Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 4,175 Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen (KEP) transportiert. Gegenüber dem Jahr 2022 (4,15 Mrd. Sendungen) ist das Mengenwachstum mit 0,6 % minimal.
Das Sendungsvolumen von Firmen an Privathaushalte (B2C) stieg 2023 um 3,4 % an. Das B2B-Sendungsvolumen (Firmen an Firmen) sank dagegen um 3,8 %, so der Branchenverband BPEX.
Der Durchschnittserlös je Paket stieg 2023 nominal auf 6,36 Euro gegenüber 6,26 Euro im Jahr 2022.
In der DVZ sagte Branchenexperte Rico Back, dass Hermes und DPD zurzeit "massive Ertragsprobleme" aufgrund ihres Privatkunden-Fokus hätten. Weil der B2C-Markt sehr preissensibel sei, ließen sich Preiserhöhungen kaum durchsetzen. Back prophezeit, dass Paketdienste irgendwann die Strategie der Deutschen Post übernehmen und nicht mehr täglich ausliefern, um Sendungen bündeln zu können und dadurch Kosten zu sparen.
Entwicklung des KEP-Marktes:
- 2016: 3,16 Mrd. Sendungen (+7,2 %)
- 2017: 3,35 Mrd. Sendungen (+6,1 %)
- 2018: 3,52 Mrd. Sendungen (+4,9 %)
- 2019: 3,65 Mrd. Sendungen (+3,7 %)
- 2020: 4,05 Mrd. Sendungen (+10,9 %)
- 2021: 4,51 Mrd. Sendungen (+11,2 %)
- 2022: 4,15 Mrd. Sendungen (-7,9 %)
- 2023: 4,175 Mrd. Sendungen (+0,6 %)
Rückblick: KEP-Studie 2023
So berichtete Paketda im Juni 2023
Laut der KEP-Studie 2023 des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK) hat die Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) im Jahr 2022 trotz weltwirtschaftlicher Unsicherheiten und politischer Unwägbarkeiten insgesamt 4,15 Milliarden Sendungen an private und gewerbliche Empfänger in Deutschland geliefert.
Damit setzt sich das außergewöhnlich starke Wachstum der vergangenen Jahre nicht fort, und der Markt verzeichnet einen Rückgang um 7,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem liegt das Volumen immer noch 14 % über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.
Besonders betroffen von diesem Rückgang sind die Business-to-Consumer-Sendungen (B2C), bei denen es aufgrund der geringen Konsumneigung und der Kaufzurückhaltung im Online-Handel einen deutlichen Rückgang um 10,6 % gab.
Die Rückverlagerung von Umsätzen vom Online-Handel zum stationären Handel nach dem Ende der Corona-Auswirkungen trug ebenfalls zu diesem Rückgang bei. Bei den Business-to-Business-Sendungen (B2B), also dem Versand zwischen Unternehmen, war der Rückgang mit nur 4 % weniger stark ausgeprägt. Im Laufe des Jahres 2022 haben sich die Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr jedoch abgeschwächt.
Der Sendungsrückgang hat übrigens nicht zu einem gleich starken Rückgang der Mitarbeiterzahlen geführt. Während der Mengenrückgang 7,9% beträgt, liegt der Personalrückgang der KEP-Branche bei nur 3,1%. Zitat aus der Studie:
"Das bedeutet, dass KEP-Unternehmen nicht mit einem unmittelbaren Beschäftigungsabbau reagieren, wenn Sendungsvolumina sinken. Stattdessen erhalten sie Arbeitsplätze. Eine Folge davon ist, dass die Produktivität 2022 sinkt."
Marten Bosselmann, Vorsitzender des BIEK, betont, dass sich der langfristige Wachstumstrend des KEP-Marktes fortsetzen wird. Die Branche passt sich an die anhaltend turbulente Großwetterlage an und meistert die Herausforderungen, denen sich Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt stellen müssen. Die Kurier-, Express- und Paketdienste bleiben weiterhin ein wichtiger Jobmotor und Arbeitgeber mit Perspektive.
Die Prognosen für den KEP-Markt sind allerdings unsicher. Die hohe Inflation und der anhaltende Ukraine-Krieg lassen kurzfristig keine deutliche Zunahme des Konsums und der Marktentwicklung erwarten. Dennoch deuten aktuelle Wirtschaftsprognosen darauf hin, dass sich der KEP-Markt in der zweiten Hälfte des aktuellen Jahres langsam erholen und das Wachstum wieder steigen könnte.
Die Prognose hängt von mehreren Faktoren ab, darunter der Ukraine-Krieg, die Inflation, das Einkommen und die allgemeine Konsumlaune. Zusätzlich bestehen weiterhin Lieferkettenprobleme sowie Änderungen und Verschiebungen in internationalen Warenströmen.
Die durchschnittlichen Erlöse pro Paket stiegen 2022 aufgrund von Preiserhöhungen, die wiederum durch Kostensteigerungen verursacht wurden. Außerdem wurden laut KEP-Studie mehr Pakete an Privatkunden geschickt, was ebenfalls zu höheren Erlösen führe.
Mengenwachstum flacht ab
So berichtete Paketda im Juni 2020
Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) hat eine neue Ausgabe seiner jährlichen Paketmarkt-Studie veröffentlicht. Das Dokument ist auf dieser Website als PDF erhältlich.
Im BIEK haben sich die großen Wettbewerber von DHL zusammengeschlossen, also vor allem DPD, GLS, Hermes und UPS.
Ein Kernelement der Studie ist eine Abschätzung der Sendungsmengen. Laut BIEK-Studie wurde ein neuer Höchstwert erreicht. In Deutschland wurden 2019 insgesamt 3,65 Milliarden Pakete transportiert. Das sind 3,7 Prozent mehr als 2018. Quelle: BIEK-Meldung.
In der Paketmarkt-Studie 2018 wurde für 2019 ein Wachstum zwischen 4 bis 4,5 Prozent erwartet. Diese Prognose wurde nicht erreicht.
Wie welt.de berichtet, soll BIEK-Vorsitzender Marten Bosselmann bei der Vorstellung der Studie gesagt haben, dass die Paketzustellung zukünftig in die Abendstunden verlagert werden könnte. Dann seien mehr Kunden zu Hause anzutreffen.
Allerdings sind das nur Gedankenspiele. 2017 orakelte der BIEK über sogenannte "weiße Paketshops", die mehrere Anbieter in einem Laden vereinen (Quelle). Das passiert bis heute kaum. Insbesondere DHL sperrt sich dagegen, dass DHL-Paketshops mit Wettbewerbern zusammenarbeiten.
Gegen eine Paketzustellung abends spricht auch, dass DHL diesen Service im Mai 2020 abgeschafft hat (Paketda berichtete). Er wurde 2016 eingeführt, konnte sich aber nie richtig durchsetzen. Es gab offensichtlich eine zu geringe Nachfrage seitens der Kunden, die für eine Abendlieferung keinen Aufpreis bezahlen wollten.