Postchef Appel: Durch Digitalisierung wegfallende Jobs werden durch Unternehmenswachstum ausgeglichen

Vorstandsmitglieder der Deutsche Post DHL Group
Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL, war neulich in einem Podcast zu Gast (hier bei Soundcloud).

Im Interview bei "Steingarts Morning Briefing" äußerte sich Appel zu vielen unterschiedlichen Themen, u.a. zur Digitalisierung in der Bildung aufgrund Corona (Minute 6:30) und zur Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen wie Deutscher Post und Autohersteller (bei Minute 20:00). Beispielsweise soll die digitale Briefankündigung den klassischen Brief aufwerten und der Deutschen Post in diesem Segment "eine relevante Marktposition" sichern.

Minute 2:30: Appel reagiert gelassen auf Amazon Logistics. Wenn ein Wettbewerber meint, seine Ware mit eigenen Mitteln besser auszuliefern als mit DHL, dann sei es dessen Recht, eine eigene Zustellorganisation aufzubauen. DHL kenne das von einem "anderen Anbieter", womit Otto und Hermes gemeint sind. Appel bei Minute 3:30 wörtlich: "Amazon macht ungefähr 2 Prozent unseres gesamten weltweiten Umsatzes aus. Das ist in einer überschaubaren Größe und deutlich weniger als manch unserer Wettbewerber, die das auch kommuniziert haben."

Bei Minute 4:10 beantwortet Appel die Frage, ob der Postbote wegen der Digitalisierung aussterben wird: "Nein, der Postzusteller, wie wir das hier nennen, wird nicht aussterben. Die Dienstleistung wird sich sicherlich in gewisser Form verändern. Wir schätzen selbst, dass bis zum Jahr 2030 etwa ein Drittel unserer Arbeitsplätze wegfallen werden. Aber Sie können heute davon ausgehen: wir werden mit Sicherheit mehr als 50 Prozent größer sein. Das heißt, in Summe werden wir mehr Arbeitsplätze haben."

In welchen Unternehmensbereichen die Digitalisierung Arbeitsplätze gefährdet, erklärte Frank Appel in dem Podcast nicht. Aber Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie äußerte sich im Juni 2020 bei transformationleader.de dazu. Ogilvie sagte, dass vor allem "repetitive physische und administrative Tätigkeiten" automatisiert werden.

Insgesamt gibt es im Konzern Deutsche Post DHL "1.000 verschiedene Berufsbeschreibungen", die unterschiedlich stark von der Digitalisierung betroffen sind. In der Verwaltung eher als in den operativen Bereichen. Durch das hohe Wachstum der Paketmengen werden beispielsweise viele neue Zusteller gesucht.

Sogenannte "Digitalisierungsopfer" soll es im Post-Konzern nicht geben. Das Unternehmen organisiert laut Ogilvie Weiterbildungen, damit Mitarbeiter befähigt werden, zukünftig in neuen, digitaleren Tätigkeitsfeldern zu arbeiten. Das betrifft z.B. den Bereich Kundenservice, wo Service- und Informationsanfragen vermehrt automatisiert bearbeitet werden, zum Beispiel mit Chatbots.


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