Sperrgut macht DHL schwer zu schaffen

DHL erhöht zum 1. Januar 2019 die Preise für Geschäftskunden. Über das Thema berichteten erwartungsgemäß alle Wirtschaftsmedien. Aktionäre der Deutschen Post nahmen die Pläne positiv auf; die Aktie stieg um etwa 1,3%.

Achim Dünnwald, Chef von DHL Parcel: "In Zeiten eines von Vollbeschäftigung und Ressourcenknappheit geprägten Paketmarktes müssen wir unter anderem für ausreichend Personal- und Transportkapazitäten sorgen. Dies ist mit deutlichen Kostensteigerungen verbunden. Deshalb werden wir unsere Preise stärker als in den Vorjahren anpassen."

DHL plant keine Mengenbegrenzungen oder Sondergebühren während des Weihnachtsgeschäfts. Allerdings werden Sperrgut-Sendungen für Geschäftskunden deutlich teurer. Dazu Achim Dünnwald: "Der starke Anstieg des Sperrgutaufkommens schränkt betriebliche Abläufe ein und führt zu besonders starken Komplexitäts- und Kostensteigerungen." Aus diesem Grund müssen Absender sperriger und schwerer Pakete ab 2019 mit stark steigenden Extrakosten rechnen.

In den USA berechnet UPS seinen Kunden seit dem 8. Juli 2018 ebenfalls höhere Gebühren für Sperrgut. Betroffen sind Sendungen mit einem Gurtmaß zwischen 130 und 165 Inch (ca. 330 bis 420 cm). Zum Vergleich: Das maximale Gurtmaß bei DHL-Paketen beträgt 360 cm.

US-Branchenexperte Dean Maciuba sagte kürzlich im Postalhub-Podcast (ab Minute 6), dass viele regionale Sortierzentren von UPS veraltet seien und mit Sperrgut schlecht umgehen könnten. Mit Zuschlägen von 80 bis 650 US-Dollar sollen UPS-Kunden von vornherein vom Sperrgutversand abgehalten werden. Fedex sei laut Maciuba weniger streng, weil in deren modernen Sortierzentren auch Sperrgut effizient bearbeitet werden könne.

Die DHL-Preiserhöhung für Sperrgut dürfte insbesondere Möbel-Onlineshops negativ überraschen wie z.B. Home24 oder XXXLutz. Der Otto-Versand ist im Bereich Möbellieferungen mit dem hauseigenen Hermes-Einrichtungsservice hingegen gut aufgestellt.

Quellen: Pressemitteilung DHL Deutsche Post Group | www.reuters.com

Nachtrag vom 21.09.2018: Das Handelsblatt kennt angeblich konkrete Zahlen des neuen Sperrgut-Aufschlags für Gschäftskunden. Altkunden sollen demnach 7,95 Euro pro Sendung gezahlt haben. Bei Neukunden berechnet DHL wohl 20 Euro pro Sendung.


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