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Was verdienen Paketshops? Zwischen 30 und 60 Cent pro Paket

Wie viel Geld Paketshop-Inhaber verdienen, zählt zu den großen Geheimnissen der Branche. Es gibt nur wenige Medienberichte mit Informationen darüber. Nachfolgend eine Zusammenfassung.


Deutsche Post DHL

Im Dezember 2022 berichtete der NDR unter Berufung auf die Tagesschau, dass Pakete von DHL pauschal mit 40 Cent vergütet werden - egal welche Größe. Ein von der Braunschweiger Zeitung interviewter Paketshop-Inhaber sprach im März 2023 ebenfalls von 40 Cent.

Ein anderer Informant bestätigte die 40 Cent gegenüber Paketda. Er sprach außerdem von 20 Cent Vergütung für DHL Päckchen und 60 Cent für Pakete, die direkt an eine Postfiliale adressiert sind (Postfiliale Direkt).

Ein DHL-Shopinhaber sagte zu Paketda, dass ab 1.1.2026 die Vergütung für ausgegebene DHL-Pakete und DHL-Expresspakete von 60 auf 70 Cent angehoben wird. Dies sei (seiner Meinung nach) auch dringend notwendig, um Einnahmenverluste auszugleichen. Denn immer mehr DHL-Sendungen werden über Packstationen ausgeliefert, so dass die Paketmengen und somit die Einnahmen der Postfilialen und Paketshops sinken.

Im Februar 2024 sagte ein ehemaliger DHL-Paketshopbetreiber gegenüber spiegel.de, dass er 40 Cent Vergütung für Retouren erhalte sowie ca. 5% Provision für Paketscheinverkauf und den Verkauf von Briefmarken. Die 5% decken sich mit den Informationen der Tagesschau.



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DPD

DPD vergütet Paketshop-Partner abhängig von der Art der Sendung. Für die meisten Vorgänge liegt die Provision bei rund 0,40 Euro pro Paket. Zum Beispiel erhält der Paketshop 0,40 Euro, wenn ein Paket nachträglich an den Shop umgeleitet wird oder wenn das Paket von vornherein an den Shop adressiert wurde.

Abgegebene Retouren werden etwas niedriger vergütet, nämlich mit 0,30 Euro pro Sendung. Höher fällt die Vergütung aus, wenn der Versand vom Absender online bezahlt wurde: Für Shop2Home-Sendungen zahlt DPD 0,60 Euro pro Paket. Dagegen werden Shop2Shop-Sendungen und Abholungen meist nur mit 0,30 Euro vergütet. Shop2Shop heißt: Das Paket wird vom Absender in einem Paketshop abgegeben und vom Empfänger in einem anderen Paketshop abgeholt.

Bei Shop2Home-Sendungen, die über Reseller abgewickelt werden (z.B. Vinted), liegt die Vergütung bei 0,30 Euro. Ein DPD-Shopinhaber sagte gegenüber Paketda, dass die Vergütung für Reseller-Pakete früher höher war. Zitat: "DPD hat vor kurzem den Preis gekürzt. Vor 2 Monaten haben wir für 1000 Pakete 500 Euro bekommen, jetzt bekommen wir für 1500 Pakete wieder 500 Euro."

Shop2Home heißt: Das Paket wird vom Absender in einem Paketshop abgegeben und dem Empfänger an seiner Hausanschrift zugestellt.



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Hermes

Im Februar 2022 erschien auf n-tv.de ein Erfahrungsbericht über Hermes. Ein Paketshop-Inhaber sagte dort, er bekomme von Hermes "nicht mehr als 50 Cent" für ein Paket.

Im Dezember 2019 berichtete der WDR über einen Hermes-Shop in Meerbusch. Die Inhaberin eines Schreibwarengeschäfts erzählte, dass sie in guten Monaten 1.500 Pakete bearbeitet. Für jedes verschicktes Paket zahlt Hermes zwischen 30 und 60 Cent - je nach Größe. Retouren bringen 40 Cent.

Insgesamt verdient der Schreibwarenladen in guten Monaten ca. 1.000 Euro durch den Paketshop; davon wird eine Aushilfe beschäftigt. Der Bericht ist in er WDR Mediathek nicht mehr verfügbar.

Im Mai 2017 erschien bei heute.de unter Berufung auf die DPA-Nachrichtenagentur eine Meldung, dass Hermes einen "mittleren zweistelligen Cent-Betrag" für jedes Paket zahle. Diese Information erhielt die dpa direkt von Hermes. Andere Paketdienste erteilten keine Auskunft zur Vergütung von Paketshops.

Ein Kiosk-Besitzer wurde auf heute.de mit den Worten zitiert, er bekomme 40 Cent pro Paket und insgesamt ca. 600 bis 700 Euro pro Monat. Dieser Preis deckt sich mit Informationen, die uns im Jahr 2020 anonym von einem Hermes-Paketshop-Inhaber zugespielt wurden. Hermes zahlt bei Erreichen bestimmter Paketmengen außerdem einen Bonus von wenigen Cent pro Paket.

Hermes-Paketshop



Archiv: Frühere Vergütung von Deutsche Post DHL

"Die Zeit" interviewte im Dezember 2020 einen DHL-Paketshop-Inhaber (Bericht hier). Er gab die Vergütung mit 30 Cent pro Privatpaket an und mit 50 Cent für Pakete von Firmenkunden.

Die Wetterauer Zeitung interviewte 2019 die Inhaberin eines DHL-Paketshops aus Bad Nauheim. Laut Zeitungsbericht verkauft sie auch Briefmarken. Bei einem Einbruch wurden der Buchhändlerin mal Briefmarken im Wert von 1000 Euro geklaut, die sie daraufhin selbst bezahlen musste.

Eigenen Angaben zufolge überlegte die Buchhändlerin schon mehrfach, den DHL-Paketshop wieder aufzugeben. Vor allem in der Vorweihnachtszeit würden die Pakete die Büroräume verstopfen. DHL warb die Buchhändlerin vor einigen Jahren mit dem Argument an, dass durch den Paketshop mehr Menschen in den Laden kommen. Rückblickend sagt die Buchhändlerin zur Wetterauer Zeitung: "Es stimmt, die Frequenz ist mehr geworden, allerdings geben die Leute ihr Paket ab, kaufen aber keine Bücher."


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