Liefery-Chef verrät Zukunftspläne / BILD-Zeitung rechnet falsch

Liefery gibt Einblick in Firmenstrategie

In einem Interview mit der "Welt" hat Liefery-Geschäftsführer Niels Fischer einen Einblick in seine Unternehmensstrategie gegeben. Angesichts des Arbeitskräftemangels beabsichtigt Liefery, das Ausliefern von Paketen technisch so zu unterstützen, dass Mitarbeiter für die Tätigkeit kein Vorwissen mehr benötigen. Möglicherweise wird auch die Vorgabe aufgeweicht, dass Zusteller deutschsprachig sein müssen. Eventuell genügten gute Englischkenntnisse.

Kernstück ist die Liefery-App, in der zum einen die Fahrtroute vorgegeben wird und zum anderen Infos über Paketempfänger gespeichert sind. Jeder Zusteller kann Merkmale über Kunden einspeichern, die von anderen Zustellern abrufbar sind. Zum Beispiel, in welchem Stockwerk ein Kunde wohnt oder ob Pakete an bestimmter Stelle hinterlegt werden sollen.

Eine Besonderheit sind die übers Stadtgebiet verteilten Lieferwagen. Der Welt.de-Bericht beschreibt die Funktionsweise so: "Die Paketboten finden ihr Fahrzeug möglichst in ihrer Nachbarschaft, öffnen es per elektronischem Schlüssel mit dem Smartphone und fahren zum nächsten Paketdepot in der Innenstadt. Dort laden sie die Pakete in einer vorgegebenen Reihenfolge ein." In Zusammenarbeit mit Sixt möchte Liefery außerdem die Ausnutzung von Kleinlastern in den Abendstunden steigern. Und eine Kuriosität zum Schluss: Liefery will als Lieferwagen angeblich eine "Fracht-Variante des Kleinwagens Smart" einsetzen.



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BILD-Zeitung rechnet falsch: 82,5 Prozent der DHL-Kunden angeblich unzufrieden

Reißerisch titelte die BILD vor wenigen Tagen: "82,5 Prozent der DHL-Kunden sind unzufrieden". Anlass der Berichterstattung waren von der Bundensnetzagentur veröffentlichte Zahlen über Paketdienst-Beschwerden (Pressemitteilung hier). Laut BILD gingen 82,5 Prozent aller Beschwerden auf das Konto von DHL, obwohl der Marktführer lediglich einen Marktanteil von 57 Prozent habe bei Paketlieferungen von Firmen an Privatkunden. Die Beschwerderate ist nach dieser Rechnung also tatsächlich überdurchschnittlich. Aber es ist Quatsch, dass 82,5% aller DHL-Kunden unzufrieden sind.

Laut Zeitungsbericht bezogen sich 7% aller Beschwerden bei der Bundesnetzagentur auf DPD, auf Hermes 6% und auf GLS 2,5%.

Für klagende Kunden liefert die BILD gleich noch einen Ratschlag: Der Bote MUSS zu Ihnen - auch in den fünften Stock! Warum wir bei Paketda von Zwangsmaßnahmen gegen Paketzusteller eher abraten, lesen Sie hier.


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