Logistiktram in Frankfurt / Sperrgut macht DHL schwer zu schaffen / Hermes in Woringen geschlossen


Frankfurt startet Pilotprojekt zur Lieferung per Straßenbahn

Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF hat in Kooperation mit dem Paketdienst Hermes sowie weiteren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein Pilotprojekt zur Paketbeförderung per Straßenbahn gestartet. In verkehrsschwachen Zeiten kommt in Frankfurt eine Logistiktram zum Einsatz, mit der spezielle Containerboxen befördert werden.

Die Containerboxen werden an festgelegten Straßenbahn-Haltestellen ausgeladen und warten in Mikrodepots auf den Weitertransport durch Fahrradkuriere. Dank spezieller Fahrradanhänger müssen die einzelnen Pakete zum Umladen nicht aus der Containerbox entnommen werden. Die Box kann im Ganzen auf den Anhänger geladen werden.

In der aktuell gestarteten Testphase werden die Paketcontainer zwischen dem VGF-Betriebshof im Gutleutviertel sowie dem Frankfurter Messegelände transportiert. Von 1901 bis 1951 gab es in Frankfurt am Main bereits eine eigene Straßenbahn, mit der ausschließlich Post befördert wurde (vgl. Wikipedia).

Quellen: logistiktram.de | www.vgf-ffm.de | www.welt.de

Update vom April 2019: Unter newsroom.hermesworld.com hat Hermes einen ausführlichen Artikel zum Pakettransport per Straßenbahn veröffentlicht. Der Pilotversuch in Frankfurt wird erwähnt, aber es liegen noch keine Ergebnisse vor.



Sperrgut macht DHL schwer zu schaffen

Die Preissenkung beim Päckchen S zum 1. Juli 2018 wurde von der DHL-Presseabteilung merkwürdigerweise unter den Teppich gekehrt. Umso erstaunlicher ist nun die offene Ankündigung starker Preiserhöhungen bei DHL-Geschäftskunden zum 1. Januar 2019. Über das Thema berichteten erwartungsgemäß alle Wirtschaftsmedien. Aktionäre der Deutschen Post nahmen die Pläne positiv auf; die Aktie stieg um etwa 1,3%.

Achim Dünnwald, Chef von DHL Parcel: "In Zeiten eines von Vollbeschäftigung und Ressourcenknappheit geprägten Paketmarktes müssen wir unter anderem für ausreichend Personal- und Transportkapazitäten sorgen. Dies ist mit deutlichen Kostensteigerungen verbunden. Deshalb werden wir unsere Preise stärker als in den Vorjahren anpassen."

DHL plant keine Mengenbegrenzungen oder Sondergebühren während des Weihnachtsgeschäfts. Allerdings werden Sperrgut-Sendungen für Geschäftskunden deutlich teurer. Dazu Achim Dünnwald: "Der starke Anstieg des Sperrgutaufkommens schränkt betriebliche Abläufe ein und führt zu besonders starken Komplexitäts- und Kostensteigerungen." Aus diesem Grund müssen Absender sperriger und schwerer Pakete ab 2019 mit stark steigenden Extrakosten rechnen.

In den USA berechnet UPS seinen Kunden seit dem 8. Juli 2018 ebenfalls höhere Gebühren für Sperrgut. Betroffen sind Sendungen mit einem Gurtmaß zwischen 130 und 165 Inch (ca. 330 bis 420 cm). Zum Vergleich: Das maximale Gurtmaß bei DHL-Paketen beträgt 360 cm.

US-Branchenexperte Dean Maciuba sagte kürzlich im Postalhub-Podcast (ab Minute 6), dass viele regionale Sortierzentren von UPS veraltet seien und mit Sperrgut schlecht umgehen könnten. Mit Zuschlägen von 80 bis 650 US-Dollar sollen UPS-Kunden von vornherein vom Sperrgutversand abgehalten werden. Fedex sei laut Maciuba weniger streng, weil in deren modernen Sortierzentren auch Sperrgut effizient bearbeitet werden könne.

Die DHL-Preiserhöhung für Sperrgut dürfte insbesondere Möbel-Onlineshops negativ überraschen wie z.B. Home24 oder XXXLutz. Der Otto-Versand ist im Bereich Möbellieferungen mit dem hauseigenen Hermes-Einrichtungsservice hingegen gut aufgestellt.

Quellen: Pressemitteilung DHL Deutsche Post Group | www.reuters.com

Nachtrag vom 21.09.2018: Das Handelsblatt kennt angeblich konkrete Zahlen des neuen Sperrgut-Aufschlags für Gschäftskunden. Altkunden sollen demnach 7,95 Euro pro Sendung gezahlt haben. Bei Neukunden berechnet DHL wohl 20 Euro pro Sendung.



Hermes hat Verteilzentrum in Woringen / Memmingen geschlossen

Einem aufmerksamen Paketda-Nutzer zufolge ist das Hermes-Verteilzentrum in Woringen (zwischen Memmingen und Kempten im Allgäu) geschlossen worden. Am Hoftor soll lediglich ein Schild mit der Aufschrift "Wir sind umgezogen" hängen, allerdings ohne Angabe einer neuen Adresse. Alle Hermes-Firmenschilder wurden abgeschraubt.

Offenbar wird die Region um Memmingen ab sofort direkt vom Hermes-Logistikcenter in Graben bei Augsburg beliefert. Die Schließung des Standorts Woringen hängt vielleicht mit der Hermes-Strategie zusammen, Verträge mit verhältnismäßig kleinen Subunternehmern nicht zu verlängern. Stattdessen will Hermes lieber mit größeren Subunternehmern zusammenarbeiten, die folglich auch größere Liefergebiete bedienen. Dadurch würden kleinere Verteilzentren überflüssig werden. (Paketda berichtete)




Mitarbeit: Maximilian Koch


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