Hermes-Paketscheine können mit Paypal bezahlt werden

Endlich können Hermes-Kunden mit Paypal bezahlen! Die Funktion wurde überraschend in der Hermes-Onlinefrankierung freigeschaltet. Wer einen Paketschein für den Versand innerhalb Deutschlands erstellt, kann zwischen Barzahlung im Paketshop und Zahlung mit Paypal wählen.

Hermes-Bezahlung mit Paypal
Drei Einschränkungen:

  • Die Paypal-Zahlung ist nur bei innerdeutschen Hermes-Sendungen möglich. Wechselt man das Empfängerland, steht nur Barzahlung zur Verfügung.
  • Pakete, die von Hermes beim Absender abgeholt werden, müssen ebenfalls bar bezahlt werden.
  • Außerdem müssen mit Paypal bezahlte Paketscheine vom Kunden ausgedruckt werden. Es gibt (noch) keinen mobilen Handy-Paketschein. Das soll laut Hermes aber "schnellstmöglich" nachgeholt werden.

Diese Besonderheiten lassen vermuten, dass die Paypal-Zahlung bei Hermes komplizierte Anpassungen im Hintergrund erforderte. Auf den bargeldlosen Paketscheinen befindet sich der Vermerk "Entgelt ist bereits bezahlt" und ein QR-Code:

Hermes-Paketschein, der mit Paypal bezahlt wurde
Der QR-Code erinnert an die Coupons vorausbezahlter Hermes-Sparsets. Sparset-Coupons konnten schon immer bargeldlos gekauft werden. Um sie einzulösen, muss ein Hermes-Paketschein zusammen mit einem Sparset-Coupon aufs Paket geklebt werden. Beim neuen Paypal-Paketschein wurde offenbar beides kombiniert; auf dem Label befindet sich quasi ein vorgedruckter Sparset-Coupon.


Ewig lange Umsetzungsdauer

Schon Anfang 2018 fragte sich Hermes im eigenen Blog selbstkritisch, warum Onlinepayment kein Thema sei. Damals erklärte ein Mitarbeiter, dass zuerst myhermes.de überarbeitet werden sollte, um dann im nächsten Schritt die bargeldlose Bezahlung einzuführen. Dieser "nächste Schritt" hat leider mehr als 2 Jahre gedauert.

Möglicherweise waren nicht bloß technische Gründe für die lange Umsetzungsdauer verantwortlich. Denkbar ist auch, dass Hermes die von Paypal erhobenen Gebühren scheute. Das vergleichsweise preiswerte Hermes-Porto wird durch eine Paypal-Festgebühr von 35 Cent pro Zahlung geschmälert. Hinzu kommt eine umsatzabhängige prozentuale Gebühr. Quelle: paypal.com.

Beispiel: Kauft ein Kunde ein S-Paket für 4,80 Euro, so erlöst Hermes netto ohne Umsatzsteuer 4,14 Euro. Geht man spekulativ von insgesamt 44 Cent Paypal-Gebühren aus, so bedeutet das 10,6 Prozent weniger Marge!

Aus Kundensicht ist die Paypal-Bezahlung positiv. Es gibt zwar noch viele Einschränkungen, aber wenigstens muss man im Paketshop nicht mehr mit Bargeld hantieren.


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