ein Trinkgeld. 18 Prozent geben "hin und wieder" ein Trinkgeld. 62 Prozent geben Paketzustellern generell kein Trinkgeld. Die restlichen 12 Prozent haben entweder keinen Kontakt mit Paketzustellern oder können sich nicht erinnern.

Zum Vergleich: Kellner bekommen von 73 Prozent der Deutschen regelmäßig Trinkgeld. Bei Frisören sind es 60 Prozent und bei Taxifahrern 39 Prozent.

Die Marktforscher fragten auch danach, inwieweit Kunden bereit sind, 1 Euro Aufschlag für die Paketzustellung zu bezahlen. Die höchste Bereitschaft (24 Prozent) besteht, wenn der 1 Euro dafür sorgen würde, dass das Paket an einem Wunschtermin geliefert wird. 22 Prozent sagen, dass sie mit dem 1 Euro faire Arbeitsbedingungen unterstützen würden. Alle Details in der nachfolgenden Grafik.



Quelle: yougov.de



DPD Baltics berechnet Geschäftskunden variablen Lohnzuschlag

Geschäftskunden finden auf ihrer Paketdienst-Abrechnung in der Regel einen variablen Dieselzuschlag. Dieser wird monatlich neu berechnet und schwankt mit dem Dieselpreis. Je teurer der Sprit, desto teurer das Porto für Geschäftskunden. DPD veröffentlicht den Dieselzuschlag auf seiner Website www.dpd.com.

In den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen hat DPD nun einen Lohnzuschlag eingeführt ("Labor surcharge"). Vereinfacht gesagt steigt das Porto für Geschäftskunden automatisch, wenn die Löhne für Paketzusteller steigen. Ausgangsbasis sind die jährlichen Lohnniveau-Erhebungen der statistischen Ämter Estlands, Lettlands und Litauens.

Beim Fachmagazin Postal and Parcel Technology International ziehen die Autoren das Fazit, dass der Lohnzuschlag für Geschäftskunden negativ sei. Wenn Paketdienste zu viele Preisbestandteile variabel in Rechnung stellten, könnten Kunden im Voraus nicht verlässlich ihre Portokosten kalkulieren.

In den baltischen Ländern verfüge DPD allerdings über eine starke Marktposition, so dass es dem Unternehmen angeblich leichter falle, solche Zuschläge durchzusetzen als in europäischen Ländern mit mehr Wettbewerbern.

Quellen: postalandparceltechnologyinternational.com | DPD Estland | DPD Litauen


Zum Abschluss dieser Kurznachrichten passt der nachfolgende Song aus dem Neo Magazin ("Wir sind Versandsoldaten" - Jan Böhmermann & der Chor der Scheinselbständigen):


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